Vernetzung, Sicherheit und durchgängige End-to-End-Prozesse bilden die Basis für eine nachhaltige Customer Centricity im Zeitalter der Digitalisierung.

Das Internet of Things (IoT) und Künstliche Intelligenz eröffnen viele neue Perspektiven für kundenzentrierte Digitalisierungsstrategien.

Big Data ist die Grundvoraussetzung für den Retail von Morgen.
Mit dem richtigen Know-How, Werkzeug und Ziel profitieren Händler enorm von der Analyse der Datenberge.

 
Big Data ist kein neues Thema mehr. Doch wie kann es dann sein, dass einer Umfrage zufolge nur etwa 35 Prozent der deutschen Unternehmen Big-Data-Lösungen bereits einsetzen? Immerhin sind die Datenberge nicht nur wichtige Erfolgsfaktoren, sondern auch Geschäftsgrundlage großer Unternehmen geworden. Allerdings ist die Arbeit mit Big Data eine technisch hochkomplexe Aufgabe, weshalb viele deutsche Unternehmen vor ihr immer noch zurückschrecken.
Jede Aktion generiert im digitalen Zeitalter Daten. Daten, die gesammelt werden und schnell zu großen, komplexen, unstrukturierten Massen werden. Diese Masse an Daten wächst in Unternehmen täglich weiter und nennt sich daher Big Data. Doch sie enthalten wertvolle Informationen, weiß man sie richtig zu verarbeiten.
Für Unternehmen bedeutet das allerdings, dass sie die Daten nicht nur sammeln, sondern auch intelligente Algorithmen schreiben sowie effektive Analyseprozesse entwickeln müssen, um das volle Potenzial der Daten für sich nutzen zu können. An diesem Punkt scheitern aber die meisten Firmen, weil sie die Datenverarbeitung als zu komplex ansehen.

Integrierte Systeme sind das All-Inclusive-Analyse-Paket

Mit den richtigen Fachleuten im Team und den passenden Tools können Unternehmen diese Herausforderung jedoch bewältigen. Für eine kosteneffiziente Lösung, sollten sie daher integrierte Systeme wie Mindtrees Plattform Decision Moments einsetzen, welche Datenseen, Algorithmen und Analysen zusammenführen und es ihnen dadurch erleichtern, den ersten Schritt in Richtung Big-Data-Verarbeitung zu machen.
Die Methodik des integrierten Systems ist im Vergleich relativ einfach: Es setzt sich aus fünf Schritten für die Datenverarbeitung zusammen. Im ersten Schritt müssen die Daten von all den Orten geholt werden, an denen sie erhoben wurden. Deshalb läuft zuerst der sogenannte ETL-Prozess (Extract, Transform, Load) ab. Er zapft die verschiedenen Quellen an und wandelt die Daten so um, dass die Zieldatenbank sie einordnen kann und speichert sie letztendlich dort ab.
Im zweiten Schritt legt das System einen Datensee an, in dem alle strukturierten, semi-strukturierten und unstrukturierten Daten gesammelt werden. NoSQL-Engines können an dieser Stelle vorteilhaft sein, um die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung zu erhöhen.
Einen Schritt weiter in Phase drei ist die Lösung über branchenspezifische Algorithmen in der Lage, teilautonom und vollautonom zu lernen. Die Daten werden über verschiedene Verfahren wie Clustering, logistische Regression, kollaboratives Filtern, Random-Decision-Forests oder neuronale Netze sortiert und für den nächsten Schritt vorbereitet.
Im vierten Schritt sind die Daten nun zur Weiterverarbeitung bereit. Etablierte Datenarchitekturmodelle wie Lambda, Kappa und Zeta helfen dabei, die großen Big-Data-Workloads erst bezwingbar zu machen. Die Daten werden jetzt visualisiert, für Einsichten weiterverarbeitet und spätere Ansichten in Backups archiviert.
Schließlich befinden sich auf der letzten Ebene der Big-Data-Plattform Schnittstellen, mit denen sich allerlei Anwendungen verbinden lassen, um so direkt von den Einsichten und Dateninhalten zu profitieren. Dies ist etwa für Omni-Channel-Strategien nützlich und nur aufgrund der hohen Skalierbarkeit und Flexibilität der integrierten Systeme möglich.

Erfolg zeichnet sich durch Ziele aus

Wie bei jeder Datenverarbeitung und –analyse ist es auch bei der Big-Data-Analyse notwendig, wirtschaftliche Ziele zu definieren, auf welche die Arbeit hinauslaufen soll. Das Geschäftsmodell des Unternehmens hat also eine besonders einflussreiche Rolle für die Erfolgsbestimmung der Auswertung des Datenbergs. Dieses bestimmt nämlich, inwiefern ein Unternehmen dazu in der Lage ist, von Big Data letztendlich zu profitieren.
Zum einen können Unternehmen mithilfe der Big-Data-Einsichten ihre eigene Produktivität sowie Effizienz steigern und so ihre Prozesse wirtschaftlicher gestalten. Sei es zur Optimierung der Handelswege oder zum Vorbeugen technischer Probleme durch frühzeitige Wartungen.
Auch im Marketing und Vertrieb können Unternehmen ihren Vorteil aus Big-Data-Analysen ziehen, indem sie den Kunden besser kennenlernen, dessen Nachfrage studieren und in der Produktentwicklung auf ihn reagieren. Dadurch können sie nicht nur genauere Prognosen bezüglich ihres Umsatzes treffen, sondern auch die Erfolgsmessung ihrer Kampagnen wird deutlich erleichtert.
Außerdem ist Big Data für Unternehmen eine große Hilfe wenn es darum geht, das Angebot ihrer Kunden zu individualisieren, die Verkaufs- und Kommunikationskanäle anzupassen und somit für eine personalisierte Customer Experience zu sorgen.

Big Data ist Voraussetzung für Zukunftsgeschäft

Dieser Trend wird sich auch im Jahr 2018 fortsetzen und zeichnet sich schon heute ab. Big-Data-Analysen helfen Retailern etwa dabei, durch Predictive Analytics Engpässe bei Produkten vorherzusehen und entsprechend vorzubeugen oder schnell darauf zu reagieren, indem sie den nächstgelegenen Zulieferer mit einer weiteren Lieferung beauftragen.
Auch künstliche Intelligenzen werden künftig vermehrt im stationären Handel vertreten sein, um beispielsweise Kunden vor Ort per Display Kleidungskombinationen an den Körper zu projizieren, damit diese sich nicht mühselig immer wieder umziehen muss und bequem verschiedene Kombinationen ausprobieren können. Und auch falls ein Kunde bei der Suche nach Produkten Probleme hat kann eine KI das erkennen und den Kunden darauf aufmerksam machen.
Damit die KI jedoch all diese Kunden unterscheiden, ihr Verhalten erkennen und von Interaktionen lernen kann, muss sie Zugriff auf große Mengen an Kundendaten in analysierter, strukturierter Form haben. Besonders hierfür wird die Big-Data-Analyse eine Grundvoraussetzung für kommende Jahre sein.
Amazon, Google und Facebook machen es vor: Wer sich in der digitalen Zeit sich die Daten nicht zunutze macht, wird am Markt irrelevant. Dementsprechend ist vor allem der stationäre Handel zu Umstrukturierungen gezwungen. Mit integrierten Big-Data-Lösungen und einer klaren Zieldefinition können Retailer jedoch großen Profit aus den Daten schlagen und sich für den Handel der Zukunft vorbereiten.
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Unser Autor

 
Ralf Reich, Head of Continental Europe bei Mindtree

 
Ralf Reich verantwortet das Geschäft in Zentraleuropa bei Mindtree. In seiner Rolle kümmert er sich um das Wachstum von Mindtree hauptsächlich in den Branchen Finanzdienstleistungen, Banken, Versicherungen, Retail, Produktion, Tourismus und Transportwesen. Reich bringt über 25 Jahre IT-Service-Erfahrung mit, in denen er Neukunden und Geschäftsbeziehungen in den verschiedensten Märkten und Regionen aufgebaut hat.
 
 
 
 
 
Über Mindtree
Mindtree bietet digitale Transformations- und Technologie-Dienste – von der Ideensammlung bis zur Ausführung. So können sich die Global 2000-Kunden einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Mindtree wurde „digital geboren“ und verfolgt einen agilen, gemeinschaftlichen Ansatz, wenn es darum geht, kundenspezifische Lösungen für die digitale Wertschöpfungskette zu entwickeln. Gleichzeitig sorgt die umfassende Expertise von Mindtree im Infrastruktur- und Anwendungsmanagement dafür, dass die IT zu einem strategischen Asset wird. So unterstützt Mindtree Unternehmen, egal, ob diese sich abheben, Geschäftsfunktionen neu definieren oder das Umsatzwachstum beschleunigen wollen. Besuchen Sie uns und erfahren Sie mehr. http://www.mindtree.com/.
 
Pressekontakt
Hotwire für Mindtree
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jacqueline.pitz@hotwireglobal.com
 
 
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Der Handel ist global. 62 Prozent der im Rahmen der „Pitney Bowes Global Ecommerce Study 2017“ befragten Händler gaben an, ein länderübergreifendes E-Commerce-Geschäft zu führen und die Mehrheit derer, die noch nicht über ein länderübergreifendes Geschäft verfügte, plante, es in den nächsten zwölf Monaten einzuführen.
Damit hat sich auch der Wettbewerb um die Kaufentscheidung der Kunden verschärft. Um ihn zu gewinnen, spielt die richtige Sprache – und damit die korrekte Übersetzung – eine Schlüsselrolle. Denn sie ist wesentlich für eine positive Customer Experience.
Bevor sich Interessenten für einen Kauf entscheiden, wollen sie Informationen über das Produkt. Wie eine aktuelle Studie von SapientRazorfish und Salesforce darlegt, suchen 60 Prozent der Kunden vorab im Internet gezielt danach. Um ihre Erwartungen zu erfüllen und ihnen zu ermöglichen, die Informationen zu finden, genügt es – entgegen der Annahme vieler Verantwortlicher für Marketing, Content und Verkauf – nicht, vorhandenen Content nur ins Englische zu übersetzen. Denn Interessenten suchen in ihrer Landessprache.
Damit Suchmaschinen auf Anfragen relevante Treffer liefern können, müssen Onlineinhalte in der jeweiligen Sprache verfügbar sein. Dazu zählen Produktbeschreibungen und Multimediainhalte für Shop und Marktplätze genauso wie Unternehmenswebseiten, News, Ratgeberinhalte, E-Books, Kundenfeedbacks und Bewertungen.
Da Interessenten darüber hinaus auch auf anderen Wegen mit Unternehmen in Verbindung treten wollen, sollten zudem Newsletter, Kundenmagazine, Broschüren, Aftersales-Informationen & Co. in der bevorzugten Sprache des Kunden vorliegen. Je besser über alle Phasen der Customer Journey hinweg Verständlichkeit gewährleistet ist, desto einfacher können Menschen Vertrauen zum Unternehmen aufbauen, was wiederum ausschlaggebend für die Kaufentscheidung ist.
 

Auf die Lokalisierung kommt es an

Um Verständlichkeit zu erzielen, reicht jedoch auch das bloße Übertragen der Inhalte in die Landessprache der Zielgruppe nicht aus. Vielmehr besteht die Herausforderung darin, die Informationen im Kontext der geltenden gesetzlichen Vorschriften und der jeweiligen Kultur korrekt darzustellen. „Lokalisierung“ heißt der Fachbegriff. Er beinhaltet zum Beispiel die Bedeutung sowie die Assoziationen, welche Produkt- und Markennamen in verschiedenen Ländern haben und wecken können.
So trägt das Waschmittel Persil in Frankreich die Bezeichnung „LeChat“, weil „Persil“ im Französischen Petersilie bedeutet. Dies gilt auch für Bilder und Symbole wie das Daumen-hoch-Symbol, das hierzulande für ein „Okay“ steht, während es in Australien als Beleidigung angesehen wird. Nur wenn die Bedeutung auch nach der Übersetzung noch der beabsichtigten Intention entspricht, kann der Interessent das Produkt als hochwertig wahrnehmen und das Unternehmen als vertrauensvoll einstufen.
Anderenfalls ist es möglich, dass unzureichende Übersetzungen negative Rückschlüsse auf das Produkt oder die Dienstleistung auslösen. Der Interessent verlässt die Webseite oder den Shop, ohne zu kaufen und bewertet das Unternehmen vielleicht negativ.
Damit Interessenten die Kommunikation als überzeugend empfinden, sind E-Commerce-Anbieter gefordert, einen einheitlichen Markenauftritt an allen Punkten der Customer Journey zu realisieren. Dies geschieht durch konsistente Verwendung von Produkt- und Servicebezeichnungen, Keywords sowie weiteren Begriffen – kurz: eine konsistente Terminologie.
Außerdem sollten die Texte qualitativ hochwertig sein, indem er korrekte und aktuelle Angaben enthält und fehlerfrei sowie verständlich geschrieben ist. Dafür sollten die Sätze unter anderem einfach aufgebaut, aktiv formuliert und nicht zu lang sein. Angesichts einer großen Menge an Inhalten, die in kürzester Zeit an den verschiedenen Touchpoints für diverse Personen verfügbar sein muss, stellt die Lokalisierung somit eine große Herausforderung dar.
 

Software als Helfer

Beim Meistern der Aufgaben leistet Software für Translation Management wertvolle Dienste. Sie verfügt im Idealfall über ein integriertes Terminologiesystem, in dem alle den gleichen Begriff betreffenden Einträge übersichtlich zusammengestellt sind. Der Autor hat damit alle infrage kommenden Terme im Blick, womit ihre einheitliche Verwendung gewährleistet ist. So kann ein „Turnschuh“ konsequent als solcher bezeichnet werden, und nicht einmal als „Laufschuh“, ein anderes Mal als „Sportschuh“ oder „Sneaker“.
Dabei empfiehlt es sich, die Terminologie auch mit bevorzugten Keywords abzugleichen, nach denen in den jeweiligen Zielländern bevorzugt gesucht wird. Verwirrungen werden vermieden, und der Übersetzungsaufwand verringert sich. Denn Begriffe mit derselben Bedeutung müssen nicht unnötig übersetzt werden.
Ein weiterer Bestandteil einer Translation Management Software ist das Translation Memory. Dabei handelt es sich um eine Datenbank, in der Quelltextsätze mit ihren Übersetzungen als Paare hinterlegt sind. Es dient Autoren als Grundlage für die Erstellung konsistenter Quelltexte und ermöglicht es, bereits übersetzte Textstellen wiederzuverwenden.
 

Mit Automatisierung Kundenerwartungen schneller erfüllen

Professionelle Lösungen für Übersetzungsmanagement stehen allen Projektbeteiligten – vom Autor über den Übersetzer bis zum Lektor – zentral, einfach nutzbar zur Verfügung. Darüber hinaus kann gute Translation Management Software über Schnittstellen mit Product-Information-Management-Systemen verknüpft werden, in denen Unternehmen häufig Produktbeschreibungen pflegen. Dadurch ist ein nahtloser Datenaustausch möglich und die Automatisierung von Übersetzungsprozessen kann Fahrt aufnehmen.
Die Vorteile: Einmal kreierter Content lässt sich schneller für unterschiedliche Formate bereitstellen. Dies spart nicht nur Aufwand und Kosten, sondern hilft E-Commerce-Anbietern auch, den Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden und die Customer Experience positiv zu beeinflussen. Kunden und Interessenten gewinnen Vertrauen und entscheiden sich eher, ein Produkt zu kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.
 
Weiterführende Informationen zum Unternehmen:
Across Systems GmbH
 

Unser Autor

Gerd Janiszewski

Gerd Janiszewski ist Geschäftsführer der Across Systems GmbH. Er verfügt über langjährige Führungserfahrung in der Übersetzungs- und IT-Branche. Unter anderem war er in leitender Position für Transline Gruppe GmbH tätig, einen der führenden europäischen Sprachdienstleister.
 
 
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2016 unterhielten wir uns mit Christopher Grätz, Co-Founder und CEO der kapilendo AG, über das „aufstrebende Geschäftsmodell“ Crowdlending. Jetzt wurde es Zeit nachzufragen.
 
Herr Grätz, wie lange dauert im Schnitt eine Finanzierung, die über Ihre Online-Plattform ausgeschrieben wird? Was macht Ihren Erfolg aus? 
Die Geschwindigkeit der Ausfinanzierungen hat deutlich zugenommen. 2016 dauerte eine Finanzierung auf unserer Plattform noch ungefähr 43 Tage, heute sind es gerade mal 5 Tage. Bei kleineren Betriebsmittelfinanzierungen, die zwischen 25.000 und 100.000 Euro liegen sogar oftmals nur Sekunden.
Rund zwei Billionen Euro liegen nahezu unverzinst auf Konten deutscher Bürger. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank macht viele Anlageformen unattraktiv. Das Crowdlending ist eines der wenigen Segmente, das nicht durch das expansive Anleihekaufprogramm der EZB verzerrt ist. Beim Crowdlending investieren die Anleger direkt in geprüfte deutsche Unternehmen. In Form von Zinsen haben die Anleger so Teil an deren Wertschöpfung und Erfolg. Im Detail heißt das, dass die Crowd ihr Kapital für einen festen Zeitraum und gegen einen festen Zins zur Verfügung stellt.
Die Laufzeiten liegen zwischen 1 – 5 Jahre – wobei bereits quartalsweise während der Laufzeit oder am Laufzeitende bedient wird.
Die Anleger entscheiden selbst wem und wofür sie ihr Geld zur Verfügung stellen und lernen das Unternehmen und den Unternehmer digital kennen. In Kurz-Filmen stellen wir unseren Anlegern die Finanzierungsprojekte, das Unternehmen und den Unternehmer vor. Die Geschäftsmodelle sind vielfältig und reichen von bekannten Markennamen wie der Gastronomiekette L´Osteria über klassische Mittelständler wie z.B. einen Produzenten von Federn- und Drahtbiegeteile bis hin zu Wachstumsunternehmen wie die Graf Metternich-Quellen Karl Schöttker KG.
Mit der erhöhten Finanzierungsgeschwindigkeit und einer in der Praxis nachgewiesenen Zuverlässigkeit haben die führenden Crowdlending Plattformen in den vergangenen Monaten ein letztes, elementares Handicap gegenüber den traditionellen Kreditanbietern eliminiert.
 
Welche Finanzierungsformen mit welchem Finanzierungszweck bieten Sie schnell wachsenden Unternehmen aus dem Mittelstand an? 
Als Full-Service-Online-Plattform im Bereich Unternehmensfinanzierung erhalten Wachstumsunternehmen und kleine und mittelständische Unternehmen bei kapilendo Zugang zu Nachrangkapital und klassischen Krediten durch private Anleger. Der Finanzierungszweck kann vielfältig sein und reicht von Betriebsmittel über Wachstums- und Investitionsfinanzierung bis hin zu Produktivitätssteigerung.
 
Nach welchen Kriterien wählen Sie die Unternehmen aus? 
Die Unternehmen müssen mindestens 3 Jahre am Markt sein und 1 Million Euro Umsatz machen. Es muss eine positive Eigenkapitalquote und ein positives Geschäftsergebnis vorliegen. Unser Ratingteam prüft die Unternehmen dann ausführlich. Neben den wichtigen Finanzkennzahlen berücksichtigt das Team Kriterien wie Industriebranche, Marktposition und Marktentwicklung. Anhand des Ergebnisses der Kreditanalyse bestimmt das Ratingteam die Rating-Konditionen und legt die Rating-Kennziffern fest, wie Anlageklasse, Zinssatz p.a. und Tilgungsplan. Ist der Prüfprozess erfolgreich, dann werden die Projekte auf der Plattform finanziert.
Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage von Maschinen- und Anlagenbauern und aus dem Gastronomie – und Technologiesektor wie auch aus den Bereichen Handel und Logistik. In allen Branchen besteht ein besonders hohes Interesse für Investitionen in Automatisierung und Digitalisierung.
 
Wie lange dauert im Schnitt der Kreditantrag für Unternehmen?
Das hängt natürlich davon ab, wie schnell uns alle Unterlagen vorliegen. Im klassischen Fall erhält das Unternehmen innerhalb von 2-3 Tagen Feedback. Hat man beispielsweise den Erstkontakt mit dem Kunden am Montag und bekommt nachmittags bereits die Unterlagen zugeschickt, so erhält er im Normalfall Mittwochabend, spätestens Donnerstagvormittag das komplette Rating, das Angebot und alle Vertragsunterlagen.
 
Und das Rating läuft über Sie oder nutzen Sie hierfür einen Dienstleister?
Neben öffentliche Datenquellen, etwa von der Creditreform oder der Schufa, haben wir im Haus ein eigenes sehr qualifiziertes Ratingteam mit sehr erfahren Leuten und steuern den Prozess entsprechend professionell intern.
 
Inwieweit haben Sie den ganzen Beantragungsprozess digitalisiert?
Der Großteil ist digitalisiert. Man durchläuft eine „Antragstrecke“, bei welcher der Kunde seine ganzen Daten eingeben kann. Dabei verwenden wir ein Tool, welches den Unternehmer frühzeitig digital voll erkennt, und seine Daten schon vorausfüllt. Die Frage ist weniger, wie digital wir sind, als vielmehr wie digital der Kunde ist. Statt die Unterlagen via PDF zuzuschicken, gibt es auch Unternehmen, die lieber einen Leitz-Ordner zusenden. Papier per Post oder komplett digital ist also beides möglich.
 
Mit welchen Zinsen kann der Anleger im Schnitt rechnen? 
Die Zinsen liegen im Schnitt bei 5% p.a.
 
Welche Partnerschaften und Kooperation stehen für Sie im Jahr 2018 im Fokus? 
Der Markt für Mittelstandsfinanzierung wird damit auch zunehmend für Family Offices und Stiftungen interessant. Erste Verbriefungen der auf den Plattformen vermittelten Kredite sowie die Auflage von Spezialfonds (AIF) ermöglichen bereits auch den Zugang für Investoren, die eine depotfähige Anlage benötigen. War die Mittelstandsfinanzierung in Deutschland vor nicht allzu langer Zeit noch ein reiner Bankenmarkt, wird dieser Markt mittlerweile zunehmend von Family Offices und Pensionskassen besetzt, die auf der Suche nach neuen Quellen für laufende Zinseinnahmen sind. Für diese bietet sich im Direct Lending eine attraktive laufende Rendite von über 5 Prozent p.a. ohne Zins- und bei sehr begrenztem Kapitalverlustrisiko.

„Vor allem der klassische Mittelstand nimmt Crowdlending als ernsthafte Finanzierungsalternative an“, weiß Christopher Grätz.

Wie flexibel und mit welchen Sicherheiten kann der Anleger auf Ihrer Plattform investieren?
Die Flexibilität zeichnet uns bei Kapilendo aus. Nur über unsere Plattform kann der Anleger aus dem ganzen Spektrum, von Wachstumsfinanzierungen bis hin zu den ganz klassischen Krediten, die gleichrangig zu Bankkrediten sind, wählen. Die klassischen Kredite sind dabei immer mit selbstschuldnerischen Bürgschaften besichert. Das heißt, der Geschäftsführer oder der führende Gesellschafter gibt eine Bürgschaft über 120% des Kreditbetrags ab, sodass letztendlich selbst zusätzliche Kosten, z.B. Rechtskosten, mit der Bürgschaft abgedeckt sein sollten.
Der qualifizierte Nachrang hingegen ist immer komplett unbesichert. Im Fall einer Insolvenz oder von Schwierigkeiten im Unternehmen steht der Anleger hier weiter hinten in der Rangfolge. Zuerst wird der Bankkredit bedient, danach das Nachrangdarlehn und dann das Eigenkapital. Für die höhere Risikoposition bekommt der Anleger einen entsprechend attraktiven Zins von 6-10%.
Ein Beispiel: Ein Bankkredit zur Eröffnung eines Restaurants für den Systemgastronomen L´Osteria war an die Bedingung von 500.000 Euro Eigenkapital geknüpft. Der Unternehmer konnte hier selbst direkt 250.000 beisteuern, die restlichen 250.000 Euro finanzierte er als Nachrangkapital über unsere Plattform.
Der Anleger erhält dadurch also selbst bei attraktiven und bonitätsstarken Unternehmen die Möglichkeit hohe Renditen zu erzielen. Tatsächlich ist der Prüfungsprozess dabei sogar deutlich höher und dauert deutlich länger als beim klassischen Kredit. Je höher der Zins desto höher zwar das theoretische Risiko, aber eben nicht desto schlechter die Bonität.
 
Wie findet der Anleger die Unternehmen die zu seiner Anlagestrategie und –philosophie passen?
Wir machen keine Anlageberatung, wollen aber das gesamte Spektrum anbieten. Wenn wir eine Empfehlung aussprechen können, dann die zu diversifizieren. Mit 1000 Euro kann der Anleger schon in 10 verschiedene Projekte investieren, da die Mindestanlage pro Projekt nur 100 Euro beträgt.
Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig: Der Anleger kann in kurzlaufende oder länger laufende Projekte investieren, wobei jedes Projekt seine eigenen Konditionen hat. Die fast hundert Projekte, die wir über unsere Plattform abgewickelt haben, haben alles das gleiche Zins-Risiko-Verhältnis. Ist das Risiko laut den Ergebnissen unseres Ratings höher, ist es auch der Zinssatz. Ist die Laufzeit länger, ist auch dafür der Zinssatz höher. Der Anleger kann sich gut daran gut orientieren, da wir die Konditionen nicht mit den Kreditnehmern verhandeln.
 
Herr Grätz, wie hat sich Ihr Geschäft in den letzten Jahren verändert und was erwarten Sie von den nächsten 2-3 Jahren?
Was wir definitiv feststellen ist, dass Crowdlending in Deutschland mittlerweile etabliert ist. Dabei hat auch die Qualität der Unternehmen deutlich zugenommen, wodurch auch unsere Ablehnungsquote tendenziell langfristig zurückgehen wird. Man wird jetzt nicht mehr als der „weiße Ritter“ am Markt betrachtet, der Unternehmern Kapital zur Verfügung stellt, die sonst keine Mittel haben.
Crowlending gilt als ernsthafte Finanzierungsalternative. Vor allem der klassische Mittelstand nimmt diese Finanzierungsmöglichkeit jetzt an. Die Anfragen werden immer professioneller, kommen immer häufiger von größeren Unternehmen und auch die Darlehensgrößen haben zugenommen. Wir positionieren uns jetzt in einem im Marktumfeld mit Krediten zwischen 250.000 Euro und 2,5 Millionen. Von den mittlerweile 20 Millionen Euro haben wir fast die Hälfte in den letzten 6 Monaten über unsere Plattform finanziert. Unsere Neuvertragsvolumina mittlerweile etwa 5 Millionen Euro, je nach Saison, so dass wir für dieses Jahr erwarten Finanzierungen in Höhe von 60 Millionen Euro zu verwirklichen.
 
Kann man die neuen Crowdlending-Plattformen allgemein als den neuen Anleihemarkt von Morgen betrachten?
Definitiv, aus unserer Sicht! Die Anleger wollen vor allem einen simplen Zugang zu Finanzierungsobjekten haben, die emotional und einfach ausgestaltet sind. Sie wollen innerhalb von 30 Sekunden bis zu einer Minute über das Mobiltelefon im Großen investieren können. Auch Anleihenemittenten, die Zugang zu Retailinvestoren haben möchten, kommen nicht mehr an digitalen Plattformen vorbei, da diese den Zugang bieten.
Allerdings positionieren wir uns noch bewusst im Marktsegment bis 2,5 Millionen Euro, da wir darüber hinaus prospektpflichtig wären. Jedoch fragen uns schon Unternehmen an, ob es nicht doch Sinn machen würde, auch 5 oder 10 Millionen Euro über uns einzusammeln? Das wäre dann der Eins-zu-Eins-Ersatz der Anleihe.
 
Warum werden Ihre Investoren eigentlich zu Markenbotschaftern? 
Kapilendo bietet weit mehr als nur das Einsammeln von Geld. Kapilendo verknüpft die Finanzierung von mittelständischen Unternehmen zusätzlich mit einem exklusiven Marketing-Auftritt und einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne, die zusätzliche Aufmerksamkeit für die Firmen und Produkte schafft. Mit einem kostenlos gedrehten Unternehmensfilm stellt Kapilendo die besonderen Merkmale eines Finanzprojektes professionell auf seiner Plattform dar und verbreitet das Video zusätzlich über verschiedene Medien im Netz.
 
 
www.kapilendo.de
 
 

Über Online-Marketing-Kampagnen für KMU und dem Anspruchsdenken der Kunden 4.0 sprach die TREND-REPORT-Redaktion mit Dominik Dreyer, Geschäftsführer Groupon Deutschland.
 
 
Herr Dreyer, welche Erkenntnisse förderte Ihre aktuelle EMNID-Studie zu Tage?
Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass der Aufklärungsbedarf bei deutschen Kleinunternehmen hinsichtlich des digitalen Marketings weiterhin hoch ist.
Viele der befragten Anbieter von Freizeitaktivitäten, Restaurants und Wellness haben das Potenzial von mobilen, standortbezogenen Marketing zur Optimierung ihrer Auslastung noch nicht erfasst. Um mobiles Marketing nutzen zu können, müssen sie wiederum eine attraktive Kampagne aufsetzen, das darin enthaltene Angebot mobil verfügbar machen und klar definierte Erfolgskriterien festlegen.
Wir haben mit der Unterstützung von Kantar-Emnid 200 Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern befragt. Die Hälfte der befragten Unternehmen gibt nur maximal 10 Prozent ihrer Werbeausgaben für Suchmaschinenmarketing, Social-Media-Anzeigen, E-Mail-Werbung, Apps, Affiliates- oder Display-Marketing aus.
Diejenigen Unternehmen, die digital aktiv sind, setzen überwiegend auf kostengünstige Owned-Media-Maßnahmen: 83 Prozent der Kleinunternehmen haben eine eigene Webseite und 59 Prozent nutzen Social Media in Form eines Facebook- oder Instagram-Auftritts.

Dominik Dreyer, Geschäftsführer Groupon Deutschland


 
Bei Paid Media dominiert weiterhin Print: Während noch mehr als die Hälfte der Kleinunternehmen Flyer und Handzettel druckt oder Anzeigen in lokalen Zeitungen bucht, schaltet nur jedes dritte Unternehmen Social-Media-Anzeigen und nur ein Viertel der Befragten betreibt Suchmaschinenmarketing.
 
 
Was erwartet eigentlich in diesem Kontext der „Kunde 4.0“ heute?
Die neuen technischen Möglichkeiten sind die Basis für ein erhöhtes Anspruchsdenken der Kunden 4.0. Sie erwarten vielfältige physische und digitale Touchpoints, ständige Verfügbarkeit von Angeboten und kanalübergreifende Kommunikations- und Transaktionsmöglichkeiten.
Neben Reisen, Consumer Electronics und digitalen Gütern will der Kunde 4.0 zunehmend auch lokale Dienstleistungen digital erwerben. Das belegt nicht zuletzt die Tatsache, dass 66 Prozent aller Groupon-Transaktionen über mobile Endgeräte (mobile app und mobile web) abgewickelt werden.
 
Welche Rolle spielt digitales Marketing im Marketing-Mix von KMU?
Vor allem Kleinunternehmen, die die Mehrheit unserer Partner ausmachen, fehlt oftmals die Erfahrung und die Expertise, um professionelles Online-Marketing umzusetzen. Hierdurch überlassen sie den Wettbewerb um den Kunden 4.0 den Konzernen, die sich hochspezialisierte Marketing-Experten leisten können. Nur mit Hilfe umfassender Beratung und intuitiv anwendbaren Marketinglösungen, kann man diesen Wettbewerbsnachteil für die Kleinunternehmen ausgleichen.
 
Welche digitalen Marketing-Tools bieten Sie kleineren und mittleren Unternehme an, um erfolgreiche Marketing-Kampagnen zu generieren?
Als Online-Marktplatz und mit unserer App ist die Bewerbung von Angeboten auf Groupon bereits das Kernmarketing-Tool für den lokalen Handel. Besonders für Dienstleister oder Anbieter von Freizeitaktivitäten, Restaurants und Wellness sind wir eine einfach zu nutzende Lösung für den Einstieg in die digitale Vermarktung.
Dabei werden die auf Groupon angebotenen Leistungen zusätzlich partnerspezifisch über Affiliate-Marketing, SEO, SEM, E-Mail Marketing, Mobile Push Alerts and die Medien beworben. Zur besseren Messung und effizienten Abwicklung der Kampagne bieten wir eine Reihe von flankierenden Service-Tools wie das Merchant Center, unser kostenfreies Booking Tool oder unsere Partner App an.
 
Was muss eine integrierte Marketing-Lösung im Kontext der Digitalisierung heute leisten?
Vor dem Hintergrund, dass sich die auf Groupon angebotenen Dienstleistungen dieser Unternehmen dadurch kennzeichnen, dass sie lokale Erlebnisse sind, steckt die Herausforderung an integrierte Marketing-Lösungen vor allem darin, diese Erlebnisse für den Kunden 4.0. kanalübergreifend auffindbar, sowie nahtlos, ohne Medienbruch, bezahlbar und einlösbar zu machen.
 
Wie und warum generieren Sie Neukunden und damit Neugeschäft für Ihre Partner?
Online-affine Kunden browsen auf unsere App nach Aktivitäten in ihrer Nähe. Mit attraktiven Angeboten können wir sie begeistern Neues zu entdecken. Die meisten unserer Kunden probieren einen Service-Partner, wenn sie dessen Deal bei uns erworben haben, zum ersten Mal aus. Stimmen Service und Beratung vor Ort, kommen sie wieder. Dadurch unterstützen wir die Generierung von Neukunden und das erhöht die Wahrnehmung des Partners in der Nachbarschaft.

„Kunden 4.0. erwarten vielfältige physische und digitale Touchpoints und ständige Verfügbarkeit“ erläutert Dominik Dreyer.


 
Inwieweit nehmen Sie neue Partner beim ersten Deal an die Hand?
Unser Rundum-Service ist neben unserer Reichweite eine unserer Stärken: Von der Bedarfsanalyse über die Gestaltung passgenauer Kampagnen, bis hin zur redaktionellen Überarbeitung der Online-Angebote und der Erfolgskontrolle führen wir unsere Partner durch die einzelnen Schritte zu einer erfolgreichen Kampagne. Wer Groupon als Marketing-Tool einsetzt, kann sich auf einen umfangreichen Service verlassen.
 
Wie kann das finanzielle Risiko im Kontext der Ausgaben für neue Marketing-Kampagnen begrenzt werden?
Wir bieten vor allem für Kleinunternehmen, die ihr Marketing intern betreuen und nur ein begrenztes Budget zur Verfügung haben, die passende Lösung an.
Der Vorteil: Die Unternehmen müssen – anders als beispielsweise bei CPC basierten Keyword-Kampagnen – kein Geld für Werbemaßnahmen ausgeben, deren Effizienz im Vorfeld nur schwer einzuschätzen ist. Groupon-Partner müssen nicht in Vorleistung gehen, sondern zahlen eine erfolgsbasierte Provision.
 
Vielen Dank für das Gespräch!
 
Weiterführende Informationen unter
GROUPON Deutschland
 

Smarte Versandlösung bringt Wettbewerbsvorteil im Online-Handel
 
Die TREND-REPORT-Redaktion sprach mit Thomas Hagemann und Dr. Johannes Plehn über ihr innovatives Logistik-Geschäftsmodell im E-Commerce-Umfeld.
 
Herr Hagemann, welche Wettbewerbsvorteile erschließen Sie dem Onlinehandel, der hauptsächlich Marktpotenzial in Europa generiert?
Die Internationalisierung im Online-Handel kennt wenig Grenzen für den einzelnen Shop, dennoch gibt es aus Sicht des Händlers zahlreiche Dinge zu beachten.
Die Basis ist, stets eine auf das Zielland angepasste Shop-Seite anzubieten. Ferner müssen Marketingkanäle und -maßnahmen perfekt auf die Kunden im Ausland abgestimmt sein. Sind diese Hürden genommen, so gilt es die Herausforderung der cross-border Logistik anzugehen.
Im Unterschied zum stationären Handel wird die Logistik eines Online-Shops zumeist weiterhin aus dem Heimatland abgewickelt, denn eine dezentrale Lagerstruktur mit mehreren Lagerstandorten in Europa ist in der Regel nur für sehr große Händler wirtschaftlich.

„Wir heben alle Online-Händler mit unserer Plattform auf ein Level, welches sonst nur die großen oder eben die lokalen Konkurrenten im Zielland erreichen können“ erläutert Thomas Hagemann.


Diese Herausforderung, vor der die Händler stehen, haben wir erkannt und eine Lösung entwickelt, mit der man ohne großen Aufwand vieles besser und effizienter machen kann. Die deutschen Big Player wie z.B. Zalando oder Zooplus haben für sich teils andere, effizientere Logistikketten designt. Hier übergeben die Händler ihre Auslandssendungen nicht einem global agierenden Systemdienstleister, sondern sie betreiben eigenständig sogenannte „direct injection lines“. Das bedeutet, dass sie aus dem eigenen Lager direkt in die Hubs der lokalen Carrier im Zielland einliefern.
Für eine kosteneffiziente Abwicklung solcher Logistikketten benötigen die Händler allerdings täglich ein enorm großes Volumen in die einzelnen Länder. SEVEN SENDERS möchte Shops jeder Größe den Zugang zu den besten Carriern Europas bieten und dies ohne großen Aufwand und auf einem maximal schnellen und kostengünstigen Weg.
Die Basis für unsere Services bildet unsere technologische Plattform, welche die lokalen Carrier Europas zu einem virtuellen Carrier-Netzwerk verbindet und so allen Händlern zugänglich macht. So heben wir alle Online-Händler auf ein Level, welches sonst nur die großen oder eben die lokalen Konkurrenten im Zielland erreichen können.
Wenn ein Händler Schuhe oder Wein aus Deutschland heraus ins benachbarte Ausland verkauft, wo vielleicht ein ähnliches Angebot besteht, dann darf er nicht durch längere Versandzeiten oder -kosten negativ auffallen. Denn sonst kauft der Franzose oder Schweizer doch lieber bei einem lokalen Online-Shop, wenn dieser das Produkt zum gleichen Preis, aber eventuell schneller und günstiger liefern kann.
 
Wie lange dauert generell der Versand im europäischen Raum?
Je nach Standort des Händlers können wir bereits heute sogenannte „same-day-injection“ Lösungen anbieten. Das bedeutet, dass wir noch am Tag der Abholung im Hub des Carriers einliefern und die Ware am Folgetag in die Verteilung geht – der Kunde erhält das Paket bereits am nächsten Werktag.
Das Ziel europäischer Händler sollte stets eine Laufzeit von 2-3 Tagen ins Ausland sein. Wir können für den Großteil der deutschen Online-Shops bereits Laufzeiten von ein bis drei Tagen realisieren.
 
Wie schaffen Sie es einen Preisvorteil von bis zu 30 % für Auslandsversendungen für Ihre Kunden zu generieren?
Kleinere Shops können sehr wohl einen Preisvorteil von 20 – 30% erreichen. Wie in vielen Bereichen gilt aber auch hier, je größer der Shop bereits ist, desto geringer natürlich die prozentuale Kosteneinsparung, in absoluten Zahlen ergibt sich natürlich auch für diese Händler ein großer Hebel.
Unser Vorteil gegenüber global agierenden Dienstleistern liegt darin begründet, dass wir eben keine bestehenden Netzwerke und Routen haben, die wir auslasten müssen. Unsere Systeme bestimmen flexibel die optimale Route für die Sendungen des Versenders in das jeweilige Land.
Wir können auf die kundenseitigen Gegebenheiten wie Standort, Menge und gewünschte Laufzeit flexibel eingehen und arbeiten so, in einem sich täglich ändernden, aber auch sich selbst optimierenden Transportnetzwerk.
 
Wieviel Flexibilität haben Ihre Kunden bei der Auswahl der Paketdienstleister, die an dem Transportprozess ins europäische Ausland beteiligt sind?
Kosten und Geschwindigkeit sind tatsächlich nur zwei von mindestens drei offensichtlichen Vorteilen. Die Flexibilität, dem Shop die Wahl zu geben, welchen oder welche Carrier für den Versand genutzt werden sollen, darf man nicht unterschätzen.
Wenn Sie sich beispielsweise ein Paket eines ausländischen Shops hier nach Deutschland liefern lassen, haben Sie sicherlich auch Ihre ganz private Präferenz, ob es jetzt z.B. mit Hermes, DHL oder DPD geliefert werden soll.
Genauso ist das im Ausland. Ein Kunde in Frankreich möchte sein Paket vielleicht mit Colissimo, GLS oder Mondial Relay geliefert bekommen, da gibt es vor allem auch starke regionale Unterschiede in der Präferenz. Eine solche Flexibilität bietet Ihnen aktuell nur SEVEN SENDERS.
Die Komplexität bei der Anbindung an mehrere lokale Carrier im Ausland ist für viele Shops allein kaum zu bewältigen. Über unsere Plattform verbinden wir Shops systemseitig mit Carriern und managen die Logistikkette im Tagesgeschäft. Wir bieten einen Fächer von Carriern im jeweiligen Land an, der Händler aber hat die Wahl, welchen Carrier er nutzen möchte.
 
Herr Dr. Plehn, inwieweit wirkt sich Ihr Service positiv auf die Customer Journey aus?
Wie Herr Hagemann bereits betont hat, deckt unser Service sowohl das Management der physischen Logistikkette als auch die systemseitige Anbindung an die Carrier ab.
Schaut man sich das Themenfeld Paket-Tracking genauer an, so ist es interessant zu beobachten, dass Online-Shops viel Geld in die Kundengewinnung investieren, um diesen neugewonnenen Kunden nach dem Check-out gezielt auf die Fremdseite eines Logistikdienstleisters zu routen. Das aber ist fatal.

Dr. Johannes Plehn: „Innovative Lösungen für die Logistik zu entwickeln sind unser Antrieb.“


Als Versender möchte ich den Kunden in meinem Shop halten, so wie es die Big Player seit geraumer Zeit bereits umsetzen. Bei Zalando z.B. verfolgt man sein Paket in der Zalando-App und der Händler kann dies wiederum für up-selling Zwecke nutzen. Wie auch beim Paketversand möchten wir jeden Shop auf dieses Niveau heben, ihn befähigen seinen Kunden ein zeitgemäßes Paket-Tracking anzubieten – gegebenenfalls auch ohne Investitionen in eine eigene aufwändige Mobile-App.
Die Paketverfolgung ist letztlich nichts anderes als der Abschluss der Customer Journey – und welcher Händler möchte hier nicht positiv bei seinen Kunden punkten.
 
Die Realtime-Daten, die Sie über Ihre generelle Anbindung an die Carrier durch Ihre Software generieren, die geben Sie also weiter via Widget, welches ich auf meine Webseite einbinde und mit dem ich meinen Kunden den Service Paket- oder Sendungsverfolgung zur Verfügung stelle?
Thomas Hagemann: Ja. Das SEVEN SENDERS Tracking ist über alle europäischen Carrier hinweg standardisiert. Der Shop kann seinen Kunden entweder einen Link zum SEVEN SENDERS Tracking senden oder aber das Tracking in seine Shop-Seite integrieren, technisch ist dies mit wenig Aufwand durch ein Widget möglich.
So wird der Kunde über die gesamte „Customer Journey“ an den Shop gebunden, bis das Paket zugestellt wurde oder die Retoure zurück zum Shop gelangt ist. Und mehr noch: Unsere Software SEVEN SENDERS Analytics speichert die Carrier Daten und macht sie den Händlern zugänglich.
Diese Daten kann der Shop nutzen, um weitere Vorgänge auszulösen.
So können beispielsweise Regeln festgelegt werden, dass, wenn ein Paket in der Poststelle in Frankreich abgegeben wurde, eine SMS an den Endkunden gesendet wird. Durch die Software ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, um meine Kunden während der Customer Journey bis zum Empfang des Pakets immer wieder automatisiert kontaktieren zu können.
Erfahrungsgemäß führt eine proaktive Kundenkommunikation während des Versands zu weniger Kontaktpunkten im Kundenservice, wodurch der Händler Kosten einspart.
 
Herr Dr. Plehn, stehen Ihre ermittelten Echtzeitdaten im Kontext der Informationen über Lieferzeiten, Zustellquoten, usw. Ihren Kunden zwecks Datenanalyse zur Verfügung?
So ist es. Für den Logistikleiter im Unternehmen, der ständig alle Pakete im Blick haben muss, ist es eine immens wichtige Lösung.
Mit unserem Operations-Dashboard bieten wir eben eine solche Lösung, der Mitarbeiter loggt sich in die webbasierte Lösung ein, hat eine Übersicht zu allen Paket-Stati, erkennt sofort welche Pakete Probleme machen und welche nicht, kann also aktiv eingreifen, bevor der Kunde sich verärgert meldet.
Der Händler hat so die volle Kontrolle über die Pakete.
 
Alle Abläufe wurden für ein einmaliges Versanderlebnis optimiert. Was, wenn es trotzdem mal schiefgeht?
Natürlich kann immer mal etwas schief gehen, das sei vorangestellt. Man geht davon aus, dass je nach Lebenszyklus des Shops und dessen Prozessreife, zwischen zwei und fünf Prozent aller Pakete Probleme bereiten. Bei mehreren Millionen Paketen pro Jahr im Versand fordert bereits eine Fehlerquote von drei Prozent einen hohen Aufwand im Kundenservice.
Genau hier setzt unsere Software an, wir stellen Daten bereit, um Fehler zu erkennen bevor sie der Kunde erkennt. Ich möchte als Shop vermeiden, dass sich der Kunde
a) ärgert und nicht wieder bei mir kauft und
b) dass der Kunde einen Fehler bemerkt, bevor ich als Händler ihn bemerke.
Dadurch, dass wir dem Shop die Daten in Echtzeit bereitstellen, kann er proaktiv auf den Kunden zugehen und ihm die Situation erläutern, z.B. bei einem Paketverlust: „Wir versenden es erneut, Sie erhalten einen Gutschein für Ihren nächsten Einkauf.“
 
Wie definieren Sie Smart Service und Smart Citys im Kontext Ihrer Lösungen?
Johannes Plehn: Wenn wir über unsere heutigen Produkte hinaussehen und erläutern, was wir eigentlich tun im Kontext des Paketversands der Zukunft, dann muss man sagen:
Alles basiert auf der Grundlage von großen Datenmengen, auf deren Analyse und der richtigen Interpretation.
Thomas Hagemann: Die Analyse der Daten verläuft vollautomatisch. Auf Basis der Paketdaten, wie Größe, Gewicht und der Laufzeit, können unsere Systeme die Carrier auswählen. So generiert sich heute schon eine zum Teil selbststeuernde Paketzustellung.
Wenn ich weiß, wie schwer ein Paket ist, welche Abmaße es hat und welche Laufzeit zu welchen Kosten gewünscht ist, dann kann der Algorithmus selbständig entscheiden, welcher Carrier der richtige ist und entsprechend aussteuern.
Da gehen wir sicher in Richtung Smart Services, da sich Pakete auf Basis vorhandener Daten selbst den richtigen Weg suchen.
Richtung Smart City glauben wir, dass es gerade erst spannend wird in der Logistik.
Wenn man sich hier einmal anschaut, wie große Automobilhersteller und Händler im Bereich der Kofferraum-Zustellung zusammenarbeiten, dann wird sich auch hier für Online-Shops die Frage der Anbindung stellen.
So gibt es im Ausland, z.B. in Barcelona, einen sehr innovativen Partner, der die Kofferraum-Zustellung anbietet, aber der deutsche oder österreichische Shop hat auf dieses Angebot keinen Zugriff, weil er nicht vor Ort ist.
So verstehen wir uns als Enabler für diese intelligenten, Smart City Logistik-Lösungen auf der letzten Meile. Denn wir werden hier der Partner sein, der auf dem gesamten europäischen Raum Zugang zu diesen Lösungen schaffen kann und wir sind sehr erfreut, dass sich hier so viel tut. Sei es die Kofferraum-Zustellung, sei es innovative Paketboxen, etc., von denen eben auch kleine Händler profitieren können.
 
Wo steht SEVEN SENDERS in den nächsten zwei bis drei Jahren und welche Ziele verfolgen Sie?
Thomas Hagemann: Wir sind in den letzten ca. zwei bis drei Jahren, solange gibt es uns jetzt, sehr stark gewachsen. Mehr als 20 % im Durchschnitt pro Monat. Unser Ziel für die nächsten zwei bis drei Jahre ist ganz klar: Wir wollen die führende unabhängige Paketversand-Plattform in Europa sein und der führende Anbieter einer Operations-Software, die Logistiker vor allem im Bereich E-Commerce bevorzugt nutzen.
Wir haben zudem auch erste Kunden aus dem B2B-Bereich, mittelständische Unternehmen und Konzerne, die sich gleichermaßen für unsere Paket- und Softwarelösungen interessieren. Für das Thema Ersatzteil-Logistik beispielsweise kann unsere Lösung ebenfalls sehr spannend sein.
Johannes Plehn: Das ist es, was wir sein wollen, eine unabhängige Plattform für den Paketversand in Europa und der beste Anbieter für Logistiker-Software in diesem Bereich.
Maßgeblich für dieses Ziel ist, dass wir massiv in Technologie investieren, das ist für uns das A und O. Ein Drittel unserer Belegschaft arbeitet in der Entwicklung und wir treiben unsere Expansion in Europa weiter voran, wir gehen also deutlich stärker aus unseren deutschen Grenzen heraus und vertreiben unsere Produkte im Ausland.
 
Auf welche Technologien setzen Sie bei Ihrer Lösung heute und in Zukunft, Herr Dr. Plehn?
Wir investieren fortwährend in Technologie.
Zukünftig spannende Anwendungen erwarten wir für die Logistik u.a. in den Forschungsfeldern Internet der Dinge (IoT), rund um das Thema smarte Sensoren, aber auch das Thema Blockchain könnte einen großen Einfluss auf das Supply Chain Management haben.
So machen wir erste Tests mit smarten Sensoren zusammen mit ausgewählten Speditionspartnern. Wir statten dabei Paletten mit GPS-Tags aus, um die Echtzeit-Daten ins Tracking integrieren zu können. Ein Ziel könnte es sein, dem Endkunden zu zeigen wie sein Paket über die deutsche Autobahn Richtung Süden rollt, über die Grenze bis zu ihm nach Hause in Wien.
Das sind Möglichkeiten, die heute deutlich näher erscheinen als noch vor vier bis fünf Jahren. Wenn solche Themen durch ein junges Unternehmen wie SEVEN SENDERS verfolgt werden, können Sie davon ausgehen, dass diese nicht länger Theorie bleiben, sondern zeitnah relevant für die Praxis sein werden.
Innovative Lösungen für die Logistik zu entwickeln sind unser Antrieb.
 
 
Vielen Dank für das Gespräch!
 
weiterführende Informationen unter:
SEVEN SENDERS
 
 
Unsere Interviewpartner

v.l. Thomas Hagemann, Dr. Johannes Plehn


 
 
Thomas Hagemann
Vor der Gründung von SEVEN SENDERS war Dipl.-Wirt.-Ing. Thomas Hagemann in der Berliner Logistikberatung 4flow AG schwerpunktmäßig in internationalen Projekten in den Bereichen Automotive und erneuerbare Energien tätig. Als Research Scientist am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML leitete er Projekte im Forschungsfeld Internet der Dinge (IoT).
 
Dr. Johannes Plehn
Als COO des Project-A Onlineshops Wine in Black lag sein Fokus auf der Optimierung von Einkaufs-, Payment-, Fulfillment-Prozessen und Customer Service, sowie der Erarbeitung eines ganzheitlichen Order Management Systems. Während seiner Doktorarbeit an der ETH Zürich, entwickelte er ein Framework zur Optimierung der Eco-Efficiency von produzierenden Unternehmen, analysierte die Auswirkungen von bestehenden Freihandelsabkommen auf globale Supply Chains und erarbeitete eine Operationsstrategie für einen OEM aus der Transportindustrie.
 
Über Seven Senders
Die Seven Senders GmbH mit Sitz in Berlin wurde Anfang 2015 von Dr. Johannes Plehn und Thomas Hagemann gegründet. Als Full-Service-Dienstleister ist das Unternehmen auf den Versand von Online-Shops spezialisiert. Seven Senders ermöglicht es Händlern, ihre Kunden günstiger, schneller und mit innovativen Zusatzleistungen zu beliefern. Das Unternehmen optimiert die Materialflüsse und verbindet IT-Schnittstellen der Shops mit denen der KEP-Dienstleister im Ausland. Eine Software-Lösung ermöglicht die durchgängige Kontrolle der Lieferkette. Das Track & Trace-System stellt die lückenlose Sendungsverfolgung von Abholung bis Zustellung sicher. Weitere Informationen unter: www.sevensenders.com
 

Gastbeitrag
Eine Rechnung, eine gute Rechnung, ist das Beste, was es gibt auf der Welt. Oder?
 
Die Deutschen sind Gewohnheitstiere. Die Zeitung am Morgen, Fisch am Freitag, der „Tatort“ am Sonntagabend – und der Rechnungskauf.
Seit Jahrzehnten im Handel das Zahlungsmittel Nummer eins, ist des Deutschen Liebling auch aus dem E-Commerce nicht mehr wegzudenken: Aktuell begleichen 40 Prozent der Onlineshopper offene Beträge am liebsten per Rechnung.
Kein Wunder, ist der Rechnungskauf doch sicher und bequem. Kunden können bestellte Waren wie Kleidung oder Schuhe zuhause anprobieren bzw. testen und sie bei Nichtgefallen zurückschicken. Den Rechnungsbetrag bezahlen sie nach ihrer Kaufentscheidung.
Für Onlinehändler birgt diese Zahlart aber das Risiko, auf einer unbeglichenen Rechnung sitzenzubleiben – eben dann, wenn Kunden nicht bezahlen können oder nicht bezahlen wollen. Abhilfe schafft der gesicherte White-Label-Rechnungskauf, mit dem Händler das Risiko von Zahlungsausfällen auf ein Minimum reduzieren können.
 

Zahlungsmittel Nummer eins – Rechnungskauf


 

Rechnungskauf bedeutet einen großen Vertrauensvorschuss

Digitalisierung hin, Transformation her – vielen Konsumenten ist das Internet nach wie vor nicht geheuer, insbesondere dann nicht, wenn es um ihr hartverdientes Geld geht. Auch dieser Tatsache ist es geschuldet, dass der Rechnungskauf hierzulande einen derart hohen Stellenwert hat – trotz ebenso bequemer Zahlarten wie Kreditkarte oder PayPal.
Das bedeutet: Ein Onlinehändler, der den Kauf auf Rechnung anbietet, hat einen klaren Vorteil gegenüber allen Wettbewerbern, die das nicht tun. Doch zugunsten der Aussicht auf höhere Umsätze und eine stärkere Kundenloyalität geht er ein recht hohes Risiko ein:
Er räumt seinen Kunden einen Vertrauensvorschuss ein, der unter Umständen ungerechtfertigt sein kann.
Und er nimmt in Kauf, dass er sich mit komplizierten nachgelagerten Prozessen herumplagen muss:
Vom Umgang mit Teillieferungen und dem Management von (Teil-)Stornos über eine mögliche Absicherung von Zahlungsausfällen bis hin zu einem etwaigen Forderungsmanagement.
 

Gesicherter Rechnungskauf minimiert Risiko von Betrugsversuchen und Zahlungsausfällen

Um zumindest das Risiko von Betrugsversuchen und Zahlungsausfällen auf ein Minimum zu reduzieren, gibt es eine einfache Lösung: den gesicherten Rechnungskauf.
Damit lagern Händler nicht nur das Zahlungsausfall-Risiko, sondern auch alle unbequemen Prozesse an ein Zahlungsinstitut aus – inklusive der komplizierten Kommunikation mit zahlungssäumigen Kunden und des kompletten Debitorenmanagements samt möglicher Übergabe des Forderungsmanagements an einen Zahlungsdienstleister.
Zu unterscheiden sind dabei zwei Methoden. Manche Rechnungskauf-Anbieter kaufen dem Händler als externe Versicherer alle Forderungen ab. Auch wenn der Händler damit fein raus ist, hat dies einen entscheidenden Nachteil: Vertragspartner des Kunden ist nicht mehr der Händler, sondern der Versicherer – mit der Folge, dass eine etwaige Mahnung vom Versicherer kommt. Das kann Kunden unter Umständen verärgern, weil sie von ihrem neuen Vertragspartner nichts wussten.

 
Im Gegensatz dazu bietet der White-Label-Rechnungskauf gleich mehrere Vorteile: Am Vertragsverhältnis zwischen Händler und Kunde ändert sich prinzipiell nichts. Konsumenten, die ihre Rechnung begleichen, bleiben Kunden des Händlers. Erst wenn eine Zahlung ausbleibt, kommt ein externer Zahlungsdienstleister, der das Forderungsmanagement übernimmt, als dritte Vertragspartei hinzu.
 

Zahlungsdienstleister ist nicht gleich Zahlungsdienstleister

Dass immer mehr Onlineshops den gesicherte Rechnungskauf offerieren, belegen aktuelle Zahlen: Rund ein Fünftel der Onlinehändler hat diese Zahlart in den vergangenen zwei Jahren in das Zahlarten-Portfolio aufgenommen – ein Plus von fast zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.
Doch bei der Entscheidung für einen Zahlungsdienstleister lohnt sich ein Vergleich, denn nicht alle bieten gleich gute Lösungen. Ein wichtiges Kriterium ist, dass sich das Rechnungs-Template und die Zahlungserinnerungen an das individuelle Look-and-Feel des Shops anpassen lassen. Auch eine Integration ohne Medienbrüche und der Verzicht auf Weiterleitungen an Drittanbieterseiten sind relevante Aspekte.
Zudem sollte das Handling der Rechnung so einfach wie möglich sein – für den Händler und für seine Kunden. Übrigens: Dass seine Rechnung gegen Ausfälle versichert ist, bemerkt der Kunde nicht. Er profitiert ausschließlich von den Vorteilen.
 

 

Zahlungsinstitut mit Bedacht auswählen

Bei der Auswahl des Zahlungsinstituts sollten Onlinehändler auch auf die Annahmequoten achten. Die Unterschiede hinsichtlich Bonitäts- und Risikoprüfung sind zum Teil sehr groß. Der aus Händlersicht günstigste Dienstleister ist nicht immer der beste.
Kauft er die günstigen Konditionen durch geringe Annahmequoten, hat der Händler nichts gewonnen. Darum ist darauf zu achten, mit wie vielen Auskunfteien ein Zahlungsinstitut zusammenarbeitet. Sollte er sich auf die Daten einer einzigen Auskunftei verlassen, entgeht dem Onlinehändler unnötig Geschäft.
Ebenso wichtig sind die Erfahrung des Dienstleisters – nicht nur mit dem Rechnungskauf, sondern auch mit anderen Zahlarten – und sein Wissen über „gute“ und „schlechte“ Kunden. Für die nötige Flexibilität, Skalierbarkeit und Zukunftssicherheit sorgt eine unabhängige, leistungsstarke Technologie. Idealerweise ist sie einfach in eine bestehende Shop-Infrastruktur zu integrieren und mit allen gängigen Shop- sowie Warenwirtschafs-Systemen kompatibel.
Und sie sollte es ermöglichen, den gesicherten White-Label-Rechnungskauf auch auf Marktplätzen mit gemischten Warenkörben abzuwickeln.
 

PSD2 könnte Rechnungskauf beflügeln

Obwohl der Rechnungskauf umständlich und teuer ist, erwartet ihn eine rosige Zukunft. Die PSD2-Richtlinie steigert seine Attraktivität enorm. Wenn die Richtlinie (EU) 2015/2366 im Januar 2018 wirksam wird, können Zahlarten wie die Kreditkarte ins Hintertreffen geraten.
 

Gegenstand von PSD2 ist die sogenannte starke Kundenauthentifizierung. Will der Zahlende bspw. online auf sein Zahlungskonto zugreifen oder elektronisch bezahlen, muss er sich mit mindestens zwei von drei unabhängigen Faktoren authentifizieren:
Über sein Wissen (etwas, das nur der Nutzer weiß, z.B. ein Passwort),
über seinen Besitz (etwas, das nur der Nutzer besitzt, z.B. eine Chip-Karte) und
über Inhärenz (etwas, das dem Nutzer persönlich bzw. körperlich zu eigen ist, z.B. ein Fingerabdruck).
Der Rechnungskauf ist davon nicht betroffen. Um diese Zahlungsmittel zu benutzen, müssen Käufer auch in Zukunft lediglich ihren Namen und ihr Geburtsdatum angeben.
 

Rechnungskauf am POS

Nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache ist davon auszugehen, dass sich der gesicherte White-Label-Rechnungskauf auch am stationären Point-of-Sale (POS) durchsetzen wird. Schließlich sind automatische E-Commerce-Prozesse inzwischen auch am POS abbildbar, etwa auf speziellen Terminals und interaktiven Schaufenstern.
Über solche Terminals können Kunden Produkte bedarfsgerecht konfigurieren, bezahlen und ggf. direkt bestellen, falls sie nicht vorrätig sind. Gleiches gilt für interaktive Schaufenster, über die Konsumenten im Sortiment des Händlers stöbern, Produkte in ihren Warenkorb legen und bezahlen können.
Mit dem gesicherten White-Label-Rechnungskauf per Terminal und/oder Schaufenster vergrößern stationäre Händler ihr Angebot an Zahlungsmitteln, erschließen neue Kundensegmente und bieten Bestandskunden einen besonders innovativen Mehrwert.
 

Nicht für alle Waren und Zielgruppen geeignet

Trotz aller Vorteile – der Kauf auf Rechnung eignet sich nicht für alle Waren und Zielgruppen. Zum Beispiel schätzen die 16- bis 21-Jährigen eher das einfache Bezahlen via PayPal, während beim Handel mit Möbeln der hohe durchschnittliche Warenkorb gegen den Rechnungskauf spricht.
 
Nicht zu unterschätzen ist die hohe Betrugsgefahr im Bereich Unterhaltungselektronik, denn diese Produkte lassen sich ohne Wertverlust direkt weiterverkaufen. Entscheiden sich Onlinehändler dafür, den Rechnungskauf für jene Warengruppe anzubieten, ist mit strengen Prüfungen durch das Zahlungsinstitut und einer höheren Ablehnungsquote zu rechnen.
 
Auch müssen sich Händler die Frage stellen, ab welchem Einkaufswert sich die Kosten für die versicherte Zahlart rechnen. Generell gilt: Der Kauf auf Rechnung ist sinnvoll, wenn ein Warenkorb zwischen 50 und 500 Euro groß ist. Ab dieser Grenze ist wiederum der Ratenkauf interessant.
Übrigens: Eine solche Option ist in die Rechnungskauf-Lösung einiger Zahlungsinstitute bereits integriert.
 
 
 
Weiterführende Informationen unter:
www.heidelpay.de
 
 

Unser Autor

Mirko Hüllemann, Geschäftsführer der Heidelberger Payment GmbH

01 dg / heidelpay, Mirko Hüllemann, [Dirk Grimminger uebernimmt keine Haftung bei einer evtl. Verletzung Rechte Dritter! Weitergabe an Dritte nicht erlaubt, Copyright Foto: coldkitchen / Dirk Grimminger, Juni 2008]

 
Mirko Hüllemann (Jahrgang 1969) ist Gründer und Geschäftsführer der Heidelberger Payment GmbH, kurz: heidelpay, ein von der BaFin zugelassenes und beaufsichtigtes Zahlungsinstitut für Online-Paymentverfahren. heidelpay deckt das komplette Leistungsspektrum der elektronischen Zahlungsabwicklung ab: vom Processing der Transaktionen über die Tätigkeit als Acquiring-Bank bis hin zum Monitoring und Risikomanagement.
 
 
 
 
 
Vor der Gründung von heidelpay im Jahr 2003 war Mirko Hüllemann u.a. für verschiedene Anbieter von Online-Zahlungsdiensten tätig: als Vertriebsleiter für die paybox.net AG und als Geschäftsführer für die United Payment GmbH.
 
 
 
Quellenangaben:
[1] https://www.ifhkoeln.de/pressemitteilungen/details/online-shops-ruesten-auf-wieder-mehr-zahlungsverfahren-im-angebot/
[2] https://www.ifhkoeln.de/pressemitteilungen/details/online-shops-ruesten-auf-wieder-mehr-zahlungsverfahren-im-angebot/

Gastbeitrag
R2D2 und C3PO lassen grüßen: Wie Machine Learning das (Online)-Kundenerlebnis verändert
 
Dass immer mehr Unternehmen Machine Learning nutzen, um die Customer Experience zu optimieren, ist nicht verwunderlich. Es mangelt schlicht und einfach an Alternativen. Als erste Branche überhaupt setzte man diese Technologie im E-Commerce ein, um Inhalte zu personalisieren – was dem Ziel dient, Verkäufe und Umsätze anzukurbeln.
Inzwischen verwendet auch die CMS-Industrie Machine Learning, um intelligente Inhalte zu erstellen, die die Basis einer kontextualisierten User Experience (UX) bilden. Denn es ist das Kundenerlebnis, das zukünftig über den Erfolg und Misserfolg von Unternehmen entscheiden wird.
 

 
Für viele Menschen ist die Vorstellung, dass Machine Learning und weitere Artifical-Intelligence-Technologien (AI) Einzug in unser Leben halten, es sogar beherrschen könnten, sehr beängstigend. Diese Angst ist allerdings unbegründet. Bei Machine Learning handelt es sich um eine einfache Datenanalyse, die man auch manuell vornehmen könnte – allerdings wesentlich langsamer. Unternehmen aus allen Branchen können Machine Learning individuell für völlig unterschiedliche Zwecke einsetzen. Wie Unternehmen Künstliche Intelligenz in der Praxis verwenden und in ihre digitalen sowie operativen Prozesse integrieren, verdeutlichen die folgenden drei Beispiele:
 

Einzelhandel: Bessere Kauferlebnisse für Kunden

Der Einzelhandel verwendet Machine Learning, damit Kunden schneller die gewünschten Produkte finden. Zudem möchte man ihnen ein noch besseres Einkaufserlebnis bieten.

  • Personalisiertes Einkaufserlebnis

Jede Customer Journey ist unterschiedlich – sogar zwischen zwei Personen, die das gleiche Produkt suchen, da sie vermutlich unterschiedliche Präferenzen haben und sich in verschiedenen Stadien ihrer Kundenreise befinden.
Erhält ein Kunde am Ende des Monats sein Gehalt (das erfahren Einzelhändler dadurch, dass er zu diesem Zeitpunkt besonders häufig einkauft), ist es sinnvoll, ihn am letzten Donnerstag eines Monats mit einem attraktiven Rabattcode zu locken und ihn zu Beginn des neuen Monats mit unterhaltsamen, informationsreichen Inhalten zu versorgen.
Mithilfe von Machine Learning gelingt das völlig automatisch und perfekt skaliert.

  • Genau wissen, was der Kunde will

Natural Language Processing (NLP) ist eine Methode, die Unternehmen dabei unterstützt, effiziente Marketingseiten aufzubauen, die auf einem einfachen Site-Suchbalken basieren. NLP erfasst natürliche Sprache und versucht, sie auf Basis von Regeln und Algorithmen computerbasiert zu verarbeiten.
Eine inhärente Sprachanalyse ermöglicht, die Absichten eines Kunden zu erkennen und miteinander zu verknüpfen. Es handelt sich dabei um eine Art High-Performance-Analyse, die nicht nur einen Einblick in Trending-Suchaufträge gibt, sondern auch anhand der Daten vorhersagen kann, welche Themen und Kategorien als nächstes im Trend liegen werden und welche Produkte des derzeitigen Portfolios dazu zählen.
Um das zu gewährleisten, erkennt NLP auch komplexe Textzusammenhänge und Sachverhalte – wobei die Komplexität der menschlichen Sprache definitiv eine Herausforderung ist.

  • Individualisierter Besuch im stationären Handel

Auch einen „Offline“-Besuch können Einzelhändler mithilfe von Machine Learning bedarfsgerecht personalisieren. Frühere Käufe eines Kunden lassen auf dessen Geschmack schließen, sodass Händler Produkte empfehlen können, die dem Geschmack, der Größe und den finanziellen Möglichkeiten des Kunden entsprechen. Der Checkout kann über ein digitales Terminal erfolgen – wobei die dabei generierten Daten eine zukünftig noch gezieltere Personalisierung ermöglichen.
 

Machine Learning im Finanzsektor: der persönliche Berater

Auch im Finanzsektor bietet es sich an, Machine Learning einzusetzen. Dadurch erhalten Kunden mehr Klarheit, Transparenz und einfacheren Zugriff auf wichtige Services.

  • Automatisierte Beratung

Einen Finanzplan zu erstellen, ist mit großem Aufwand verbunden. Dutzende Faktoren, die die finanziellen Entscheidungen einer Person beeinflussen, sind dabei zu berücksichtigen. Darum gleicht kein Finanzplan dem anderen. Machine Learning kann die Entscheidungen (und deren Folgen) aller Kunden einbeziehen, um zu verstehen, an welcher Stelle seines Finanzplans der einzelne Kunde sich befindet. Das verbessert die Qualität der Beratung über mögliche Folgeschritte enorm.

  • Passende Informationen liefern

Person A sucht nach ‚Wie bereitet man sich auf die Geburt eines Babys vor‘, während Person B wissen will, ‚Um wie viel der Wert einer Schuldvereinbarung in 18 Jahren steigt‘. Auch wenn sich die Suchanfragen grundsätzlich unterscheiden, kann es sein, dass beide an identischen Inhalten interessiert sind, nämlich daran, wie man ein Neugeborenes am besten finanziell absichert.
Dank NLP lernt das System permanent mit den eigegebenen Suchaufträgen und ist in der Lage, Benutzern automatisch die gesuchten Informationen zur Verfügung zu stellen. Suchen die Nutzer besonders oft nach einer bestimmten Kategorie, erhalten die Websitebetreiber automatisch eine Benachrichtigung und können ggf. mehr passende Inhalte aufbereiten und veröffentlichen.

  • Bedürfnisse der Besucher verstehen

Analysiert man das Klickverhalten aller Besucher, können Unternehmen dadurch nützliche Inhalte für spezifische finanzielle Fragen selektieren. Besuchen Nutzer, die auf der Suche nach Studentendarlehen sind, anschließend Seiten, die ihnen Tipps für die Finanzierung geben? Daten über die finanzielle Historie lassen Rückschlüsse zu, an welcher Stelle des Finanzplans sich der Nutzer befindet. Finanzunternehmen können hier einhaken und automatisch Informationen für den nächsten Schritt bereitstellen.
 
 

Whitepaper
Weitere Informationen liefert das Whitepaper „Winning Digital Commerce with Digital Experience“ von BloomReach, das die zentralen Herausforderungen der Digital Experience für den Handel und die konkreten Digital Experience-Lösungen, die Experten empfehlen, thematisiert. Das Whitepaper kann hier kostenfrei heruntergeladen werden:https://www.bloomreach.com/en/resources/whitepapers/digital-commerce-landscape-ebook.html

 

Fertigungsindustrie: Effizienz in der gesamten Supply Chain

Daten und Analysen sind schon immer Teil von Produktionsketten gewesen – mithilfe von Machine Learning gelingt es Unternehmen, diese Informationen schneller und effizienter zu verarbeiten. So können sie ihre Produktion problemlos multiplizieren und ihre Supply Chain rationalisieren.

  • Bestandsoptimierung

Machine Learning gewährt tiefe Einblicke in große Datenmengen – Daten, die Unternehmen entlang der Supply Chain sammeln. Bestände, Ressourcen, Fertigungskapazitäten, Transportmittel und sogar die Wetterlage sind Informationen, die Fertigungsunternehmen nutzen können, um ihre Fertigungskette effizient einzurichten und zu automatisieren.
Hat ein Kunde zu wenige Produkte auf Lager, kann das System dank automatischer Meldung eine optimale Supply Chain errechnen, was eine durchgängige Auslieferung garantiert.
 

 

  • Personalisierte Leistungsdaten (und Vorhersagen)

Eine ausführliche Datenanalyse erlaubt, Kunden und Mitarbeiter über ihre Supply Chain zu informieren. Automatisch erstellte Leistungsberichte geben ihnen die nötige Kontrolle darüber. Die Berichte gewähren Echtzeit-Einblicke in die Supply Chain und beinhalten Vorschläge für mögliche Kosten- und Zeiteinsparungen.

  • Produktinnovation und -optimierung

Durch die Analyse von Daten erhalten Unternehmen einen Einblick in die Produktvariationen und -eigenschaften, die Kunden bevorzugen. Zudem erfahren sie, welche Variationen Kunden gut annehmen. So ist es möglich, Produktionsprozesse zu rationalisieren und sie zu niedrigeren Kosten effizienter zu gestalten.

Die Welt wird bequemer

Nur diejenigen Unternehmen, die ihre Kunden kennen und sich am besten auf sie einstellen, können am Markt konkurrenzfähig bleiben. Machine Learning ermöglicht es, die Kundenbedürfnisse in nie vorher dagewesenem Umfang zu erkennen und zu erfüllen.
Immer schleichender treten Machine Learning und KI in unser Leben – zwar (noch) nicht in Form von Robotern. Sie können sich auf eine intelligente Art und Weise auf unsere früheren Entscheidungen einstellen und unser Leben somit ein Stück vereinfachen.
Aus diesem Grund sollten Unternehmen nicht nur darüber nachdenken, wie sie KI oder Machine Learning effektiv für sich nutzen können. Vielmehr geht es darum, durch diese Technologie eine sinnstiftende Interaktion zwischen Mensch und Maschine herzustellen, womit Unternehmen auch die Akzeptanz bei den Kunden stärken können.
Möchte eine Marke ihre Kunden inspirieren, sollte sie sich in erster Linie auf deren tägliche Bedürfnisse einstellen – hilfreich ist es, den Verbrauchern einen Mehrwert zu bieten. Gleichzeitig müssen sich Kunden darauf verlassen können, dass Unternehmen mit ihren Daten sensibel umgehen. Darum sollten Kunden nach wie vor die alleinige Entscheidungsmacht darüber haben, was mit ihren Interaktionen und Daten geschieht.
 
Weiterführende Informationen
BloomReach
 
 

Unser Autor

Tjeerd Brenninkmeijer
Executive Vice President EMEA, BloomReach
und ‚Thought Leader’ im Digital Experience-Bereich


Tjeerd Brenninkmeijer ist Executive Vice President EMEA bei BloomReach, einem Anbieter im Bereich personalisierter Digital Experience. Er überwacht neben der Wachstumsstrategie auch die strategischen Allianzen sowie das operative Geschäft in der EMEA-Region. Bereits vor der Übernahme durch BloomReach war er Mitgründer von Hippo und verantwortete dort 17 Jahre die Marketingstrategie. Sein Schwerpunkt lag dabei auf dem Lead-to-Revenue-Prozess, wobei er den Umsatz des Unternehmens jährlich verdoppeln konnte. Als ‘Thought Leader’ im Digital Experience-Bereich ist Tjeerd Brenninkmeijer häufig in Branchenpublikationen und auf Branchenevents vertreten. Seinen Master erwarb er im Fach Betriebswirtschaftslehre an der Universität von Amsterdam.
 
 
 
 
 
 
Aufmacher- und Beitragsbilder / Quelle / Lizenz
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Thanks Gerd Leonhard !

Interview


Stefan Metzger, als Partner der KPS AG verantwortlich für das Business-Consulting im digitalen Segment erläutert im Gspräch mit der TREND-REPORT-Redaktion wie der Handel mit durchdachten Omnichannel-Lösungen und Smart Services die Kundenbindung gezielt und effzient intensivieren kann.

 

Herr Metzger, was verstehen Sie unter Smart Services?

Smart Services sind Dienste, welche das Leben erleichtern oder bequemer machen, Zeit sparen oder neue Möglichkeiten schaffen sollen. Dies geschieht durch die sinnvolle Analyse bestehender sowie ständig neu entstehender Daten und der Vernetzung von Mensch und Produkt.
Unser Kommunikationstempo im Berufsleben hat über die letzten Jahre enorm zugenommen. Mittels Smartphone ist man immer und überall erreichbar, die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt zunehmend. Um seine Zeit im beruflichen wie im privaten Bereich möglichst sinnvoll zu nutzen – am Ende hat der Tag immer noch 24 Stunden – sind maßgeschneiderte Angebote und Informationen erforderlich.
Smart Services können dabei ideal unterstützen.
 

Inwieweit bringen Sie Smart Services in Ihrem Haus zum Einsatz?

KPS betreibt beispielsweise eine unternehmensweite App, die zahlreiche Dienste rund um den Arbeitsplatz für die Mitarbeiter bietet. News rund um die KPS AG und unsere Kunden sowie Informationen zu den verschiedenen Standorten werden hier individualisiert ausgespielt.
Gleichzeitig bietet sie eine interaktive Plattform für die Zusammenarbeit der Projektteams sowie unsere Innovation Centers. Wichtige Informationen aus Administration und dem HR-Bereich werden zur Verfügung gestellt.
Unsere Mitarbeiter haben mit allen Geräten darauf Zugriff und bleiben so rund um die Welt in Echtzeit am Laufenden. Gerade für die Zusammenarbeit verteilter Teams sind smarte Applikationen von größter Wichtigkeit.
 

Inwieweit ermöglichen Sie Ihren Kunden durch Ihre Lösungen Smart Services anzubieten?

Die Sprachsteuerung zieht nicht nur für Auto und Smartphone, sondern auch in den privaten Haushalten immer stärker ein. Systeme wie beispielsweise Alexa von Amazon unterstützen uns bereits im Alltag und verfügbare Funktionen und Dienste werden hier sehr schnell zunehmen.
Wir integrieren sprachgesteuerte Plattformen in die Supply Chain und Systemlandschaft unserer Kunden, um das Einkaufserlebnis noch einfacher, bequemer und völlig unabhängig von realen Orten und Physik zu machen.
Auf Basis von SAP Hybris Marketing nutzen wir große Mengen an Daten und entwickeln Empfehlungssysteme für die individuelle Ansprache von Kunden.
Für Kunden im stationären Einzelhandel stellen wir die Welt der digitalen Services zur Verfügung: Hier steht die Vernetzung von Musikstreaming, eBooks, Mobilfunktarifen und Spielen mit der physikalischen Welt im Vordergrund. Die Kopplung mit dem Filialgeschäft geht dabei soweit, dass über ein eigens geschaffenes Payment-System die Bezahlung innerhalb der Service-Welten zur Kundenbindung genutzt wird.
 

Wie kann der Handel der Zukunft von Smart Services profitieren und was bedeutet das für den Kunden?

Der Kunde steht immer mehr im Mittelpunkt und wird den Händler oder Dienstleister wählen, der seine individuellen Bedürfnisse am besten erfüllt. Händler müssen sich somit überlegen, wie sie ihre Kunden ansprechen. Dafür benötigen sie einerseits große Mengen an Kundendaten, aber andererseits auch Fähigkeiten und Expertise, diese zu interpretieren und durch Smart Services nutzbar zu machen.
Durch Loyalty-Programme und die Integration von stationärem und Online-Handel besteht oftmals eine sehr gute Datenbasis. Der Handel hat hier sehr gute Möglichkeiten, weitere Services zur Verbesserung der Kundenbindung zu etablieren.
 

Inwieweit wird heute die klassische Rollenverteilung von Industrie und Handel durch die digitale Transformation sukzessive aufgelöst?

Hersteller von IoT Geräten oder Smart Devices haben den direkten Zugriff zu Kundendaten und somit die Möglichkeit, die Kundenbeziehung selbst zu optimieren. In diesen Bereichen wird es für den Handel immer schwieriger werden, einen Mehrwert für den Kunden zu erzielen, zumal Onlinemarktplätze auch vielerorts den klassischen Handel als Kanal ersetzen.
 

 
Der stationäre Handel jedoch kann seine Position in vielen Segmenten stärken, da er den direkten physischen Zugriff auf den Kunden hat und mit durchdachten Omnichannel-Lösungen und Smart Services die Kundenbindung gezielt und effizient intensivieren kann.
 

Welche Rolle wird die Sensorik im Kontext von Smart Services in Zukunft einnehmen?

Sensorik bietet die Möglichkeit, weitere Erkenntnisse über das Verhalten des Kunden und seine Nutzung von Produkten zu gewinnen. Die Datenerfassung geschieht einerseits durch Smart Devices oder andererseits durch Technologien, die direkt in den Filialen installiert werden.
Gerade im Freizeit- und Gesundheitsbereich wird es viele zusätzliche Anwendungsfälle geben und der Angebotsumfang von Smart Services stark erweitert werden.
Allerdings gilt es durch den Einsatz von Sensorik und die dadurch exponentiell stark wachsenden Datenmengen und die zugehörigen Datenschutzaspekte auch Herausforderungen zu meistern.
 

In welchem Verhältnis stehen heute Digitale Ökosysteme und Smart Services?

Smart Services und Digitale Ökosysteme sind sicherlich eng miteinander verwoben. Digitale Ökosysteme bauen allerdings auch Hürden auf, die aus rein technischer Sicht nicht notwendig wären. Abhängig von der Zielgruppe für Smart Services muss abgewogen werden, welche bestehenden digitalen Ökosysteme einbezogen werden können, oder ob eher der Aufbau eines eigenen, neuen digitalen Ökosystems sinnvoll ist. Hier sind zum Beispiel der sichere Austausch von Services und Bezahlfunktionen und der vertrauliche und gesetzeskonforme Umgang mit den Daten zu gewährleisten.
 
 
Unser Interviewpartner:
Stefan Metzger, Partner der KPS AG, verantwortlich für das Business Consulting im digitalen Segment


Stefan Metzger ist Partner der KPS AG und für das Business Consulting im digitalen Segment verantwortlich. Mit seiner Erfahrung von mehr als 15 Jahren – unter anderem als Head of Direct Sales/E-Commerce der MEDION AG – entwickelt er innovative digitale Strategien und Roadmaps für KPS-Kunden im digitalen Marketing, CRM und E-Commerce.
 
Weiterführende Informationen:
KPS AG
 
 
 
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