2016 unterhielten wir uns mit Christopher Grätz, Co-Founder und CEO der kapilendo AG, über das „aufstrebende Geschäftsmodell“ Crowdlending. Jetzt wurde es Zeit nachzufragen.
 
Herr Grätz, wie lange dauert im Schnitt eine Finanzierung, die über Ihre Online-Plattform ausgeschrieben wird? Was macht Ihren Erfolg aus? 
Die Geschwindigkeit der Ausfinanzierungen hat deutlich zugenommen. 2016 dauerte eine Finanzierung auf unserer Plattform noch ungefähr 43 Tage, heute sind es gerade mal 5 Tage. Bei kleineren Betriebsmittelfinanzierungen, die zwischen 25.000 und 100.000 Euro liegen sogar oftmals nur Sekunden.
Rund zwei Billionen Euro liegen nahezu unverzinst auf Konten deutscher Bürger. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank macht viele Anlageformen unattraktiv. Das Crowdlending ist eines der wenigen Segmente, das nicht durch das expansive Anleihekaufprogramm der EZB verzerrt ist. Beim Crowdlending investieren die Anleger direkt in geprüfte deutsche Unternehmen. In Form von Zinsen haben die Anleger so Teil an deren Wertschöpfung und Erfolg. Im Detail heißt das, dass die Crowd ihr Kapital für einen festen Zeitraum und gegen einen festen Zins zur Verfügung stellt.
Die Laufzeiten liegen zwischen 1 – 5 Jahre – wobei bereits quartalsweise während der Laufzeit oder am Laufzeitende bedient wird.
Die Anleger entscheiden selbst wem und wofür sie ihr Geld zur Verfügung stellen und lernen das Unternehmen und den Unternehmer digital kennen. In Kurz-Filmen stellen wir unseren Anlegern die Finanzierungsprojekte, das Unternehmen und den Unternehmer vor. Die Geschäftsmodelle sind vielfältig und reichen von bekannten Markennamen wie der Gastronomiekette L´Osteria über klassische Mittelständler wie z.B. einen Produzenten von Federn- und Drahtbiegeteile bis hin zu Wachstumsunternehmen wie die Graf Metternich-Quellen Karl Schöttker KG.
Mit der erhöhten Finanzierungsgeschwindigkeit und einer in der Praxis nachgewiesenen Zuverlässigkeit haben die führenden Crowdlending Plattformen in den vergangenen Monaten ein letztes, elementares Handicap gegenüber den traditionellen Kreditanbietern eliminiert.
 
Welche Finanzierungsformen mit welchem Finanzierungszweck bieten Sie schnell wachsenden Unternehmen aus dem Mittelstand an? 
Als Full-Service-Online-Plattform im Bereich Unternehmensfinanzierung erhalten Wachstumsunternehmen und kleine und mittelständische Unternehmen bei kapilendo Zugang zu Nachrangkapital und klassischen Krediten durch private Anleger. Der Finanzierungszweck kann vielfältig sein und reicht von Betriebsmittel über Wachstums- und Investitionsfinanzierung bis hin zu Produktivitätssteigerung.
 
Nach welchen Kriterien wählen Sie die Unternehmen aus? 
Die Unternehmen müssen mindestens 3 Jahre am Markt sein und 1 Million Euro Umsatz machen. Es muss eine positive Eigenkapitalquote und ein positives Geschäftsergebnis vorliegen. Unser Ratingteam prüft die Unternehmen dann ausführlich. Neben den wichtigen Finanzkennzahlen berücksichtigt das Team Kriterien wie Industriebranche, Marktposition und Marktentwicklung. Anhand des Ergebnisses der Kreditanalyse bestimmt das Ratingteam die Rating-Konditionen und legt die Rating-Kennziffern fest, wie Anlageklasse, Zinssatz p.a. und Tilgungsplan. Ist der Prüfprozess erfolgreich, dann werden die Projekte auf der Plattform finanziert.
Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage von Maschinen- und Anlagenbauern und aus dem Gastronomie – und Technologiesektor wie auch aus den Bereichen Handel und Logistik. In allen Branchen besteht ein besonders hohes Interesse für Investitionen in Automatisierung und Digitalisierung.
 
Wie lange dauert im Schnitt der Kreditantrag für Unternehmen?
Das hängt natürlich davon ab, wie schnell uns alle Unterlagen vorliegen. Im klassischen Fall erhält das Unternehmen innerhalb von 2-3 Tagen Feedback. Hat man beispielsweise den Erstkontakt mit dem Kunden am Montag und bekommt nachmittags bereits die Unterlagen zugeschickt, so erhält er im Normalfall Mittwochabend, spätestens Donnerstagvormittag das komplette Rating, das Angebot und alle Vertragsunterlagen.
 
Und das Rating läuft über Sie oder nutzen Sie hierfür einen Dienstleister?
Neben öffentliche Datenquellen, etwa von der Creditreform oder der Schufa, haben wir im Haus ein eigenes sehr qualifiziertes Ratingteam mit sehr erfahren Leuten und steuern den Prozess entsprechend professionell intern.
 
Inwieweit haben Sie den ganzen Beantragungsprozess digitalisiert?
Der Großteil ist digitalisiert. Man durchläuft eine „Antragstrecke“, bei welcher der Kunde seine ganzen Daten eingeben kann. Dabei verwenden wir ein Tool, welches den Unternehmer frühzeitig digital voll erkennt, und seine Daten schon vorausfüllt. Die Frage ist weniger, wie digital wir sind, als vielmehr wie digital der Kunde ist. Statt die Unterlagen via PDF zuzuschicken, gibt es auch Unternehmen, die lieber einen Leitz-Ordner zusenden. Papier per Post oder komplett digital ist also beides möglich.
 
Mit welchen Zinsen kann der Anleger im Schnitt rechnen? 
Die Zinsen liegen im Schnitt bei 5% p.a.
 
Welche Partnerschaften und Kooperation stehen für Sie im Jahr 2018 im Fokus? 
Der Markt für Mittelstandsfinanzierung wird damit auch zunehmend für Family Offices und Stiftungen interessant. Erste Verbriefungen der auf den Plattformen vermittelten Kredite sowie die Auflage von Spezialfonds (AIF) ermöglichen bereits auch den Zugang für Investoren, die eine depotfähige Anlage benötigen. War die Mittelstandsfinanzierung in Deutschland vor nicht allzu langer Zeit noch ein reiner Bankenmarkt, wird dieser Markt mittlerweile zunehmend von Family Offices und Pensionskassen besetzt, die auf der Suche nach neuen Quellen für laufende Zinseinnahmen sind. Für diese bietet sich im Direct Lending eine attraktive laufende Rendite von über 5 Prozent p.a. ohne Zins- und bei sehr begrenztem Kapitalverlustrisiko.

„Vor allem der klassische Mittelstand nimmt Crowdlending als ernsthafte Finanzierungsalternative an“, weiß Christopher Grätz.

Wie flexibel und mit welchen Sicherheiten kann der Anleger auf Ihrer Plattform investieren?
Die Flexibilität zeichnet uns bei Kapilendo aus. Nur über unsere Plattform kann der Anleger aus dem ganzen Spektrum, von Wachstumsfinanzierungen bis hin zu den ganz klassischen Krediten, die gleichrangig zu Bankkrediten sind, wählen. Die klassischen Kredite sind dabei immer mit selbstschuldnerischen Bürgschaften besichert. Das heißt, der Geschäftsführer oder der führende Gesellschafter gibt eine Bürgschaft über 120% des Kreditbetrags ab, sodass letztendlich selbst zusätzliche Kosten, z.B. Rechtskosten, mit der Bürgschaft abgedeckt sein sollten.
Der qualifizierte Nachrang hingegen ist immer komplett unbesichert. Im Fall einer Insolvenz oder von Schwierigkeiten im Unternehmen steht der Anleger hier weiter hinten in der Rangfolge. Zuerst wird der Bankkredit bedient, danach das Nachrangdarlehn und dann das Eigenkapital. Für die höhere Risikoposition bekommt der Anleger einen entsprechend attraktiven Zins von 6-10%.
Ein Beispiel: Ein Bankkredit zur Eröffnung eines Restaurants für den Systemgastronomen L´Osteria war an die Bedingung von 500.000 Euro Eigenkapital geknüpft. Der Unternehmer konnte hier selbst direkt 250.000 beisteuern, die restlichen 250.000 Euro finanzierte er als Nachrangkapital über unsere Plattform.
Der Anleger erhält dadurch also selbst bei attraktiven und bonitätsstarken Unternehmen die Möglichkeit hohe Renditen zu erzielen. Tatsächlich ist der Prüfungsprozess dabei sogar deutlich höher und dauert deutlich länger als beim klassischen Kredit. Je höher der Zins desto höher zwar das theoretische Risiko, aber eben nicht desto schlechter die Bonität.
 
Wie findet der Anleger die Unternehmen die zu seiner Anlagestrategie und –philosophie passen?
Wir machen keine Anlageberatung, wollen aber das gesamte Spektrum anbieten. Wenn wir eine Empfehlung aussprechen können, dann die zu diversifizieren. Mit 1000 Euro kann der Anleger schon in 10 verschiedene Projekte investieren, da die Mindestanlage pro Projekt nur 100 Euro beträgt.
Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig: Der Anleger kann in kurzlaufende oder länger laufende Projekte investieren, wobei jedes Projekt seine eigenen Konditionen hat. Die fast hundert Projekte, die wir über unsere Plattform abgewickelt haben, haben alles das gleiche Zins-Risiko-Verhältnis. Ist das Risiko laut den Ergebnissen unseres Ratings höher, ist es auch der Zinssatz. Ist die Laufzeit länger, ist auch dafür der Zinssatz höher. Der Anleger kann sich gut daran gut orientieren, da wir die Konditionen nicht mit den Kreditnehmern verhandeln.
 
Herr Grätz, wie hat sich Ihr Geschäft in den letzten Jahren verändert und was erwarten Sie von den nächsten 2-3 Jahren?
Was wir definitiv feststellen ist, dass Crowdlending in Deutschland mittlerweile etabliert ist. Dabei hat auch die Qualität der Unternehmen deutlich zugenommen, wodurch auch unsere Ablehnungsquote tendenziell langfristig zurückgehen wird. Man wird jetzt nicht mehr als der „weiße Ritter“ am Markt betrachtet, der Unternehmern Kapital zur Verfügung stellt, die sonst keine Mittel haben.
Crowlending gilt als ernsthafte Finanzierungsalternative. Vor allem der klassische Mittelstand nimmt diese Finanzierungsmöglichkeit jetzt an. Die Anfragen werden immer professioneller, kommen immer häufiger von größeren Unternehmen und auch die Darlehensgrößen haben zugenommen. Wir positionieren uns jetzt in einem im Marktumfeld mit Krediten zwischen 250.000 Euro und 2,5 Millionen. Von den mittlerweile 20 Millionen Euro haben wir fast die Hälfte in den letzten 6 Monaten über unsere Plattform finanziert. Unsere Neuvertragsvolumina mittlerweile etwa 5 Millionen Euro, je nach Saison, so dass wir für dieses Jahr erwarten Finanzierungen in Höhe von 60 Millionen Euro zu verwirklichen.
 
Kann man die neuen Crowdlending-Plattformen allgemein als den neuen Anleihemarkt von Morgen betrachten?
Definitiv, aus unserer Sicht! Die Anleger wollen vor allem einen simplen Zugang zu Finanzierungsobjekten haben, die emotional und einfach ausgestaltet sind. Sie wollen innerhalb von 30 Sekunden bis zu einer Minute über das Mobiltelefon im Großen investieren können. Auch Anleihenemittenten, die Zugang zu Retailinvestoren haben möchten, kommen nicht mehr an digitalen Plattformen vorbei, da diese den Zugang bieten.
Allerdings positionieren wir uns noch bewusst im Marktsegment bis 2,5 Millionen Euro, da wir darüber hinaus prospektpflichtig wären. Jedoch fragen uns schon Unternehmen an, ob es nicht doch Sinn machen würde, auch 5 oder 10 Millionen Euro über uns einzusammeln? Das wäre dann der Eins-zu-Eins-Ersatz der Anleihe.
 
Warum werden Ihre Investoren eigentlich zu Markenbotschaftern? 
Kapilendo bietet weit mehr als nur das Einsammeln von Geld. Kapilendo verknüpft die Finanzierung von mittelständischen Unternehmen zusätzlich mit einem exklusiven Marketing-Auftritt und einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne, die zusätzliche Aufmerksamkeit für die Firmen und Produkte schafft. Mit einem kostenlos gedrehten Unternehmensfilm stellt Kapilendo die besonderen Merkmale eines Finanzprojektes professionell auf seiner Plattform dar und verbreitet das Video zusätzlich über verschiedene Medien im Netz.
 
 
www.kapilendo.de
 
 

Auswirkungen der Datenschutzgrundverordnung

Was ist die e-Privacy-Richtlinie?

Die e-Privacy-Richtlinie ist eine von der EU bereits im Jahr 2002 erlassene Richtlinien.
In dieser Richtlinie werden Vorgaben im Bereich des Datenschutzes für die elektronische Kommunikation geregelt. Ergänzt wurde sie 2009 durch die Cookie-Richtlinie, die z. B. eine Einwilligung und Aufklärung der Nutzer über das Setzen von Cookies auf Webseiten verlangt.
 

Cookies

Intention der Europäische Union ist es, mit der Cookie-Richtlinie die personenbezogenen Daten der Internetnutzer stärker zu schützen und unterscheidet hierbei zwischen technisch notwendigen und nicht notwendigen Cookies:
Technisch notwendige Cookies:
Zur notwendigen Datenspeicherung gehören Cookies, die für die Funktionen einer Website zwingend erforderlich sind. Das meint etwa das Speichern von Log-in-Daten, des Warenkorbs oder der Sprachauswahl durch sogenannte Session-Cookies.
Technisch nicht notwendige Cookies:
Nicht notwendige Cookies sind dagegen Textdateien, die nicht allein der Funktionsfähigkeit der Website dienen, sondern auch andere Daten erheben. Dazu zählen folgende: Tracking-Cookies, Targeting-Cookies, Analyse-Cookies, Cookies von Social-Media-Websites
Die Richtlinie verlangt also bei nicht notwendigen Cookies eine Opt-in-Lösung.
 

Exkursion Opt-in und Opt-out:
Opt-in: Cookies werden nicht von Beginn an gesetzt, sondern erst, wenn der Nutzer der Datenspeicherung zustimmt.
Opt-out: Cookies werden von Beginn an gesetzt – die User können der Datenspeicherung erst nachträglich widersprechen.

 

Gealterte Richtlinien

Seit 2002 hat sich unser elektronisches Kommunikatonsverhalten erheblich geändert. Das und die DSGVO fordern daher Neuregelungen, um die neuen Datenschutzregelungen und die bislang geltenden Regelungen zur elektronischen Kommunikation in Einklang zu bringen.
Diese bisherige Richtlinie soll in eine neue Verordnung überführt werden, an der die EU seit 2016 arbeitet. Diese wird spezifizierte Vorschriften zur elektronischen Kommunikation enthalten.
Der aktuellste Stand dieser Verordnung findet sich unter folgenden Link:
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-17-16_en.htm
 
 
 
Aufmacherbild / Quelle / Lizenz
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Der Handel hatte es immer schon schwer – Kundenbindung ist nicht leicht zu erzielen und der Preiskampf tobt. Dies gilt für alle Sparten, sei es der Lebensmittelhandel, die Elektronikmärkte oder Autohäuser. Zudem kamen mit Internetplattformen wie Amazon oder Zalando weitere Akteure auf dem Markt, der alteingesessenen Einzelhändlern, aber auch den Einzelhandelsketten das Leben schwermachen. Der Handel ausschließlich über das Internet ermöglicht es diesen Anbietern, kostengünstiger und zielgerichteter anbieten zu können.
Nun ist einer der Vorteile, die Internet-Versandhändler für sich verbuchen können, die weitreichende Kenntnis über die Wünsche und Befindlichkeiten des Kunden. Aufgrund ihres Surfverhaltens, ihrer Klicks und der Verweildauer auf den Seiten, können Betreiber genau analysieren, welche Produkte den Kunden gefallen. Aus dieser Information werden Kaufempfehlungen generiert. Dies erzeugt eine große Menge an Daten, besonders bei Marktführern. Diese Daten können mit herkömmlichen Systemen, die teilweise manuelle Eingriffe erfordern, nicht mehr abgebildet werden.
Doch wie stellt sich das Problem genau? Sicher werden Daten zu den Kunden und ihren Bewegungen erfasst. Diese Daten liegen in den verschiedensten Formaten vor und werden auch oft in isolierten Datensilos hinterlegt. Möchten Händler nun beispielsweise eine Marketingaktion durchführen, steht ein Teil der dafür benötigten Informationen nicht sofort zur Verfügung.
Stimmung der Verbraucher wichtig
Dabei ist besonders für den Vertrieb von Markenartikeln sowohl für den Handel als auch für den Hersteller ein umfassendes Bild vom Markengefühl der Konsumenten wichtig. Die Wahrnehmung eines Markenimages lässt sich nur auch vielen verschiedenen Quellen analysieren. Der Umsatz des jeweiligen Produktes lässt nur eine Momentaufnahme zu. Welche Rolle Werbung, die Vorgehensweise des Wettbewerbs oder Produktinnovationen spielen, bleibt ohne valides Datenmaterial weitgehend ungeklärt. Eigene Marketingstudien könnten zeitaufwändig und teuer sein – und dabei nicht immer zum korrekten Ergebnis kommen.
Jedoch können die unterschiedlichsten Datenquellen in einem Big-Data-System zusammengefasst werden. Im Gegensatz zu gängigen Lösungen verarbeiteen Big-Data-Lösungen die Informationen in unterschiedlichsten Formaten – sei es strukturiert oder unstrukturiert – und aus unterschiedlichen Quellen. Diese Connected-Data-Plattformen verarbeiten nicht nur die Daten der Unternehmens-IT, sondern analysieren darüber hinaus soziale Medien wie Twitter, Facebook, LinkedIn, Xing oder relevante Foren oder Blogs von Influencern. Dabei lässt sich mittels einer passenden Adaption auch die Stimmung („Mood“) der Konsumenten auf diesen Plattformen messen. So können Unternehmen Stimmungsschwankungen rechtzeitig bemerken und mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen begegnen. Besonders bei der Planung von Promotions, ob nun Online oder vor Ort im Handel, zahlt sich die rechtzeitige Erfassung von Moods aus.
Wo ist mein Kunde?
Neben der Erfassung der Kundenstimmung sind natürlich auch Informationen über die aktuelle Affinität der Zielgruppe für den Geschäftserfolg entscheidend. Bei Nutzung entsprechender Dienste können beispielsweise der Aufenthaltsort der Konsumenten analysiert und entsprechende Angebote in den Werbeplätzen mobiler Apps ausgespielt werden. So können Filialisten ihre Angebote in Echtzeit über Couponaktionen steuern.
Auch beim Online-Shopping ist Big Data mittlerweile zum Standard geworden. Konsumenten, die sich online über ein Produkt informieren oder sich Informationen über eine relevante oder ihr verwandte Produktkategorie ansehen, hinterlassen viele Clickstream-Daten. Über den Klickverlauf wissen Online-Händler, welche Webseiten attraktiv sind und wo ihre Kunden besonders lange verweilen. Um das riesige Volumen an anfallenden Daten sinnvoll auszuwerten, führt eine Connected-Data-Plattform diese unstrukturierten Daten zusammen und führt eine Analyse in Echtzeit durch. Das schließt allerdings nicht nur das Surfverhalten der Webseitenbesucher ein, sondern auch andere Elemente wie etwa der Warenkorb. Die dort enthaltenen– wie auch die hinzugefügten, aber dann wieder entfernten – Produkte verhelfen ebenfalls zur Entscheidungsfindung für die Gestalter des Online-Shops.
Mit zunehmendem Wettbewerbsdruck auf Handel und Hersteller wird die Nutzung von Big Data folglich immer relevanter. Jedes Jahr verdoppelt sich die Menge an Daten. Rund 90 Prozent beziehen sich dabei nicht auf die klassischen Geschäftstransaktionen. Überdies sind diese Daten nicht statisch, die Datentypen vermehren sich auch. Mit Informationen, die sich vermehrt aus sozialen Medien, Telemetrie ergeben oder aus Sensoren stammen, sind nun Systeme gefragt, die mir einer schieren Anzahl an solchen Daten umgehen können. Denn diejenigen, die nicht nur aufgrund der bisherigen Historie Schlüsse für ihre nächsten Schritte ziehen können, sondern das Kundenverhalten auch prognostizieren können, werden sich auf Dauer auf dem Markt durchsetzen können.
 
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Über den Autoren

Christopher Rummel ist als Regional VP Sales für Hortonworks tätig und ist unter anderem für die Geschäftsentwicklung des Unternehmens im deutschsprachigen Raum verantwortlich. Vorher bekleidete er ähnliche Positionen bei Unternehmen wie bei EMC oder der Parametric Technology Corporation in Tokio.

Vor allem Wissens- und Nachrichtenformate haben es Zuhörern und Zuschauern angetan. Das hat eine aktuelle, repräsentative Studie zum Podcast-Nutzungsverhalten der Deutschen herausgefunden.
Das Hamburger Marktforschungsinstitut SPLENDID RESEARCH hat im Januar 2018 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.022 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren online zur Nutzung von Podcasts befragt. Untersucht wurde dabei unter anderem, welche Sendungen am häufigsten angesehen oder angehört werden, welche Geräte dazu verwendet werden und wie die Hörer mit Werbung umgehen.
Seit über zehn Jahren schon können Nutzer viele Audio- und Videosendungen on demand abrufen – wann und wo sie wollen und meistens sogar kostenlos. Doch erst seit etwa 2016 zeichnet sich ein Trend zur breiteren Nutzung des Mediums Podcast ab. Dieser hat sich offenbar deutlich verstärkt und die Mitte der Gesellschaft erreicht, denn mittlerweile beziehen 31 Prozent der Bundesbürger regelmäßig On-Demand-Inhalte über Podcastanbieter. Die größte Zielgruppe sind Männer zwischen 18 und 29 Jahren: Sie hören Podcasts häufiger als jede andere Gruppe.
Die beliebtesten Formate sind Nachrichten, die 43 Prozent der Podcast-Hörer im Medium verfolgen, sowie Unterhaltungs- und Musiksendungen, die 41 Prozent respektive 40 Prozent gefallen. Unter den zehn populärsten Podcasts finden sich allerdings neben Tagesschau, Tatort und der Satiresendung Extra 3 gleich sieben Wissenssendungen. Bei den meistabonnierten Podcasts dominieren die öffentlich-rechtlichen Formate: In den Top 10 landen ebenfalls nicht weniger als sieben Produktionen von ARD, ZDF und den Dritten Programmen. Bemerkenswert: Wie in anderen Zuschauerstudien zeigt sich auch hier, dass die Sendung mit der Maus offenbar nicht nur Kinder als Publikum hat. Im Ranking der meistabonnierten Sendungen landet die Show mit dem orangen Nager gleich hinter Tagesschau und Quarks und Co auf Platz drei.
Das Smartphone wird von knapp zwei Drittel der Podcast-Konsumenten für das Streaming der Sendungen genutzt, einen Laptop verwendet nur noch etwa die Hälfte. Offenbar überzeugt die einfache Transportierbarkeit der Mobilgeräte auch zu Hause, denn 31 Prozent der Nutzer geben an, Podcasts am häufigsten neben anderen Tätigkeiten im Haushalt wie Essen, Putzen oder Heimwerken abzuspielen. Ein Viertel schenkt den Sendungen seine ungeteilte Aufmerksamkeit, während jeweils jeder Siebte sie vorwiegend auf dem Arbeitsweg oder zum Einschlafen hört. Bei der optimalen Dauer einer Podcast-Folge teilen sich die Bundesbürger in zwei Lager: Während 45 Prozent eine Länge von maximal 20 Minuten präferieren, sind 37 Prozent eher für Episoden von 30 Minuten oder mehr zu begeistern.
Podcasts bergen ein erhebliches Marketingpotenzial, denn sie inspirieren ihr Publikum in vielen Fällen dazu, etwas Neues zu tun. So geben 41 Prozent der Hörerschaft an, durch einen Podcast den Wunsch verspürt zu haben, ein neues Produkt auszuprobieren, 37 Prozent wollten eine neue Fähigkeit erwerben und 28 Prozent ein neues Hobby beginnen. Wirksam ist dabei sowohl Content Marketing als auch klassische Werbung: Ein Drittel der Hörer hat sich schon einmal über Produkte oder Unternehmen informiert, nachdem diese in einem Podcast besprochen wurden, ebenfalls ein Drittel gibt an, dies nach einem Werbespot in einem Podcast getan zu haben.
Die vollständige Studie gibt es kostenlos unter www.splendid-research.com/studie-podcasts