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Daten-Management entscheidet über den Erfolg des Handels – auf allen Ebenen.

von Tobias Schlotter

Fieberhaft arbeiten zahlreiche Unternehmen in nahezu allen Branchen an ihrer Platzierung in der Handelslandschaft der Zukunft. Die meisten wissen: So, wie wir es immer gemacht haben, geht es nicht weiter. Das Problem dabei ist: Die wenigsten wissen, wie es morgen weitergehen könnte. Trotzdem machen sie weiter und immer weiter. Quasi im digitalen Blindflug. Wenn sie Glück haben, kommen sie an und landen passabel oder gar erfolgreich. Es ist aber absehbar, dass viele Unternehmen sich eigentlich auf die digitale Bauchlandung oder den Crash vorbereiten müssten – wenn sie denn wüssten, dass er kommt.

Die Chance der Kleinen und Mittelgroßen ist da!

Alle kleinen Händler schauen auf die Umsätze großer Handelsplattformen, die ihnen die Umsätze wegnehmen. Großes Jammern! Doch der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) verriet dem Handelsblatt vom 23. Januar 2018, dass Wachstum im Online-Handel nicht gleich Wachstum ist und differenziert betrachtet werden muss: „Die höchsten Umsätze machen Online-Marktplätze wie Amazon und eBay, aber das stärkste Wachstum sehen wir bei Versendern, die ihre Heimat im stationären Handel haben“, sagte Verbandspräsident Gero Furchheim.

Sie konnten um 26,2 Prozent zulegen. Das sind Zahlen, die beflügeln sollten. Und auch wohl werden. Denn die hybride Handelsform weitet sich aus: Ein Bereich mit großem Wachstum im Online-Handel ist der Versand von Lebensmitteln. Laut bevh wurde in 2017 erstmals die Milliardenumsatzgrenze überschritten. Edeka, Rewe und Co. tasten sich heran. Wobei bei diesen Handelsriesen die gewachsene dezentrale Struktur eines der größten Hindernisse für eine zentrale Online-Handelsplattform darstellt. Die gelebte föderalistische Organisation gehört zur DNA einiger Händler, wie z. B. der Edeka.

Wie sollen ca. 7 000 Verkaufsstellen, der größte Teil davon von selbstständigen Einzelhändlern betrieben, in einen einheitlichen Online-Shop überführt werden? Diese Mammutaufgabe zu bewältigen, bei gleichzeitiger Beibehaltung der DNA als regionaler Versorger, ohne die Kraft der Marke einzubüßen, ist nicht vergnügungssteuerpflichtig.

Die Schwäche der Großen könnte die Chance der Kleineren und Mittelgroßen sein. Könnte, wenn sie ihre strategischen Hausaufgaben machen würden. Neben etlichen weiteren Bausteinen vergessen viele Unternehmen, dass eines der größten Investitionsvorhaben dauerhaft in der integrierten Informationsbeschaffung und –verteilung liegt. Die amerikanische Firma Ventana Research untersucht seit 2000 u. a. die Performance von IT-Unternehmen und IT-Abteilungen in Unternehmen und stellt fest, dass der wirtschaftliche Erfolg der digitalen Transformation zu einem entscheidenden Teil auf dem Management der Informationsprozesse in den Unternehmen beruht.

Mark Smith, CEO von Ventana Research, sprach auf einem Technologie-Event in Paris im Januar 2018 davon, dass das gesamte Handelssystem z. B. von den mobilen Nutzern verändert werden wird. Eindringlich wies er die versammelten IT-Spezialisten darauf hin, dass eine qualitativ hochwertige Produktinformation für den Erfolg von Sales-Plattformen unersetzlich sei. Seine Untersuchungen und Umfragen in Unternehmen haben ergeben, dass Unternehmen stärker auf Basistechnologie setzen müssen, um ihr Netzwerk rund um die Produktinformation zu organisieren. Produzenten sollten unbedingt darüber nachdenken, wie sie ihr Product-Information-Management auch zu einem „Personal Information Management“ nutzen, indem sie ihr Netzwerk aus Handel, Lieferanten und Konsumenten einbeziehen, rät Smith.

Für ihn ist klar, dass sich Handelsunternehmen in der digitalen Welt nur weiterentwickeln werden, wenn sie ihre Datenqualität über alle Ebenen hinweg optimal organisieren. Nach seinen Umfragen in amerikanischen Unternehmen beklagen die meisten Firmen inkompatible Werkzeuge in den verschiedenen Organisationsebenen (52 %*), daraus resultieren zu viele verschiedene Datensätze und Datenformen (48 %). Aus diesen Gründen geben 43 % der Unternehmen an, dass es ihnen unmöglich ist, Daten zu standardisieren.

Der Grund dafür ist, dass die Unternehmen keine Vorgaben zur Datensteuerung („Data Governance“) entwickelt haben. Die Divergenz der Daten führt zu Chaos, Fehlern, zu hohem Aufwand und zur Demotivation der Mitarbeiter wie auch der Kunden, denen die Informationen für ihre Kaufentscheidung vorenthalten werden. Dieser strategische Fehler führt in den Unternehmen dazu, dass sie die oben erwähnten Bruchlandungen immer und immer wieder erleben. Sie produzieren sie geradezu. Das Hamsterrad und Sisyphus lassen grüßen.

Unzufriedenheit ohne PIM – Zufriedenheit mit PIM

Die Leidensfähigkeit der Menschen wie der Unternehmen ist erstaunlich und gleichzeitig auch ein wenig bemitleidenswert. Mark Smith (Ventana Research) fand heraus, dass 75 % der Nutzer, die kein PIM einsetzen, total unzufrieden sind. Kein Wunder, sie versuchen weiterhin unter größten Anstrengungen, die Daten und Informationen manuell, unter anderem mit Exceltabellen, zu vereinheitlichen. Die zentrale Erfassung erscheint bei dieser Praxis nahezu unmöglich, die Einbindung und Vernetzung mit anderen Abteilungen bzw. Lieferanten gar ausgeschlossen. Diese Unternehmen schaffen es nicht, ihre strategischen Ziele mit der erforderlichen Infrastruktur auszustatten.

Anders stellt sich das bei den Befragten dar, die ein spezielles PIM einsetzen. Leider handelt es sich dabei nur um knapp über ein Viertel der Unternehmen (28 %). Doch unter ihnen herrscht eine große Zufriedenheit (81 %!). Diese Unternehmen erleben, wie Fehlerquellen reduziert werden (74 %) und die Kundenzufriedenheit steigt (61 %) – ein enormer strategischer Gewinn! 58 % behaupten, ihre Wettbewerbsfähigkeit gesteigert zu haben. Auch die Steuerung der Informationen über verschiedene Kanäle (Web-Shop, Apps, stationärer Handel, Marketing-Services) wird von 58 % wertgeschätzt.

Beschäftigt man sich mit den unzufriedenen Nutzern und ihren Gründen für die mangelnde Begeisterung, beklagen 60 % die geringe Benutzerfreundlichkeit, 56 % die Unzuverlässigkeit und 48 % die Funktionalität. Nun ist Deutschland ein Land, in dem es seit über zehn Jahren eine Vielzahl an PIM-Lösungen gibt. Die meisten davon sind Eigenentwicklungen der IT-Häuser, die die Infra- und Softwarestrukturen für die Unternehmen aufbauen. Diese werden oft nicht im erforderlichen Maße weiterentwickelt. Die rasant schnelle Entwicklung der Anforderungen machen die meisten bestehenden PIM-Lösungen nicht mit. Darunter leiden auch die ambitionierten Projekte der Handelsunternehmen. Hier ist die Software-Industrie gefragt, sie muss einfach bessere Lösungen liefern.


Unternehmen, die sich in der Beschreibung um die Misere im Datenhandling selbst wiederfinden, ist zu empfehlen, sich schnellstmöglich auf den Weg zu machen.


Die Zukunft des PIM ist intelligent

Mark Smith hat sich auch mit der Zukunft der PIM-Systeme und den Anforderungen der Unternehmen beschäftigt. Demnach streben mehr als die Hälfte der bereits erfolgreichen Firmen eine Verbesserung der Kundenzufriedenheit und des Kundenerlebnisses an (61 %). Die qualitative Geschäftsanalyse rangiert mit 55 % schon an zweiter Stelle. Das heißt, auch die erfolgreichen Unternehmen im Digital Business haben das Gefühl oder wissen, dass sie zu wenig über ihre Prozesse und Kunden wissen. Sie sind unzufrieden, weil sie ahnen, dass mehr geht.

Sie erwarten für die Zukunft intelligente Software-Lösungen, die Analyse und Steuerung intern wie extern (Kunden­erlebnis) liefern. Auch „Artificial Intelligence“ (AI) wird zu einem großen Thema, wie Mark Smith betonte. Tools, die Amazon und andere Größen bereits nutzen, werden zukünftig den Erfolg der Unternehmen und das Kundenerlebnis steigern. Wer sich von den PIM-Software-Herstellern in diesen Bereichen abhebt, wird Unternehmen für sich begeistern – und die Endkunden für die Unternehmen.
Handeln – besser heute, als morgen

Unternehmen, die sich in der Beschreibung um die Misere im Datenhandling selbst wiederfinden, ist zu empfehlen, sich schnellstmöglich auf den Weg zu machen. Ein erster Schritt wäre, ein leichtgewichtiges System zu wählen, um erste Erfahrungen zu machen. Es gibt PIM-Produkte am Markt, die sogar als kostenfreie Open-Source-Version zur Verfügung stehen. Warum nicht ein Projekt-Team aufsetzen, das zunächst mit einer solchen Version testet, um dann möglicherweise später in die Vollversion zu wechseln? Das Einzige, das bei dieser Übung verloren geht, ist das krampfhafte Festhalten an Excel-Tabellen. Ansonsten lernt das Team, Daten zentral abzulegen, sie zu strukturieren und sie auch für verschiedene Kanäle zur Verfügung zu stellen. Die Basis-Funktionalitäten eines PIM im Hands-on-Modus also.

Ich fordere Unternehmen auf, sich diesen Ruck zu geben und den Einstieg sofort zu beginnen. Es kostet nichts und bringt sehr schnelle Ergebnisse: das Gefühl, wie die Performance steigt, wie sich Probleme auflösen und wie die Zukunft aussehen könnte. Das Perfide an diesem Rat ist, dass es nun keine Entschuldigung mehr gibt. Der geneigte Leser weiß, dass er keine Ausrede mehr hat. Also handeln Sie lieber heute als morgen! //

Autorenvita: Tobias Schlotter

* Quelle: Ventana Research Next Generation of Product Information Management Benchmark Research – Ventana Research 2017

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Bild von Денис Марчук auf Pixabay

Der Handel ist global. 62 Prozent der im Rahmen der „Pitney Bowes Global Ecommerce Study 2017“ befragten Händler gaben an, ein länderübergreifendes E-Commerce-Geschäft zu führen und die Mehrheit derer, die noch nicht über ein länderübergreifendes Geschäft verfügte, plante, es in den nächsten zwölf Monaten einzuführen.
Damit hat sich auch der Wettbewerb um die Kaufentscheidung der Kunden verschärft. Um ihn zu gewinnen, spielt die richtige Sprache – und damit die korrekte Übersetzung – eine Schlüsselrolle. Denn sie ist wesentlich für eine positive Customer Experience.
Bevor sich Interessenten für einen Kauf entscheiden, wollen sie Informationen über das Produkt. Wie eine aktuelle Studie von SapientRazorfish und Salesforce darlegt, suchen 60 Prozent der Kunden vorab im Internet gezielt danach. Um ihre Erwartungen zu erfüllen und ihnen zu ermöglichen, die Informationen zu finden, genügt es – entgegen der Annahme vieler Verantwortlicher für Marketing, Content und Verkauf – nicht, vorhandenen Content nur ins Englische zu übersetzen. Denn Interessenten suchen in ihrer Landessprache.
Damit Suchmaschinen auf Anfragen relevante Treffer liefern können, müssen Onlineinhalte in der jeweiligen Sprache verfügbar sein. Dazu zählen Produktbeschreibungen und Multimediainhalte für Shop und Marktplätze genauso wie Unternehmenswebseiten, News, Ratgeberinhalte, E-Books, Kundenfeedbacks und Bewertungen.
Da Interessenten darüber hinaus auch auf anderen Wegen mit Unternehmen in Verbindung treten wollen, sollten zudem Newsletter, Kundenmagazine, Broschüren, Aftersales-Informationen & Co. in der bevorzugten Sprache des Kunden vorliegen. Je besser über alle Phasen der Customer Journey hinweg Verständlichkeit gewährleistet ist, desto einfacher können Menschen Vertrauen zum Unternehmen aufbauen, was wiederum ausschlaggebend für die Kaufentscheidung ist.
 

Auf die Lokalisierung kommt es an

Um Verständlichkeit zu erzielen, reicht jedoch auch das bloße Übertragen der Inhalte in die Landessprache der Zielgruppe nicht aus. Vielmehr besteht die Herausforderung darin, die Informationen im Kontext der geltenden gesetzlichen Vorschriften und der jeweiligen Kultur korrekt darzustellen. „Lokalisierung“ heißt der Fachbegriff. Er beinhaltet zum Beispiel die Bedeutung sowie die Assoziationen, welche Produkt- und Markennamen in verschiedenen Ländern haben und wecken können.
So trägt das Waschmittel Persil in Frankreich die Bezeichnung „LeChat“, weil „Persil“ im Französischen Petersilie bedeutet. Dies gilt auch für Bilder und Symbole wie das Daumen-hoch-Symbol, das hierzulande für ein „Okay“ steht, während es in Australien als Beleidigung angesehen wird. Nur wenn die Bedeutung auch nach der Übersetzung noch der beabsichtigten Intention entspricht, kann der Interessent das Produkt als hochwertig wahrnehmen und das Unternehmen als vertrauensvoll einstufen.
Anderenfalls ist es möglich, dass unzureichende Übersetzungen negative Rückschlüsse auf das Produkt oder die Dienstleistung auslösen. Der Interessent verlässt die Webseite oder den Shop, ohne zu kaufen und bewertet das Unternehmen vielleicht negativ.
Damit Interessenten die Kommunikation als überzeugend empfinden, sind E-Commerce-Anbieter gefordert, einen einheitlichen Markenauftritt an allen Punkten der Customer Journey zu realisieren. Dies geschieht durch konsistente Verwendung von Produkt- und Servicebezeichnungen, Keywords sowie weiteren Begriffen – kurz: eine konsistente Terminologie.
Außerdem sollten die Texte qualitativ hochwertig sein, indem er korrekte und aktuelle Angaben enthält und fehlerfrei sowie verständlich geschrieben ist. Dafür sollten die Sätze unter anderem einfach aufgebaut, aktiv formuliert und nicht zu lang sein. Angesichts einer großen Menge an Inhalten, die in kürzester Zeit an den verschiedenen Touchpoints für diverse Personen verfügbar sein muss, stellt die Lokalisierung somit eine große Herausforderung dar.
 

Software als Helfer

Beim Meistern der Aufgaben leistet Software für Translation Management wertvolle Dienste. Sie verfügt im Idealfall über ein integriertes Terminologiesystem, in dem alle den gleichen Begriff betreffenden Einträge übersichtlich zusammengestellt sind. Der Autor hat damit alle infrage kommenden Terme im Blick, womit ihre einheitliche Verwendung gewährleistet ist. So kann ein „Turnschuh“ konsequent als solcher bezeichnet werden, und nicht einmal als „Laufschuh“, ein anderes Mal als „Sportschuh“ oder „Sneaker“.
Dabei empfiehlt es sich, die Terminologie auch mit bevorzugten Keywords abzugleichen, nach denen in den jeweiligen Zielländern bevorzugt gesucht wird. Verwirrungen werden vermieden, und der Übersetzungsaufwand verringert sich. Denn Begriffe mit derselben Bedeutung müssen nicht unnötig übersetzt werden.
Ein weiterer Bestandteil einer Translation Management Software ist das Translation Memory. Dabei handelt es sich um eine Datenbank, in der Quelltextsätze mit ihren Übersetzungen als Paare hinterlegt sind. Es dient Autoren als Grundlage für die Erstellung konsistenter Quelltexte und ermöglicht es, bereits übersetzte Textstellen wiederzuverwenden.
 

Mit Automatisierung Kundenerwartungen schneller erfüllen

Professionelle Lösungen für Übersetzungsmanagement stehen allen Projektbeteiligten – vom Autor über den Übersetzer bis zum Lektor – zentral, einfach nutzbar zur Verfügung. Darüber hinaus kann gute Translation Management Software über Schnittstellen mit Product-Information-Management-Systemen verknüpft werden, in denen Unternehmen häufig Produktbeschreibungen pflegen. Dadurch ist ein nahtloser Datenaustausch möglich und die Automatisierung von Übersetzungsprozessen kann Fahrt aufnehmen.
Die Vorteile: Einmal kreierter Content lässt sich schneller für unterschiedliche Formate bereitstellen. Dies spart nicht nur Aufwand und Kosten, sondern hilft E-Commerce-Anbietern auch, den Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden und die Customer Experience positiv zu beeinflussen. Kunden und Interessenten gewinnen Vertrauen und entscheiden sich eher, ein Produkt zu kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.
 
Weiterführende Informationen zum Unternehmen:
Across Systems GmbH
 

Unser Autor

Gerd Janiszewski

Gerd Janiszewski ist Geschäftsführer der Across Systems GmbH. Er verfügt über langjährige Führungserfahrung in der Übersetzungs- und IT-Branche. Unter anderem war er in leitender Position für Transline Gruppe GmbH tätig, einen der führenden europäischen Sprachdienstleister.
 
 
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Pixabay / CC0 Creative Commons
 

Gastautor: Matthias Kant, Geschäftsführer der pirobase imperia GmbH
 

Verzahnung von Content-Management und Product-Information-Management schafft Wettbewerbsvorteile im Online Marketing

Ob im Handel, der Industrie, dem Gesundheitswesen oder dem öffentlichen Sektor – alle Branchen arbeiten im Zuge der digitalen Transformation mit großen Mengen heterogener Daten. Zukunftstechnologien wie Industrie 4.0 oder Smart City funktionieren nur mit Big Data, doch diese Informationen müssen auch händelbar bleiben und stets dem aktuellen Stand entsprechen.
Sowohl das Onlinemarketing von Herstellern und Handel, die automatisierten Prozesse von Werkstücken durch den Produktionsablauf oder die automatische Anpassung der öffentlichen Verkehrslinien für einen optimierten Verkehrsfluss benötigen immer aktuelle Datenin hoher Qualität.
Hier treten im operativen Alltag aufgrund von schlechten Informationen erhebliche Probleme auf. Im Gesundheitswesen erschweren Daten, die zum Teil nur unstrukturiert in Form von manuell geschriebenen Arztbriefen und Rezepten vorliegen, eine umfassende Patientenversorgung. Aufgrund manueller Datenverarbeitung treten Fehler in der Arzneimittelproduktion oder auf dem Beipackzettel auf.
Im Handel können fehlende Informationen sowie schlechte Zielgruppenansprachen die Absatzzahlen nach unten treiben. Zudem ist der Bedarf an Norm-Daten in der Branche hoch, da durch nicht standardisierte Informationen Mehrkosten innerhalb der Lieferkette, also für Distributoren und Hersteller, entstehen.
Sie schränken reibungslose Planungs-, Produktions- und Vertriebsprozesse ein und stellen einen hohen Verwaltungsaufwand dar.

Produktdaten beeinflussen Absatz

Laut GS1 Germany werden mehr als 70 Prozent der Kaufentscheidungen durch Informationen aus dem Internet beeinflusst. Vor der Kaufentscheidung suchen Interessierte nach Details zu Produkten oder Dienstleistungen, um zum Beispiel Angebote zu vergleichen. Finden potenzielle Kunden jedoch keine verlässlichen Informationen, entscheiden sie sich gegen einen Kauf, da sie dem Produkt, der Dienstleistung oder der Institution nicht vertrauen.
Detaillierte und genaue Informationen verbessern hingegen die positive Wahrnehmung von Produkten, Dienstleistungen oder Institutionen. Durch die Sichtbarkeit von Informationen im Web erzielen Unternehmen oder Einrichtungen ein höheres Ranking bei der Internetrecherche, wodurch sich der Zulauf der Online-Präsenzen steigern lässt. Strukturierte Informationen helfen Suchmaschinen mehr relevante Ergebnisse zu finden und erhöhen die Klickraten. GS1 Smart Search bietet hierfür einen Standard, der mit einem Konsortium aus Google, Bing, Yahoo und Yandex abgestimmt ist.
Mit Hilfe eines Product-Information-Management(PIM)-Systems werden  Produktdaten mit den von Suchmaschinen gewünschten Metainformationen angereichert.

PIM-Systeme für bessere Datenqualität

Bei der einfachen Abbildung komplexer Produktdaten sowie deren Zusammenstellung und Pflege unterstützen moderne PIM-Systeme, die sich flexibel mit anderen Systemen verbinden lassen. Sie ermöglichen durch automatisierte Aktualisierung, Ausspielung und Verwaltung auch komplexe Big-Data-Strukturen zu verwalten. Strategisch ist ein PIM-System notwendig, wenn Unternehmen internationale Expansionen in stationären Kanälen oder Online-Kanälen anstreben, denn sie ermöglichen Qualitätsverbesserungen, Vereinfachungen und Zeitersparnis.
Bei mehreren Standorten oder Vertriebskanälen müssen Mitarbeiter und Kunden auf einheitliche Daten zugreifen, international agierende Unternehmen benötigen ein multilinguales User Interface (UI). Grundsätzlich basieren die Vorteile bei der Verwendung eines PIM-Systems darauf, dass die Produktdaten, sobald sie einmal elektronisch im Gesamtsystem vorhanden sind, sich ohne Medienbruch weiterverarbeiten lassen.

Verzahnung von PIM und CMS

Um die Vorteile validierter PIM-Daten an unterschiedlichen Touch Points verfügbar zu machen, hat pirobase imperia mit pirobase COMMERCE eine Kombination von PIM und Content Management System (CMS) entwickelt. Mit dieser Verzahnung erweitern Marketingmanager validierte Produktdaten aus dem PIM um emotionalen Content. Dadurch ergeben sich eine wesentlich höhere Datenqualität und eine bessere Nutzererfahrung, wenn Produktinformationen für Webseiten, Onlineshops, Kataloge und andere Kanäle bereitgestellt werden.
Nutzer erhalten über diese Digitale Business Engine valide Produktinformationen nicht nur auf Websites, sondern auch über Tablets, Apps, Social Media oderüber GS1 Data bei vielen Händlern.
Individuelle Botschaften, die zielgerichtet mit passenden Informationen beim Kunden an allen relevanten Touch Points ankommen, lassen sich so über Omni-Channel-Marketing schnell, topaktuell und konsistent verbreiten.
Pirobase COMMERCE greift auf Produktdaten, die in pirobase imperia PIM vorliegen, sowie auf Online Content aus dem CMS zu. Diese Daten sind validiert, haben also eine hohe Qualität. Sie lassen sich aus dem PIM auch in einen E-Katalog im PDF-Format exportieren oder in Print-Formate ausleiten.
Im CMS verwenden Anwender diese für personalisierte User Experience. Die Informationen lassen sich auch in Webseiten oder Apps integrieren, sodass Kunden auf allen Kanälen jederzeit aktuelle Informationen finden. Validierte Produktdaten aus dem PIM geben Unternehmendie Sicherheit, dass Kunden immer die richtigen und aktuellen Produktinformationen sehen.
Da Produktdaten, Dienstleistungen oder Termine in Echtzeit synchronisiert werden, können Unternehmen einfach und schnell Promotion-Aktionen planen und umsetzen.
Für schnellen und stabilen Zugriff auf Produktdaten arbeitet die moderne Kombination mit Elasticsearch.
 
Autor

Matthias Kant, Geschäftsführer der pirobase imperia GmbH / © pirobase imperia


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kurzporträt
Als Softwareanbieter für Content Management und Produktinformationsmanagement mit über 20 Jahren Erfahrung bietet die pirobase imperia GmbH innovative Lösungen für Enterprise, Mittelstand und öffentliche Institutionen mit umfangreichen Serviceleistungen aus einer Hand.
Dabei versteht sich das Unternehen als strategischer Partner zur Verwaltung von Content in komplexen Unternehmensumgebungen mit hoher Designkompetenz, um Informationen und Inhalte im E-Business, E-Commerce und Cross-Channel schnittstellenübergreifend für alle denkbaren Absatzkanäle zur Verfügung zu stellen. Mit pirobase CMS und pirobase imperia PIM für Enterprise deckt das Unternehmen den kompletten Bereich der Digitalisierung, Aktualisierung und Archivierung sämtlicher Geschäfts- und Kommunikationsprozesse effektiv und zukunftssicher sowohl intern als auch extern ab. Gleiches gilt für Mittelständler und den öffentlichen Sektor, für die der Entwickler mit imperia CMS eine Lösung anbietet, die im Public Sector die Marktführerposition innehat. Mit pirobase Commerce hat pirobase imperia zudem eine starke Kombination von CMS und PIM geschaffen und ist damit aktuell der einzige Anbieter am Markt.
 
Weiterführende Informationen:
pirobase imperia GmbH
 
Aufmacher / Lizenz / Quelle
By Borys Kozielski (Own work) CC BY 4.0 , via Wikimedia Commons

Den Besucher eines Onlineshops überraschen, unterhalten, inspirieren:
Darum geht es in einer Einkaufs-Erlebniswelt, bei der Informationen und Produkte zu einem ganzheitlichen Angebot verschmelzen.

 

Stationärer Handel als Vorbild

An einigen Stellen macht der stationäre Handel vor was es heißt, den Kunden „Shopping-Erlebnisse für alle Sinne“ zu bieten. Ein Münchner Handelsunternehmen präsentiertsich als „Kaufhaus der Sinne“ und macht aus dem Shopping ein emotionales Erlebnis. Passanten werden angesprochen, schauen sich im Geschäft um und lassen sich inspirieren– auch wenn vielleicht gar kein Einkauf geplant war. So macht man sich als stationärer Händler unverwechselbar.
Viele Onlineshops sind davon noch um Einiges entfernt. Bei ihnen ist Onlineshopping nichts anderes als der schnellste Weg, um an ein Produkt zu kommen. Es reduziert sich auf einen nüchternen Prozess, bei dem ein User die unbedingt notwendigen Infos erhält, durch den Bestellvorgang geleitet wird und dann zahlt. Kundenbindung ist damit kaum zu erzielen.
 

Verzahnung von Content und Commerce

Wie es besser geht, sei am Beispiel eines fiktiven, international tätigen Sportartikelkonzerns mit einer Reihe von Marken für den Sommer und Wintersport erläutert. Es gab vor allem zwei Gründe für eine umfassende Modernisierung im Onlinebereich: Erstens war die Image-Website und der Onlineshop der einzelnen Marken nicht miteinander verbunden und zweitens wurden mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets durch das veraltete Content-Management-System nur schlecht unterstützt.
Die erste Entscheidung bestand darin, die vorhandene Open-Source-E-Commerce-Lösung Magento mit der auf Drupal basierenden Open-Source-Content-Management-Plattform Acquia Cloud zu verknüpfen, wobei zukünftig die CMS-Lösung die führende Plattform sein soll und alle Inhalte kontextabhängig in beliebige Kanäle ausspielt.
Zusammen mit der IT-Abteilung und den Fachbereichen des Sport­artikelkonzerns erstellten die CMS-Experten eine Bestandsaufnahme und klärten Fragen wie:
• Welche Verantwortlichkeiten für die Aktuali­sierung es E-Commerce-Systems und der  vormals genutzten CMS-Lösung gibt es?
• Wie will man die Zusammenführung von Commerce und Content erreichen?
• Wie schnell kann das Projekt umgesetzt werden?
• Wie soll der Erfolg gemessen werden?

Eines der Ergebnisse des Workshops war ein Proof of Value, (o. Proof of Concept),
der demonstriert, wie die Verzahnung von Content und Commerce aus Kundensicht aussehen soll und welche quantitativen und qualitativen Vorteile sich daraus ergeben.
 

Eine zentrale Plattform

Im Anschluss daran wurde in einem Pilotprojekt eine erste einsatz­fähige Lösung entwickelt, die manchmal auch als „Minimal Viable Product“ bezeichnet wird. Dieses muss die zentralen Anforderungen an eine Verknüpfung von Content und Commerce erfüllen – etwa bei der Produktsuche oder der -konfiguration – und sich in einem Praxistest Mitarbeitern aus den Fachabteilungen und echten Usern stellen.
Der große Vorteil eines solchen Vorgehens: Unternehmen können so sehr frühzeitig testen, ob die eingeschlagene Richtung stimmt und die angestrebte bessere Customer Experience erreicht wird.
Technisch betrachtet ist dazu die Integration von CMS und E-Commerce-System, von Product Information Management und Customer Relationship Management erforderlich. Über das CMS können Mitarbeiter aus den Fachbereichen schnell und problemlos Änderungen vornehmen. Zuvor gab es für die einzelnen Marken des Unternehmens jeweils eine eigene Website.
Heute werden alle Websites über eine zentrale Plattform und eine einzige Codebasis gesteuert. Damit ist es zum Beispiel auch einfacher, die Websites für die einzelnen Länder anzupassen und auszuliefern.
 

Acquia – Plattform


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bei den Wintersportartikeln können sich die User heute die neuesten Skimodelle anschauen und sie sehen, welche Sportler die aktuellen Racing-Modelle nutzen. In ausführlichen Videos gibt es einen Blick hinter die Kulissen, der zeigt, wie Produkte an die individuellen Anforderungen einzelner Profis angepasst werden. Die Athleten werden dabei zu Identifikationsfiguren. Fußball, Tennis, Golf und Baseball sind Garanten für Emotionen in der wärmeren Jahreszeit. Hier gibt es beispielsweise Tipps zur Bespannung von Tennisschlägern und Produktvideos zu Golfschlägern.
 
Der Kern der Zusammenführung von Content und Commerce und damit der Erschaffung einer Erlebniswelt für Onlineshopping, die fortwährend aktualisiert werden muss, besteht darin, „Geschichten“ rund um die Produkte zu erzählen.
Diese Stories bestehen aus einem Mix von Fakten, Emotionen und Nutzwert und laden den Kunden ein, aktiv zu werden.
 
 
 
 
 
Autor:
Sebastian Bach
Enterprise Account Executive bei Acquia.

Sebastian Bach, Quelle: Acquia


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
weitereführende Informationen:
Acquia