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Unternehmen und Marken müssen heutzutage auf mehreren bzw. allen Kanälen präsent sein. Wenn sie ihre Touchpoints managen, ensteht Customer-Experience. Der Kunde 4.0 erwartet heute vielfältige physische und digitale Touchpoints, um mit einem Unternehmen in Kontakt zu treten.

Decathlon, München. Ein neues Sportgeschäft mit riesigem Sortiment mitten in der Innenstadt von München? Eigentlich kaum denkbar, große Flächen in exponierter Lage – unbezahlbar. Und es gibt den Standort trotzdem.

Neues gemeinfreies Open-Content-Werk am deutschen Markt erschienen
Das Fachbuch beschreibt die Digitalisie­rung und ihre Auswirkungen auf die Branche.
Journalisten und Gastautoren aus Wissenschaft und Wirtschaft stellen innovative Entwicklungen und deren Anwendungspotenzial sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich dabei in den Mittelpunkt des Open-Content-Werks. Leser erhalten durch das Fachbuch neue Lösungs- und Denkansätze und lernen, die Technologien rund um Smart Services und digitale Ökosysteme gewinnbringend für sich einzusetzen.
Das Buch wird regelmäßig auf unserer digitalen Plattform im Internet aktualisiert. Unter http://www.handbuch-handel.de halten wir alle Inhalte des Buches für Sie zum kostenfrei­en Download vor.
Wer darüber hinaus ein Printexemplar bestel­len und gemütlich lesen möchte, kann dies über den Buchhandel oder im Internet online bei Amazon realisieren. ISBN: 978-3-9818482-3-6


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Ihre Redaktion
 
 
 

Der Handel ist global. 62 Prozent der im Rahmen der „Pitney Bowes Global Ecommerce Study 2017“ befragten Händler gaben an, ein länderübergreifendes E-Commerce-Geschäft zu führen und die Mehrheit derer, die noch nicht über ein länderübergreifendes Geschäft verfügte, plante, es in den nächsten zwölf Monaten einzuführen.
Damit hat sich auch der Wettbewerb um die Kaufentscheidung der Kunden verschärft. Um ihn zu gewinnen, spielt die richtige Sprache – und damit die korrekte Übersetzung – eine Schlüsselrolle. Denn sie ist wesentlich für eine positive Customer Experience.
Bevor sich Interessenten für einen Kauf entscheiden, wollen sie Informationen über das Produkt. Wie eine aktuelle Studie von SapientRazorfish und Salesforce darlegt, suchen 60 Prozent der Kunden vorab im Internet gezielt danach. Um ihre Erwartungen zu erfüllen und ihnen zu ermöglichen, die Informationen zu finden, genügt es – entgegen der Annahme vieler Verantwortlicher für Marketing, Content und Verkauf – nicht, vorhandenen Content nur ins Englische zu übersetzen. Denn Interessenten suchen in ihrer Landessprache.
Damit Suchmaschinen auf Anfragen relevante Treffer liefern können, müssen Onlineinhalte in der jeweiligen Sprache verfügbar sein. Dazu zählen Produktbeschreibungen und Multimediainhalte für Shop und Marktplätze genauso wie Unternehmenswebseiten, News, Ratgeberinhalte, E-Books, Kundenfeedbacks und Bewertungen.
Da Interessenten darüber hinaus auch auf anderen Wegen mit Unternehmen in Verbindung treten wollen, sollten zudem Newsletter, Kundenmagazine, Broschüren, Aftersales-Informationen & Co. in der bevorzugten Sprache des Kunden vorliegen. Je besser über alle Phasen der Customer Journey hinweg Verständlichkeit gewährleistet ist, desto einfacher können Menschen Vertrauen zum Unternehmen aufbauen, was wiederum ausschlaggebend für die Kaufentscheidung ist.
 

Auf die Lokalisierung kommt es an

Um Verständlichkeit zu erzielen, reicht jedoch auch das bloße Übertragen der Inhalte in die Landessprache der Zielgruppe nicht aus. Vielmehr besteht die Herausforderung darin, die Informationen im Kontext der geltenden gesetzlichen Vorschriften und der jeweiligen Kultur korrekt darzustellen. „Lokalisierung“ heißt der Fachbegriff. Er beinhaltet zum Beispiel die Bedeutung sowie die Assoziationen, welche Produkt- und Markennamen in verschiedenen Ländern haben und wecken können.
So trägt das Waschmittel Persil in Frankreich die Bezeichnung „LeChat“, weil „Persil“ im Französischen Petersilie bedeutet. Dies gilt auch für Bilder und Symbole wie das Daumen-hoch-Symbol, das hierzulande für ein „Okay“ steht, während es in Australien als Beleidigung angesehen wird. Nur wenn die Bedeutung auch nach der Übersetzung noch der beabsichtigten Intention entspricht, kann der Interessent das Produkt als hochwertig wahrnehmen und das Unternehmen als vertrauensvoll einstufen.
Anderenfalls ist es möglich, dass unzureichende Übersetzungen negative Rückschlüsse auf das Produkt oder die Dienstleistung auslösen. Der Interessent verlässt die Webseite oder den Shop, ohne zu kaufen und bewertet das Unternehmen vielleicht negativ.
Damit Interessenten die Kommunikation als überzeugend empfinden, sind E-Commerce-Anbieter gefordert, einen einheitlichen Markenauftritt an allen Punkten der Customer Journey zu realisieren. Dies geschieht durch konsistente Verwendung von Produkt- und Servicebezeichnungen, Keywords sowie weiteren Begriffen – kurz: eine konsistente Terminologie.
Außerdem sollten die Texte qualitativ hochwertig sein, indem er korrekte und aktuelle Angaben enthält und fehlerfrei sowie verständlich geschrieben ist. Dafür sollten die Sätze unter anderem einfach aufgebaut, aktiv formuliert und nicht zu lang sein. Angesichts einer großen Menge an Inhalten, die in kürzester Zeit an den verschiedenen Touchpoints für diverse Personen verfügbar sein muss, stellt die Lokalisierung somit eine große Herausforderung dar.
 

Software als Helfer

Beim Meistern der Aufgaben leistet Software für Translation Management wertvolle Dienste. Sie verfügt im Idealfall über ein integriertes Terminologiesystem, in dem alle den gleichen Begriff betreffenden Einträge übersichtlich zusammengestellt sind. Der Autor hat damit alle infrage kommenden Terme im Blick, womit ihre einheitliche Verwendung gewährleistet ist. So kann ein „Turnschuh“ konsequent als solcher bezeichnet werden, und nicht einmal als „Laufschuh“, ein anderes Mal als „Sportschuh“ oder „Sneaker“.
Dabei empfiehlt es sich, die Terminologie auch mit bevorzugten Keywords abzugleichen, nach denen in den jeweiligen Zielländern bevorzugt gesucht wird. Verwirrungen werden vermieden, und der Übersetzungsaufwand verringert sich. Denn Begriffe mit derselben Bedeutung müssen nicht unnötig übersetzt werden.
Ein weiterer Bestandteil einer Translation Management Software ist das Translation Memory. Dabei handelt es sich um eine Datenbank, in der Quelltextsätze mit ihren Übersetzungen als Paare hinterlegt sind. Es dient Autoren als Grundlage für die Erstellung konsistenter Quelltexte und ermöglicht es, bereits übersetzte Textstellen wiederzuverwenden.
 

Mit Automatisierung Kundenerwartungen schneller erfüllen

Professionelle Lösungen für Übersetzungsmanagement stehen allen Projektbeteiligten – vom Autor über den Übersetzer bis zum Lektor – zentral, einfach nutzbar zur Verfügung. Darüber hinaus kann gute Translation Management Software über Schnittstellen mit Product-Information-Management-Systemen verknüpft werden, in denen Unternehmen häufig Produktbeschreibungen pflegen. Dadurch ist ein nahtloser Datenaustausch möglich und die Automatisierung von Übersetzungsprozessen kann Fahrt aufnehmen.
Die Vorteile: Einmal kreierter Content lässt sich schneller für unterschiedliche Formate bereitstellen. Dies spart nicht nur Aufwand und Kosten, sondern hilft E-Commerce-Anbietern auch, den Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden und die Customer Experience positiv zu beeinflussen. Kunden und Interessenten gewinnen Vertrauen und entscheiden sich eher, ein Produkt zu kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.
 
Weiterführende Informationen zum Unternehmen:
Across Systems GmbH
 

Unser Autor

Gerd Janiszewski

Gerd Janiszewski ist Geschäftsführer der Across Systems GmbH. Er verfügt über langjährige Führungserfahrung in der Übersetzungs- und IT-Branche. Unter anderem war er in leitender Position für Transline Gruppe GmbH tätig, einen der führenden europäischen Sprachdienstleister.
 
 
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AMERIA verkündete gestern die strategische Partnerschaft mit der Mackevision Medien Design GmbH. Die beiden deutschen Innovationstreiber haben sich zusammengetan, um das Einkaufserlebnis in Showrooms, Flagship Stores und anderen Handels- und Ausstellungsflächen im Automotive-Sektor zu maximieren.
Mit der „Connected Retail Experience“ bringen AMERIA und Mackevision Content und Technologie in einer einzigartigen End-to-End-Lösung zusammen. Sie bieten Lösungen für die digitale Inszenierung und Vernetzung der Handelsflächen und ermöglichen dadurch ein optimales Zusammenwirken von digitalen Inhalten sowie physischen Exponaten und Produkten in der Fläche.
Endkunden wird ein inspirierendes Einkaufserlebnis geboten, während Händler über eine Cloud-Lösung das Kundenverhalten nachvollziehen und ihre Maßnahmen in der Fläche weiter optimieren können.
Interaktive und zunehmend personalisierte Lösungen am Point of Sale spielen in Zeiten der Digitalisierung eine elementare Rolle – vor allem in der Automotive-Branche. Diese Veränderung des Status-Quo spiegelt sich in den Bedürfnissen der Kunden und ihren gesteigerten Erwartungshaltungen nach multidimensionalen und personalisierten Berührungspunkten mit Marken wider.
Durch eine intelligente Vernetzung verschiedenster Touchpoints innerhalb der Customer Journey kann es einer Marke gelingen, genau diese Bedürfnisse zu stillen. Und zwar permanent, wann immer der Kunde es wünscht.
 
„Connected Retail Experience ist vor diesem Hintergrund die direkte und ganzheitliche Antwort auf diesen Wandel und beinhaltet unterschiedliche Module für die digitale Inszenierung und Vernetzung der verschiedenen Kommunikationsflächen“ erklärt Armin Pohl, CEO von Mackevision. „Wir freuen uns sehr, mit AMERIA einen Partner gefunden zu haben, der unsere Visionen teilt und so denkt wie wir.

Armin Pohl, CEO von Mackevision


Unser gemeinsames Ziel ist es, Handelsflächen zu einzigartigen Markenerlebnissen zu erwecken. Stationärer und digitaler Handel sollen zu einem faszinierenden Markenerlebnis verschmelzen. Genau dass bringen wir mit unserer Connected Retail Experience auf den Weg.“
 

Data Aggregation & Analytics

Vor allem Händler profitieren von den Lösungen der Connected Retail Experience. Sie können über eine Cloud-Lösung das Kundenverhalten nachvollziehen und die Fläche auf dieser Datengrundlage weiter optimieren.
„In der Auswertung der Daten liegt der eigentliche Mehrwert“ betont Abrecht Metter, Geschäftsführer der AMERIA GmbH. „Daten über das Kaufverhalten der Kunden sind für Automobilhersteller goldwert, denn nur so können sie ihr Angebot auf die Wünsche und Anforderungen ihrer Kunden otpimal abstimmen und anpassen.

Abrecht Metter, Geschäftsführer der AMERIA GmbH


Mackevision und AMERIA bringen Content und Technologie in einer einzigartigen End-to-End-Lösung zusammen. Wir können unser Technologieangebot nun um die technischen und kreativen Inhalte der Mackevision erweitern und unseren Kunden noch mehr Möglichkeiten geben, den Kundendialog noch erlebbarer und interaktiver zu gestalten.“
 

Virtual Promoter

Zu den Modulen der Connected Retail Experience gehören die Interactive Touchpoints, hier reiht sich Virtual Promoter von AMERIA ein. Die interaktive Displaylösung überzeugt aufgrund eines hohen Grads an Emotionalisierung, das Gefühl einer echten Mensch-zu-Mensch Kommunikation wird durch einen lebensgroßen Avatar geweckt.
Er schlägt die Brücke zwischen digitalem und physischem Showroom und unterstützt dabei, das Kundenerlebnis im Rahmen von Produktpräsentationen in den Fokus zu stellen.
Virtual Reality und Mobile Devices sowie interaktive Screens bieten weitere Interaktionsmöglichkeiten mit Produkten oder Exponaten an physischen Standorten.
Die Verknüpfung der Interactive Touchpoints ermöglicht es zudem Kunden, nachhaltig mit relevanten Informationen und einer individuellen Beratung entlang der gesamten Customer Journey zu bedienen.
 

Location Based Services

Location Based Services, ein weiteres Modul der Connected Retail Experience, sind standortbezogene mobile Dienste, mit denen Endkunden an speziell definierten Points of Interest (POI) angesprochen werden können. Endkunden nutzen dafür ganz einfach ihr privates Smartphone und erhalten darüber relevante Informationen, Beratung sowie zusätzliche Angebote im Rahmen mobiler Apps.
Im Autohaus wird der Kunde dann beispielweise beim Gang durch die Ausstellungsfläche begleitet und erhält Informationen über die jeweiligen Fahrzeuge, denen er sich nähert, direkt auf sein Smartphone. Diese Informationen kann der Besucher dann auf seinem Smartphone speichern, er kann einen Fahrzeug-Konfigurator nutzen oder die Informationen ganz leicht über Social Media Kanäle teilen.
Aus dem Kundenverhalten in der Showroom- oder Verkausfläche können Maßnahmen für die Optimierung der Produktinszenierung abgeleitet werden.
 

Retail Management System
CX Manager und Softwareintegration

Der cloudbasierte CX Manager ermöglicht als Steuerungseinheit ein zentrales Device und App Management der gesamten Connected Retail Experience. Alle Interactive Touchpoints werden über den CX Manager remote konfiguriert, gesteuert und mit Inhalten bespielt. Der CX Manager kann an bestehende Datenbank- und CRM-Systeme eingebunden werden.
 

Stationärer und digitaler Handel verschmelzen zu einem faszinierenden Markenerlebnis.


 

Future Interface

Die Connected Retail Experience ist immer in Bewegung. Die neuesten Technologien, wie z.B. Artificial Intelligence & Chatbots für den Point of Experience, machen die Innovationsstärke von Marken und Produkten bis ins kleineste Detail in jeder Kommunikationsmaßnahme erlebbar.
 
weiterführend Informationen finden Sie unter:
AMERIA GmbH und Mackevision Medien Design GmbH
 
 
 
AMERIA
Pressekontakt
Jacqueline Hein
Marketing Manager
Gutenbergstraße 7, 69120 Heidelberg
Tel. +49 6221 43 43 121
E-Mail: j.hein@ameria.de
 
Mackevision Medien Design GmbH
Pressekontakt
Nadja Atwaa
Senior Public Relations Manager
Forststraße 7, 70174 Stuttgart
Tel. +49 711 933048 26
E-Mail: nadja.atwaa@mackevision.com
 
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Über Online-Marketing-Kampagnen für KMU und dem Anspruchsdenken der Kunden 4.0 sprach die TREND-REPORT-Redaktion mit Dominik Dreyer, Geschäftsführer Groupon Deutschland.
 
 
Herr Dreyer, welche Erkenntnisse förderte Ihre aktuelle EMNID-Studie zu Tage?
Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass der Aufklärungsbedarf bei deutschen Kleinunternehmen hinsichtlich des digitalen Marketings weiterhin hoch ist.
Viele der befragten Anbieter von Freizeitaktivitäten, Restaurants und Wellness haben das Potenzial von mobilen, standortbezogenen Marketing zur Optimierung ihrer Auslastung noch nicht erfasst. Um mobiles Marketing nutzen zu können, müssen sie wiederum eine attraktive Kampagne aufsetzen, das darin enthaltene Angebot mobil verfügbar machen und klar definierte Erfolgskriterien festlegen.
Wir haben mit der Unterstützung von Kantar-Emnid 200 Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern befragt. Die Hälfte der befragten Unternehmen gibt nur maximal 10 Prozent ihrer Werbeausgaben für Suchmaschinenmarketing, Social-Media-Anzeigen, E-Mail-Werbung, Apps, Affiliates- oder Display-Marketing aus.
Diejenigen Unternehmen, die digital aktiv sind, setzen überwiegend auf kostengünstige Owned-Media-Maßnahmen: 83 Prozent der Kleinunternehmen haben eine eigene Webseite und 59 Prozent nutzen Social Media in Form eines Facebook- oder Instagram-Auftritts.

Dominik Dreyer, Geschäftsführer Groupon Deutschland


 
Bei Paid Media dominiert weiterhin Print: Während noch mehr als die Hälfte der Kleinunternehmen Flyer und Handzettel druckt oder Anzeigen in lokalen Zeitungen bucht, schaltet nur jedes dritte Unternehmen Social-Media-Anzeigen und nur ein Viertel der Befragten betreibt Suchmaschinenmarketing.
 
 
Was erwartet eigentlich in diesem Kontext der „Kunde 4.0“ heute?
Die neuen technischen Möglichkeiten sind die Basis für ein erhöhtes Anspruchsdenken der Kunden 4.0. Sie erwarten vielfältige physische und digitale Touchpoints, ständige Verfügbarkeit von Angeboten und kanalübergreifende Kommunikations- und Transaktionsmöglichkeiten.
Neben Reisen, Consumer Electronics und digitalen Gütern will der Kunde 4.0 zunehmend auch lokale Dienstleistungen digital erwerben. Das belegt nicht zuletzt die Tatsache, dass 66 Prozent aller Groupon-Transaktionen über mobile Endgeräte (mobile app und mobile web) abgewickelt werden.
 
Welche Rolle spielt digitales Marketing im Marketing-Mix von KMU?
Vor allem Kleinunternehmen, die die Mehrheit unserer Partner ausmachen, fehlt oftmals die Erfahrung und die Expertise, um professionelles Online-Marketing umzusetzen. Hierdurch überlassen sie den Wettbewerb um den Kunden 4.0 den Konzernen, die sich hochspezialisierte Marketing-Experten leisten können. Nur mit Hilfe umfassender Beratung und intuitiv anwendbaren Marketinglösungen, kann man diesen Wettbewerbsnachteil für die Kleinunternehmen ausgleichen.
 
Welche digitalen Marketing-Tools bieten Sie kleineren und mittleren Unternehme an, um erfolgreiche Marketing-Kampagnen zu generieren?
Als Online-Marktplatz und mit unserer App ist die Bewerbung von Angeboten auf Groupon bereits das Kernmarketing-Tool für den lokalen Handel. Besonders für Dienstleister oder Anbieter von Freizeitaktivitäten, Restaurants und Wellness sind wir eine einfach zu nutzende Lösung für den Einstieg in die digitale Vermarktung.
Dabei werden die auf Groupon angebotenen Leistungen zusätzlich partnerspezifisch über Affiliate-Marketing, SEO, SEM, E-Mail Marketing, Mobile Push Alerts and die Medien beworben. Zur besseren Messung und effizienten Abwicklung der Kampagne bieten wir eine Reihe von flankierenden Service-Tools wie das Merchant Center, unser kostenfreies Booking Tool oder unsere Partner App an.
 
Was muss eine integrierte Marketing-Lösung im Kontext der Digitalisierung heute leisten?
Vor dem Hintergrund, dass sich die auf Groupon angebotenen Dienstleistungen dieser Unternehmen dadurch kennzeichnen, dass sie lokale Erlebnisse sind, steckt die Herausforderung an integrierte Marketing-Lösungen vor allem darin, diese Erlebnisse für den Kunden 4.0. kanalübergreifend auffindbar, sowie nahtlos, ohne Medienbruch, bezahlbar und einlösbar zu machen.
 
Wie und warum generieren Sie Neukunden und damit Neugeschäft für Ihre Partner?
Online-affine Kunden browsen auf unsere App nach Aktivitäten in ihrer Nähe. Mit attraktiven Angeboten können wir sie begeistern Neues zu entdecken. Die meisten unserer Kunden probieren einen Service-Partner, wenn sie dessen Deal bei uns erworben haben, zum ersten Mal aus. Stimmen Service und Beratung vor Ort, kommen sie wieder. Dadurch unterstützen wir die Generierung von Neukunden und das erhöht die Wahrnehmung des Partners in der Nachbarschaft.

„Kunden 4.0. erwarten vielfältige physische und digitale Touchpoints und ständige Verfügbarkeit“ erläutert Dominik Dreyer.


 
Inwieweit nehmen Sie neue Partner beim ersten Deal an die Hand?
Unser Rundum-Service ist neben unserer Reichweite eine unserer Stärken: Von der Bedarfsanalyse über die Gestaltung passgenauer Kampagnen, bis hin zur redaktionellen Überarbeitung der Online-Angebote und der Erfolgskontrolle führen wir unsere Partner durch die einzelnen Schritte zu einer erfolgreichen Kampagne. Wer Groupon als Marketing-Tool einsetzt, kann sich auf einen umfangreichen Service verlassen.
 
Wie kann das finanzielle Risiko im Kontext der Ausgaben für neue Marketing-Kampagnen begrenzt werden?
Wir bieten vor allem für Kleinunternehmen, die ihr Marketing intern betreuen und nur ein begrenztes Budget zur Verfügung haben, die passende Lösung an.
Der Vorteil: Die Unternehmen müssen – anders als beispielsweise bei CPC basierten Keyword-Kampagnen – kein Geld für Werbemaßnahmen ausgeben, deren Effizienz im Vorfeld nur schwer einzuschätzen ist. Groupon-Partner müssen nicht in Vorleistung gehen, sondern zahlen eine erfolgsbasierte Provision.
 
Vielen Dank für das Gespräch!
 
Weiterführende Informationen unter
GROUPON Deutschland
 

Gastautor: Matthias Kant, Geschäftsführer der pirobase imperia GmbH
 

Verzahnung von Content-Management und Product-Information-Management schafft Wettbewerbsvorteile im Online Marketing

Ob im Handel, der Industrie, dem Gesundheitswesen oder dem öffentlichen Sektor – alle Branchen arbeiten im Zuge der digitalen Transformation mit großen Mengen heterogener Daten. Zukunftstechnologien wie Industrie 4.0 oder Smart City funktionieren nur mit Big Data, doch diese Informationen müssen auch händelbar bleiben und stets dem aktuellen Stand entsprechen.
Sowohl das Onlinemarketing von Herstellern und Handel, die automatisierten Prozesse von Werkstücken durch den Produktionsablauf oder die automatische Anpassung der öffentlichen Verkehrslinien für einen optimierten Verkehrsfluss benötigen immer aktuelle Datenin hoher Qualität.
Hier treten im operativen Alltag aufgrund von schlechten Informationen erhebliche Probleme auf. Im Gesundheitswesen erschweren Daten, die zum Teil nur unstrukturiert in Form von manuell geschriebenen Arztbriefen und Rezepten vorliegen, eine umfassende Patientenversorgung. Aufgrund manueller Datenverarbeitung treten Fehler in der Arzneimittelproduktion oder auf dem Beipackzettel auf.
Im Handel können fehlende Informationen sowie schlechte Zielgruppenansprachen die Absatzzahlen nach unten treiben. Zudem ist der Bedarf an Norm-Daten in der Branche hoch, da durch nicht standardisierte Informationen Mehrkosten innerhalb der Lieferkette, also für Distributoren und Hersteller, entstehen.
Sie schränken reibungslose Planungs-, Produktions- und Vertriebsprozesse ein und stellen einen hohen Verwaltungsaufwand dar.

Produktdaten beeinflussen Absatz

Laut GS1 Germany werden mehr als 70 Prozent der Kaufentscheidungen durch Informationen aus dem Internet beeinflusst. Vor der Kaufentscheidung suchen Interessierte nach Details zu Produkten oder Dienstleistungen, um zum Beispiel Angebote zu vergleichen. Finden potenzielle Kunden jedoch keine verlässlichen Informationen, entscheiden sie sich gegen einen Kauf, da sie dem Produkt, der Dienstleistung oder der Institution nicht vertrauen.
Detaillierte und genaue Informationen verbessern hingegen die positive Wahrnehmung von Produkten, Dienstleistungen oder Institutionen. Durch die Sichtbarkeit von Informationen im Web erzielen Unternehmen oder Einrichtungen ein höheres Ranking bei der Internetrecherche, wodurch sich der Zulauf der Online-Präsenzen steigern lässt. Strukturierte Informationen helfen Suchmaschinen mehr relevante Ergebnisse zu finden und erhöhen die Klickraten. GS1 Smart Search bietet hierfür einen Standard, der mit einem Konsortium aus Google, Bing, Yahoo und Yandex abgestimmt ist.
Mit Hilfe eines Product-Information-Management(PIM)-Systems werden  Produktdaten mit den von Suchmaschinen gewünschten Metainformationen angereichert.

PIM-Systeme für bessere Datenqualität

Bei der einfachen Abbildung komplexer Produktdaten sowie deren Zusammenstellung und Pflege unterstützen moderne PIM-Systeme, die sich flexibel mit anderen Systemen verbinden lassen. Sie ermöglichen durch automatisierte Aktualisierung, Ausspielung und Verwaltung auch komplexe Big-Data-Strukturen zu verwalten. Strategisch ist ein PIM-System notwendig, wenn Unternehmen internationale Expansionen in stationären Kanälen oder Online-Kanälen anstreben, denn sie ermöglichen Qualitätsverbesserungen, Vereinfachungen und Zeitersparnis.
Bei mehreren Standorten oder Vertriebskanälen müssen Mitarbeiter und Kunden auf einheitliche Daten zugreifen, international agierende Unternehmen benötigen ein multilinguales User Interface (UI). Grundsätzlich basieren die Vorteile bei der Verwendung eines PIM-Systems darauf, dass die Produktdaten, sobald sie einmal elektronisch im Gesamtsystem vorhanden sind, sich ohne Medienbruch weiterverarbeiten lassen.

Verzahnung von PIM und CMS

Um die Vorteile validierter PIM-Daten an unterschiedlichen Touch Points verfügbar zu machen, hat pirobase imperia mit pirobase COMMERCE eine Kombination von PIM und Content Management System (CMS) entwickelt. Mit dieser Verzahnung erweitern Marketingmanager validierte Produktdaten aus dem PIM um emotionalen Content. Dadurch ergeben sich eine wesentlich höhere Datenqualität und eine bessere Nutzererfahrung, wenn Produktinformationen für Webseiten, Onlineshops, Kataloge und andere Kanäle bereitgestellt werden.
Nutzer erhalten über diese Digitale Business Engine valide Produktinformationen nicht nur auf Websites, sondern auch über Tablets, Apps, Social Media oderüber GS1 Data bei vielen Händlern.
Individuelle Botschaften, die zielgerichtet mit passenden Informationen beim Kunden an allen relevanten Touch Points ankommen, lassen sich so über Omni-Channel-Marketing schnell, topaktuell und konsistent verbreiten.
Pirobase COMMERCE greift auf Produktdaten, die in pirobase imperia PIM vorliegen, sowie auf Online Content aus dem CMS zu. Diese Daten sind validiert, haben also eine hohe Qualität. Sie lassen sich aus dem PIM auch in einen E-Katalog im PDF-Format exportieren oder in Print-Formate ausleiten.
Im CMS verwenden Anwender diese für personalisierte User Experience. Die Informationen lassen sich auch in Webseiten oder Apps integrieren, sodass Kunden auf allen Kanälen jederzeit aktuelle Informationen finden. Validierte Produktdaten aus dem PIM geben Unternehmendie Sicherheit, dass Kunden immer die richtigen und aktuellen Produktinformationen sehen.
Da Produktdaten, Dienstleistungen oder Termine in Echtzeit synchronisiert werden, können Unternehmen einfach und schnell Promotion-Aktionen planen und umsetzen.
Für schnellen und stabilen Zugriff auf Produktdaten arbeitet die moderne Kombination mit Elasticsearch.
 
Autor

Matthias Kant, Geschäftsführer der pirobase imperia GmbH / © pirobase imperia


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kurzporträt
Als Softwareanbieter für Content Management und Produktinformationsmanagement mit über 20 Jahren Erfahrung bietet die pirobase imperia GmbH innovative Lösungen für Enterprise, Mittelstand und öffentliche Institutionen mit umfangreichen Serviceleistungen aus einer Hand.
Dabei versteht sich das Unternehen als strategischer Partner zur Verwaltung von Content in komplexen Unternehmensumgebungen mit hoher Designkompetenz, um Informationen und Inhalte im E-Business, E-Commerce und Cross-Channel schnittstellenübergreifend für alle denkbaren Absatzkanäle zur Verfügung zu stellen. Mit pirobase CMS und pirobase imperia PIM für Enterprise deckt das Unternehmen den kompletten Bereich der Digitalisierung, Aktualisierung und Archivierung sämtlicher Geschäfts- und Kommunikationsprozesse effektiv und zukunftssicher sowohl intern als auch extern ab. Gleiches gilt für Mittelständler und den öffentlichen Sektor, für die der Entwickler mit imperia CMS eine Lösung anbietet, die im Public Sector die Marktführerposition innehat. Mit pirobase Commerce hat pirobase imperia zudem eine starke Kombination von CMS und PIM geschaffen und ist damit aktuell der einzige Anbieter am Markt.
 
Weiterführende Informationen:
pirobase imperia GmbH
 
Aufmacher / Lizenz / Quelle
By Borys Kozielski (Own work) CC BY 4.0 , via Wikimedia Commons

Location-based Services lassen reale und virtuelle Welten verschmelzen und geben dem stationären Handel viele Chancen, intelligente und agile Interak­tion mit dem Kunden zu realisieren.
Eigene Modelabels und Logistik-Dienstleister, Prime Now und jetzt sollen auch noch Supermärkte kommen. Mit gemischten Gefühlen verfolgt man im stationären Einzelhandel derzeit, wie konsequent und erfolgreich Amazon-Chef Jeff Bezos nach und nach komplette Wertschöpfungsketten von der Produktion bis zum Verkauf besetzt. Dabei gibt es durchaus Handlungsoptionen, ganz unabhängig von einer Kooperation mit dem US-Konzern. Der technologische Fortschritt in Sachen IT und die digitale Transformation geben auch dem stationären Handel heute zahlreiche Hebel an die Hand, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, Online- und Offline-Welt zu verbinden und damit neben den großen Playern zu bestehen. In der Tat ist es eine Revolution, die derzeit im Handel stattfindet. Getrieben wird sie von zwei Seiten: Zum einen eröffnen sich Handelsunternehmen ganz neue Möglichkeiten der Geschäftsgenerierung durch technolo­gische Entwicklungen und die Fähigkeit, sehr viele Informationen in Echtzeit bereitzustellen und zu verarbeiten. Die digitale Transformation ist im Handel angekommen, daran besteht kein Zweifel. Traditionelle Verkaufsstrategien geraten durch sie in den Hintergrund, neue Kanäle erschließen sich. Auf der anderen Seite stehen die Kunden: Aus dem Consumer-Bereich, durch die Nutzung von Smartphones und Tablets, sind sie daran gewöhnt, Informationen mobil und in Echtzeit abzurufen und damit das beste Ergebnis in ihren täglichen Entscheidungen zu erzielen. Dies erwarten sie wie selbstverständlich auch vom Handel.

Interviews

Die TREND-REPORT-Redaktion im Gespräch mit Kai Derda, Chep: „Unsere Indoor-Location-Lösung für Promotion-Tracking bringt Transparenz und Agilität in die Lieferkette.“ Mehr auf http://trendreport.de/promotion-tracking
Dr. Christoph Peitz von Osram beschreibt im Interview nachrüstbare Infrastrukturlösungen für Location-based Services. http://trendreport.de/location-based-service
Giorgios Karachos erklärt im persönlichen Gespräch spannende Anwendungszwecke von Indoor-Navigation für Einkaufszentren, Museen, aber auch öffentliche Gebäude. http://trendreport.de/indoor-navigation

Mit dem Smartphone durch den Supermarkt

Erfolgreich sind deshalb die Unternehmen, denen es gelingt, die neuen Technologien und unterschiedlichen Absatzkanäle intelligent zu nutzen und miteinander zu vernetzen. So könnte bald der Blick in einen Supermarkt, in einen „Future Store“, aussehen: Mit dem Smartphone scannt der Kunde Produkte ein und die auf dem Gerät installierte Einkaufsassistenten-App zeigt ihm sofort aktuelle Preisinformationen an. Sie weist auch den Weg zu bestimmten Waren im Markt und erstellt Einkaufslisten. Nähert sich der Einkäufer einer Warenpalette, beginnt diese per Funkchip mit dem Smartphone zu kommunizieren. Auch die tiefgekühlten Lammkoteletts sind mit RFID-Technologie ausgestattet. So registriert die Kühltruhe, wann ein Produkt entnommen wurde und kann selbstständig Nachlieferungen beim Lieferanten auslösen. Die Beendigung seiner Einkäufe teilt der Kunde der Einkaufsassistenten-App mit, die daraufhin einen Strichcode ausgibt, den der Kunde an einer der SB-Kassen einscannt. Geht es ans Bezahlen, muss niemand mehr seine Geldbörse zücken. Es genügt, den Finger kurz auf einen Scanner zu legen, der Kunde wird erkannt, die Bezahlung erfolgt automatisch per Lastschrift.
Geht man nach Prof. Dr. Wippermann befinden wir uns im Jahr 2036 zwischen Dash-Button und Robo-Shopping. „Shopping wird zukünftig geprägt sein von spielerischen Elementen und digitalen Assistenten, die heute bereits beginnen unseren Alltag zu erobern“, sagt der Hamburger Trend­forscher in einer aktuellen Studie von QVC voraus. Dank neuer technischer Möglichkeiten müssen Freunde und Familie 2036 jedoch nicht mehr zwangsläufig live dabei sein. Jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) kann sich (sehr) gut vorstellen, künftig „gemeinsam im Online-Chat oder in der virtuellen Realität shoppen zu gehen.“ Automatisierung und vernetzte Prozesse also, wohin man blickt. Das skizzierte Szenario ist in seiner Gesamtheit sicher noch Zukunftsmusik, doch die einzelnen Komponenten sind längst von der Industrie entwickelt und immer öfter bereits im Einsatz. Das „Internet der Dinge“ – es ist also keine reine Angelegenheit von Industrie (4.0), sondern hat sich in unserer Alltagswelt etabliert. „Umgekehrt wird die Automatisierung auch das Einkaufsverhalten der Kunden grundlegend verändern. Bei den wöchentlichen Lebensmitteleinkäufen bringt der Konsument etwa selbstlernenden Systemen bei, was er am Samstagvormittag üblicherweise einkauft“, prognostiziert etwa David Klemm, Head of Acceptance Development Ger­many bei Mastercard. Diese setzen dann die entsprechenden Bestellungen im Internet ab und sorgen dafür, dass die Einkäufe vor die Tür geliefert werden.

Retail-Trend: personalisierte Preise

Personalisierte Preise: Umsatzgarant oder Kundenschreck? Gleich nach der heute markt­üblichen Praxis, Kunden mit personalisierten Angeboten und personalisierter Werbung, wie z. B. via Mobile Couponing oder personalisierten Online-Angeboten, zu begeistern, folgt jetzt das personalisierte Pricing.
Personenabhängig unterschiedliche Prei­se für gleiche Produkte zur selben Zeit. Im persönlichen Offline-Kontakt zwischen Händlern und Kunden eigentlich schon immer üblich, ermöglichen Big Data und Digitalisierung das jetzt auch digital. Anbieter wie etwa So1 entwickeln spezielle Technologien, die es Händlern ermöglichen, jedem ihrer Kunden beim Besuch des stationären Geschäfts individuelle Rabatte auf Basis seines Kaufverhaltens anzubieten.
www.trendreport.de/personalisiertes-pricing

Für die Händler bedeutet dies: Sie müssen künftig ganz anders funktionieren. Die Kommunikation mit dem Kunden findet nicht mehr über die Post­wurfsendung zu aktuellen Son­derangeboten statt, sondern mittels der entsprechenden App. Vor diesem Hintergrund müssen sich die großen Marken neu erfinden, um nicht zu verwässern. Eine Software kennt eben keine persönliche Beziehung zum „Händler des Vertrauens“. Sie gelangt unter Umständen zu ganz anderen Entscheidungen, bei wem der Kunde künftig kauft. Der Händler muss folglich den Kunden dazu bringen, dass er der Maschine beibringt, eine Präferenz für ihn zu entwickeln, die sich nicht nur am Preis misst. Diese Customer-Experience lässt sich etwa beeinflussen über Loyality-Programme respektive entsprechende Apps. Dass Marken verwässern, darüber ist sich Kai Derda, Country General Manager der Chep Deutschland GmbH, nicht so sicher. Chep ist einer der weltweit führenden Anbieter im Pooling von Paletten und Behältern mit einem Pool von über 300 Millionen Ladungsträgern. Derda sieht vor allem den Trend, dass Markenprodukte auch bei Discountern immer stärker gelistet werden. Sowohl über die Marke als auch durch Interaktion wird versucht, den Kunden in den Laden zu holen.

Location-based Services

„Neue technische Möglichkeiten versetzen die Industrie in die Lage, immer stärker in den Handel einzugreifen und darüber den Markenaufbau zu forcieren“, sagt Kai Derda. Ein Instrument sind dabei ortsbezogene Dienste, sogenannte agile Location-based Services. Sie ermöglichen dem Smartphone-Nut­zer, Orte in der nahen Umgebung zu finden, die von Interesse sein könnten. Wie solche Dienste im Handel zum Einsatz kommen können, zeigt das Beispiel der Chep GmbH, die in ihre neuen Promotion-Paletten Minisender, sogenannte Beacons, implementiert hat. Die Palette wird damit vom reinen Ladungs- zum Informationsträger. Nähert sich ein Smartphone-Besitzer den Beacons, registriert der Sender dies via „Bluetooth Low Energy“ (BLE) und kann dem Gerät eine Nachricht übermitteln. Der Hersteller bucht sich also im Einkaufsmarkt für bestimmte Verkaufsflächen ein und kontrolliert über die webbasierte Benutzeroberfläche, wie der Abverkauf seiner Ware gelaufen ist. So entsteht Performance und Transparenz über die komplette Lieferkette von Display-Promotions.

Verbindung von physischer und digitaler Welt

Für den stationären Einzelhandel haben Location-based Services im Kontext der digitalen Transformation daher eine hohe Priorität. Auch zahlreiche Marktforschungsinstitute prognostizieren einen starken Anstieg solcher Dienste. Ihr Ziel: Das Kauferlebnis des Kunden zu verbessern, und dies zu überschaubaren Kosten. Mobile Endgeräte nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein – verbunden mit mobile-affinen Nutzern, per­manenter Internetverfügbarkeit, güns­tiger Infrastruktur sowie dem Verschwimmen von Verkaufskanälen on­line, offline und mobil. Mit Osram betritt erstmals ein großer Hersteller den Markt. Die neue Indoor-Location-based-Services-Lösung kann ohne viel Aufwand in bestehende Licht­systeme nach­gerüstet werden und soll ein ganzheitliches Kundenverständ­nis und ein herausragendes Kundenerlebnis vor Ort bieten. Dies geschieht unter anderem über eine Loyalty-App. Diese beinhaltet digitale, personali­sierte Gutscheine für den stationären Endkun­den und nutzt die Beacon-Funktionalität, um diverse Dienste vor Ort auszuspielen.

trendreport.de – Fachbeiträge und Interviews

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Stefan Steudel von Bayard Consulting erläutert Lösungen für die dynamische Informationsbeschaffung von Produkt­daten. www.trendreport.de/erfolg-durch-transparenz/
Datengetriebene Kundenbindung und -zentrierung. Dirk Kemmerer von arvato digital erläutert, wie compliancekonformes Datenhandling zur vollsten Kundenzufriedenheit funktioniert. http://trendreport.de/mehrwerte-durch-kundenwissen-schaffen/

Kundenverständnis zurück in den stationären Handel holen

„Alle sprechen von Omnichannel und Customer-Experience, aber was heißt das konkret?“, fragt sich Dr. Christoph Peitz, Director Smart Positioning Solutions bei der Osram GmbH. Wunschvorstellung wäre sicherlich eine individuelle Betreuung am PoS, wie es sie früher einmal bei Tante Emma gab. Dass der Einzelhandel dies unter den heutigen Gegebenheiten so nicht mehr leisten kann, liegt auf der Hand. Neue technologische Entwicklungen wie die „Osram“-Einstone-Smart-Retail-Solution sollen deshalb diese Customer-Experience zu­mindest perfekt simulieren – und darüber hinaus, denn mit dem Gedächtnis von Tante Emma für die speziellen Vorlieben ihrer Kunden können sie locker mithalten. Die Herausforderung liegt also darin, diese Art des Kunden-Verstehens zurück in den stationären Handel zu holen.
Indoor-Location-based Services eignen sich grundsätzlich für Shoppingcenter, wo sie den Smartphone-Nutzer zu diversen Zielen leiten, zum Beispiel Shops, Parkplätzen oder Service-Points. Innerhalb der Shops können Marketingflächen definiert und für gezielte Produkt-Werbung verwendet werden. Anhand genauer Analysen der Kun­denbewegungen kann der Händler vergleichsweise sichere Aussagen über die Vorlieben und Verhaltensmuster des Kunden treffen und basierend darauf seine Angebote individuell zuschneiden, Stärken und Schwächen identifizieren und die Wirksamkeit seiner Marketingmaß­nahmen evaluieren. Die Qualigon GmbH ist ein Unternehmen, das sich mit der konkreten Implementierung solcher Services beschäftigt. Gründer und Geschäftsführer Giorgios Karachos erwartet, dass die Lokalisierungs-Technologie immer stärker zu einem Standard-Produkt ähn­lich wie GPS wird. „Die verwendete Infrastruktur wird ein integraler Bestandteil der Gebäudetechnik sein, wie z. B. Brandmeldeanlagen und andere Komponenten im Rahmen von Smart Buildings“, erklärt er. Bei Qualigon hat man auch erkannt, dass sowohl Handel wie Industrie ein starkes Interesse an den Möglichkeiten der Lokalisierung zeigen, und zwar vor allem für positionsbezogene Analysen.
Auch durch Industrie 4.0 erleben Lokalisierungstechnologien einen starken Aufschwung, wie Giorgios Karachos beobachtet. So sei die Kenntnis der Position von Gütern und Geräten für einen optimierten Produktionsprozess ein immer wichtiger werdendes Kriterium. Man unterscheide dabei die Personenführung, z. B. im Alleinarbeiterschutz, und den Bereich „Internet of Things“, bei dem eine Kommunikation zwischen Geräten und Maschinen notwendig ist.

Michael Tsifidaris, Aufsichtsrat der Unternehmensberatung KPS AG, spricht mit der TREND-REPORT-Redaktion über die Bedeutung des Omnichannel-Modells für den heutigen Handel.
Die optimale E-Commerce-Handelsplattform der Zukunft muss nach Auf­fassung von Tsifidaris den „Dreiklang von Warenwirtschaft, Kundenwirtschaft und E-Commerce“ beherrschen. Michael Tsifidaris: „Die Geschäftsprozesse müssen End-to-End gebaut sein, sodass sie alle Aspekte der Kundenwirtschaft, Warenwirtschaft und des E-Commerce abdecken und das nicht nur in einem integrierten Geschäftsmodell, sondern auf einer integrierten IT-Plattform, und zwar in Echtzeit.“ Die rund 700 Berater seines Unternehmens unterstützen vor allem den Handel und die Konsumgüterindustrie bei der Umstellung auf das Omnichannel-Modell. Sie machen sie fit für die Zukunft, denn nach Ansicht von Tsifidaris lautet die Kernfrage für die nächsten zehn Jahre, ob „die Pure-Player von heute zu komplett aufgestell­ten Omnichannel-Anbietern wer­den. Schaf­fen sie also auch stationäre Auftritte mit realen Kunden-Touchpoints? Oder aber gewinnt der stationäre Handel, der sich integriert aufstellt und auf der digitalen Seite aufholt, das Rennen?“

Michael Tsifidaris erläutert, wie sich durch „Rapid Transforma­tion“ klassische Projektlaufzeiten reduzieren lassen.

Michael Tsifidaris erläutert, wie sich durch „Rapid Transformation“ klassische Projektlaufzeiten reduzieren lassen.

Neu- statt Altbau

Dabei setzt KPS auf eine „inzwischen mehrfach preisgekrönte Methode“ namens „Rapid Transformation“, mit deren Hilfe sich die klassischen Projektlaufzeiten um rund 40 bis 50 Prozent reduzieren lassen – was für die Unternehmen einen schnelleren ROI bedeutet. Und wie sieht die „Rapid-Transformation“-Methode aus? „Wir versuchen klarzumachen, dass Omnichannel nicht einfach dadurch hergestellt wird, dass links die stationäre Handelsumgebung mit Prozessen und Infrastrukturen ist und rechts dann zu­sätzlich eine E-Commerce-Umgebung“, betont Tsifidaris. Man gehe also von den Insellösungen weg und versuche, alle Prozesse im Unternehmen „konsequent um den Kunden herum aufzubauen“, in End-to-End-Prozessen zu denken und entsprechend zu handeln. Erst danach komme die IT ins Spiel.
Anstelle einer Ist-Analyse, wie sie von vielen Unter­nehmensberatungen durch­geführt wird, lasse man den Kunden die Geschäftsabläufe der Zukunft beschreiben. „Wichtig ist nicht, woher der Kunde kommt, sondern wo­hin er will“, formuliert es Michael Tsifidaris. Man finde „passende Piloteinheiten innerhalb des Unternehmens“, etwa eine Region, einen Geschäftsbereich oder ein Brand, und prototypisiere dann die neuen Geschäftsprozesse mit modernster Soft­ware. Erst im letzten Schritt erfolge dann die Umstellung auf das ganze Unternehmen. „Wenn man bildlich sprechen will, findet der Wandel nicht im alten Gebäude, sondern im Neubau statt“, sagt Tsifidaris. „Wir ziehen nicht mit den neuen Prozessen ins alte Unternehmen ein, sondern das Bestandsunternehmen wechselt im Verlauf dieses Transformationsprozesses Etage für Etage in das neue Gebäude. Wenn das letzte Glied der Kette umgezogen ist, macht man im alten Gebäude das Licht aus.“
Weitere Informationen unter:
www.kps.com
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Bildquelle / Lizenz Portrait: KPS AG