Die Technik entscheidet: Mit Big Data erfolgreich sein

 
Die Einstellung zu riesigen Datenmengen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Früher wurde Big Data als nerviges „Buzzword“ verpönt. Mittlerweile sind Daten und ihre Technologien ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Dennoch schaffen es längst noch nicht alle, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Lediglich 35 Prozent der deutschen Unternehmen haben laut einer Umfrage derzeit Big-Data-Lösungen im Einsatz. Der Hauptgrund für die geringe Nutzung ist oft die technische Komplexität.
 
Datenmengen, die zu groß, zu schnelllebig, zu komplex oder zu unstrukturiert sind, um sie mit traditionellen Methoden auszuwerten, fallen unter den Begriff Big Data. In Unternehmen sammeln sich tagtäglich Quadrilliarden Bytes an Daten an. Wenn Firmen sie nicht in leistungsfähige Systeme überspielen, gehen sie alle verloren – und mit ihnen wertvolle Informationen. Für eine gewinnbringende Datenverarbeitung müssen Unternehmen Datenseen anlegen, intelligente Algorithmen entwickeln und effektive Analysen durchführen – alles Herausforderungen, denen sich viele Unternehmen nicht gewachsen fühlen.
 

Auf das richtige Werkzeug kommt es an

 
Um sie bewältigen zu können, brauchen Firmen sehr viel Know-how, das Big-Data-Experten mitbringen. Ohne das richtige Werkzeug kommen aber auch Fachleute nicht viel weiter. Unternehmen sollten deshalb – auch um möglichst kosteneffizient zu sein – auf integrierte Systeme setzen, die Datenseen, Algorithmen und Analysen in sich vereinen. Mindtrees Plattform Decision Moments macht einen einfachen und schnellen Einstieg in Big Data möglich. Sie greift auf Erkenntnisse der Kognitionswissenschaft zurück und deckt alle Arbeitsschritte einer effektiven, modernen Datenverarbeitung ab.
 
Das System funktioniert im Grunde genommen wie ein Stufenmodell aus fünf Ebenen. Die Schwierigkeit zu Beginn einer Big-Data-Auswertung besteht darin, Daten aus verschiedenen Quellen und in verschiedenen Formaten flexibel verarbeiten und validieren zu können. Auf der untersten Ebene der Plattform läuft deshalb der ETL-Prozess (Extract, Transform, Load) ab. Er extrahiert Daten aus unterschiedlichen Quellen, wandelt sie entsprechend des Schemas und Formats der Zieldatenbank um und überträgt sie schließlich dorthin.
 
Die zweite Ebene stellt ein weitläufiges Gewässer dar, den sogenannten Datensee. In ihm laufen die einzelnen Informationsflüsse zusammen. Er beinhaltet somit strukturierte, semi-strukturierte und unstrukturierte Daten. NoSQL-Engines (Non Structured Query Language) sorgen dabei für einen reibungslosen Vorgang und unterstützen Lese- sowie Schreibvorgänge in Echtzeit. Das bringt einen großen Vorteil hinsichtlich der Geschwindigkeit der Datenverarbeitung mit sich, die insbesondere für zeitkritische Anwendungen von entscheidender Bedeutung ist.
 
Auf der dritten Ebene liegt eine der großen Stärken von Decision Moments: Mithilfe von 20 branchenspezifischen Algorithmen ist das System in der Lage, teilautonom und vollautonom zu lernen. Logistische Regression, Clustering, kollaboratives Filtern, Random-Decision-Forests oder neuronale Netze sind Verfahren, die alle Arten von Anwendungen unterstützen. So kommen Unternehmen schließlich zu Einsichten aus den gesammelten Daten.
 
Die vierte Ebene ist für die Verarbeitung der Daten zuständig. Um Big-Data-Workloads stemmen zu können, eignen sich etablierte Datenarchitekturmodelle wie Lambda, Kappa und Zeta. OLAP, Hierarchie-Builder und vorgefertigte Templates dienen dazu, die Daten zu visualisieren. Darüber hinaus kommen hier Dienste für den Datenimport und für die Ausgabe von Dateneinsichten zum Einsatz. Andere Tools kontrollieren den Datenverlauf, archivieren die Daten automatisch und erstellen Backups. Die Nutzung dieser wiederverwertbaren Komponenten begünstigt sowohl eine schnellere Entwicklung neuer Big-Data-Anwendungen als auch eine Teilautomatisierung ihres Deployments.
 
Die letzte Ebene ist die wichtigste Ebene. Auf ihr befinden sich Schnittstellen, an die Unternehmen alle erdenklichen Anwendungen an die Big-Data-Plattform anschließen können. Dazu gehören beispielsweise Omnichannel-Apps. Das System weist dabei eine hohe Skalierbarkeit und Flexibilität auf, damit möglichst viele Apps kompatibel sind (API-First-Prinzip).
 

Voraussetzung: Ein funktionierendes Geschäftsmodell

 
Neben den technischen Möglichkeiten, der richtigen Plattform, brauchen Unternehmen auch das richtige Geschäftsmodell. Dieses muss zumindest beschreiben können, was sie mit der neuen Technik erreichen wollen. Fehlt diese betriebswirtschaftliche Komponente, sind Unternehmen nicht in der Lage, von Big Data zu profitieren. Es gibt drei mögliche Einsatzbereiche, die besonders beliebt sind:
 
• Personalisierung und Omnichannel:
Zunächst können Unternehmen Big Data dazu einsetzen, ihre Dienstleistungen und Produkte über all ihre Verkaufs- und Kommunikationskanäle zu vernetzen und zu personalisieren. Diese zwei Trends herrschen zurzeit im Handel vor und wären ohne Big Data gar nicht erst möglich. Entsprechende Systeme stärken die Kundenbindung, fördern Cross- sowie Upselling und ermöglichen einen höheren Customer-Lifetime-Value.
 
• Marketing und Vertrieb:
Mithilfe von Big Data können Unternehmen auch die Produktentwicklung sowie Messungen und Prognosen verbessern. Die Auswertung von großen Datenmengen ermöglicht ihnen, den Umsatz genauer vorherzusagen, die Performance von Kampagnen zu messen und von Kunden nachgefragte Produkte zu entwickeln.
 
• Unternehmenseffizienz:
Big Data stärkt darüber hinaus die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Viele Maßnahmen zur Effizienzsteigerung basieren auf Big Data: Von Preventive-Maintenance über Betrugserkennung bis hin zur Optimierung der Lieferkette.
 
All diese Anwendungsbereiche können Unternehmen mit Mindtrees Plattform Decision Moments abdecken: Das API-First-Prinzip stellt eine größtmögliche Offenheit sicher. Die Anwendungsentwicklung erleichtern 35 vorgefertigte Technologie-Komponenten und ein Sandbox-Modus. 25 fertige Business-Apps lassen sich flexibel in den Bereichen Handel, Konsumgüter, Touristik, Finanzen und Versicherungen einsetzen.
 

Das Erfolgsrezept

 
Im digitalen Zeitalter, in dem wir heute leben, steht eins fest: Wer Daten nicht nutzt, bleibt hintendran. Denn sie bieten wichtige Einblicke, von denen alle Bereiche eines Unternehmens profitieren. Außerdem ermöglichen sie viele neue Geschäftsmodelle. Der Erfolg von Google, Facebook und Amazon basiert auf Big Data. Doch wie sollen Unternehmen mit ihren Datenmassen umgehen? Was können sie tun, um die technische Komplexität zu überwinden?
 
Integrierte Datenplattformen wie Decision Moments von Mindtree vereinfachen die Analyse riesiger Datenmengen. Durch ihre leistungsstarke API und ihren fertigen Komponenten und Algorithmen ist sie in der Lage, die wesentlichen Aufgaben der Datenverarbeitung zu übernehmen und darüber hinaus die Entwicklung neuer Apps zu beschleunigen. Der größte Vorteil ist jedoch ihre skalierbare und flexible Infrastruktur. Alle Arten von Anwendungen – vom branchenspezifischen Analysetool bis hin zur Software für personalisiertes Marketing – lassen sich problemlos mit Decision Moments kombinieren.
 
 
Autor:
Manoj Karanth, General Manager and Head, Cloud Computing,
Digital Business bei Mindtree

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Manoj Karanth, Bildquelle Mindtree


Manoj Karanth leitet als General Manager and Head of Cloud Computing and Digital Business das Cloud- und DevOps-Geschäft bei Mindtree. In dieser Position hat er hat den Aufbau der MindtreesDevOps-Plattform sowie der kognitiven Big-Data-Plattform Decision Moments verantwortet.
 
 
Zuvor hat er wesentlich zur Entwicklung und zum Rollout großer, erfolgreicher Produktinitiativen im Luftfahrtbereich beigetragen.
 
weitere Informationen: Mindtree
 
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Dorothe Eickholt, Geschäftsführerin von Asendia Germany, dem Joint Venture von La Poste und Swiss Post, sagt im Gespräch mit der Redaktion wie Unternehmensgründer im E-Commerce mit intelligenten Logistiklösungen neue, internationale Märkte für sich erschließen können.
 
 
Frau Eickholt, der E-Commerce ist im Höhenflug. Sind Drohnen im Tiefflug das Non-Plus-Ultra für die letzte Meile bei der Zustellung von Paketen?
So lange sie nicht abstürzen sind Drohnen bestenfalls in ländlichen Regionen eine alternative Transportmöglichkeit – oder, um eingeschneite Orte im Winter mit dem Nötigsten zu versorgen. Einen Fortschritt bei der klassischen Zustellung erwarte ich von den Quadro-, Hexa- und Octocoptern aber nicht. Ebenso wenig wie von selbstfahrenden kleinen Robotern, die eher für Staus auf dem Bürgersteig sorgen.
 
Die spannenden Diskussionen um die letzte Meile bei der Paketzustellung zeigen allerdings, wie wichtig es ist, hierfür eine Lösung zu finden. Insbesondere im internationalen E-Commerce gefährdet jeder Tag, den die Sendung länger als geplant unterwegs ist, die Kundenzufriedenheit. Der Trend geht dahin, dass sich alle Kunden am liebsten eine Same-Day-Lieferung wünschen. Aber davon sind wir bei grenzüberschreitenden Sendungen noch weit entfernt.
 
Wird es künftig eine schnellere Zustellung zum Nulltarif ins Ausland geben?
Schnelleren Lieferzeiten über die Grenzen hinweg sind enge Grenzen gesetzt. Hier arbeiten mehrere Partner mit teilweise sehr unterschiedlichen Systemen und Kulturen zusammen. Das kostet Zeit. Hinzu kommen die Entfernungen, die zu überbrücken sind. Im Vergleich zu den Kurier- und Expressdiensten, die bei Bedarf jede Sendung exklusiv befördern können, müssen wir als Postdienstleister für den E-Commerce kostengünstige Distributionskanäle erschließen. So befördern wir Sendungen in die Nachbarländer Deutschlands meistens per Lkw statt per Flugzeug.
 
Am Markt werden für internationale Sendungen die verschiedensten Tarife und Services angeboten. Insbesondere Newcomer sollten sich deshalb umfassend und persönlich von einem im internationalen Geschäft erfahrenen Dienstleister beraten lassen.
 
Werden sich die Zustellzeiten durch Industrie 4.0 bzw. Robotics ändern?
Die Veränderungen betreffen in erster Linie die Optimierung des Workflows in unseren Logistikzentren. Meiner Meinung nach werden Robotics, bzw. Industrie 4.0, die Prozesse hier künftig stark verändern. Die intelligenten Systeme werden dazu beitragen Kosten einzusparen, Bearbeitungszeiten zu verringern und Fehlerraten zu reduzieren und zwar schon in den nächsten Jahren.
 
Ein Grund dafür ist, dass die bestehende IT weitergenutzt werden kann, da die intelligenten Automatisierungslösungen über die üblichen Schnittstellen auf die Systeme zugreifen können. Die Systeme lernen so ständig hinzu und verarbeiten auch unstrukturierte Daten. Sie erfassen zum Beispiel Auftragsdokumente selbständig, unabhängig davon, ob sie per Excel-File oder E-Mail mit angehängter PDF eingehen. Dabei lernen sie unentwegt hinzu. Wenn ein hoher Reifegrad erreicht ist, wird es künftig möglich sein, die Daten direkt in die Verarbeitungsmaschinen einzuspeisen und weitere Prozesse zu automatisieren.
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Wie profitiert der E-Commerce-Unternehmer von den neuen Robotics-Lösungen?
Auch bei der letzten Meile, der Zustellung der Pakete an den Empfänger, werden Industrie 4.0-Lösungen künftig eine bedeutende Rolle spielen, davon bin ich überzeugt. Der Online-Shop profitiert dabei von einer höheren Zuverlässigkeit bei der Zustellung und steigert so die Kundenbindung. Denn die selbstlernenden Softwarelösungen werden in der Lage sein, ihre eigenen Schlüsse zu ziehen und Wahrscheinlichkeiten zu berechnen wann der Empfänger zu Hause ist, um große und schwere Sendungen persönlich entgegenzunehmen. In Kombination mit Tracking-Funktionen, die heute schon Zeitfenster von einer Stunde für die geplante Zustellzeit anzeigen, und automatischer Routenberechnungen gehört ein zweiter oder gar dritter Zustellversuch dann der Vergangenheit an.
 
Welche Möglichkeiten nutzen Sie jetzt schon, um die Zustellung zu verbessern?
Wir arbeiten bereits seit Jahren an internationalen Lösungen, um die Zustellquote bereits beim 1. Versuch zu erhöhen. So können Pakete bis zu zwei Kilogramm jetzt in mehr als 40 Ländern vom Zusteller direkt in den Briefkasten eingeworfen werden, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist. Das freut nicht nur die Empfänger, die ihre Sendung schneller erhalten, sondern auch die Shop-Betreiber. Denn der Kunde ist zufriedener, je eher ihn die Bestellung erreicht. Eine Unterschrift des Empfängers ist nicht mehr erforderlich.
 
Wenn die Sendung zu groß für den Briefkasten ist, wird sie persönlich zugestellt oder in der nächstgelegenen Poststelle oder Pick-up-Point zur Abholung hinterlegt. Der Empfänger wird darüber per Karte benachrichtigt. Nach wie vor gibt es aber auch die Möglichkeit, die Sendungen persönlich nur gegen Unterschrift zustellen zu lassen.
 
Welchen Service bieten Sie für den Rückkanal, die Retouren?
Wenn das bestellte Kleid oder die Schuhe nicht passen, kann der E-Commerce-Shopper die Waren nach Deutschland zurück senden. Dafür entwickeln wir bedarfsgerechte Lösungen. So kann der Absender seinen Sendungen direkt ein Retourenlabel beilegen mit dem E-Commerce-Kunden die erhaltene Waren kostenlos zurückschicken können. Das ist nicht nur für den Kunden eine komfortable Lösung, sondern sie hilft auch dem Shop-Betreiber, der damit dem Wettbewerb einen Schritt voraus ist. Denn in vielen Ländern werden kostenlose Retouren, so wie wir das aus Deutschland kennen, gar nicht oder nur sehr selten angeboten.
 
Für Rücksendungen aus Frankreich haben wir gerade eine besonders intelligente Lösung vorgestellt. Dort holt die Post zurückgeschickte Pakete bis zu 30 Kilogramm direkt aus dem eigenen Briefkasten von zu Hause ab. Retouren, die bis acht Uhr morgens in dem Kasten hinterlegt werden, nimmt der Paketbote am gleichen Tag mit. Von dem neuen Service profitieren vor allem deutsche Online-Shops, die ihren französischen Kunden eine bequeme und einfache Rücksendemöglichkeit anbieten möchten.
 
Möglich wird dieser Service in Frankreich erst dadurch, dass über 70 Prozent der Einwohner einen standardisierten Briefkasten haben, den die Paketboten öffnen können und der für die meisten Pakete groß genug ist. Der Absender meldet die Retoure einfach per Internet an und klebt das ausgedruckte Rücksendeetikett auf das Paket.
 
Welche Trends erwarten Sie im internationalen E-Commerce?
Der Trend zur Internationalisierung hält weiter an. Es setzen sich immer mehr umfassende Internationalisierungsstrategien durch. Während beispielsweise E-Commerce-Anbieter in den vergangenen Jahren einen Markt nach dem anderen erschlossen, sind sie heute parallel in mehreren neuen Absatzmärkten aktiv. Selbst Newcomer erstellen ihre Sites gleich in mehreren Sprachen, um für jedes Land ein optimales Angebot zu haben. Denn E-Commerce ermöglicht heute internationales Wachstum schneller und bei geringem Risiko. Zudem gibt es heute Outsourcinglösungen von international erfahrenen Unternehmen mit denen sich neue Märkte testen lassen, ohne in die eigene Infrastruktur investieren zu müssen.
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Während dafür bis vor einigen Jahren noch ein erheblicher Aufwand betrieben werden musste, übernehmen Full-Service-Anbieter wie Asendia, von der Bewerbung und dem Multichannel-Marketing über die Logistik bis hin zum Responsemanagement alle Services aus einer Hand. Der eigene Aufwand reduziert sich dadurch auf ein Minimum.Wir entwickeln ständig neue Lösungen, um den Einstieg ins internationale E-Commerce so einfach wie möglich zu machen. Damit wollen wir insbesondere jungen Unternehmen helfen, neue Märkte im Ausland zu erobern.
 
Sehr geehrte Frau Eickholt, vielen Dank für das Interview!
 
weitere Informationen: Asendia Germany
 
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Die TREND REPORT-Redaktion im Gespräch mit Dr. Christoph Peitz, Director Smart Positioning Solutions, OSRAM GmbH zu Location-based Services im Handel und neuen Möglichkeiten für die Lichtinstallation. Lesen Sie hier das vollständige Interview.
Welche Priorität haben heute Location Based Services für den stationären Einzelhandel im Kontext der Digitalen Transformation?
„Der stationäre Handel steht mit der digitalen Transformation vor der größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte. Dieses Bewusstsein ist im Einzelhandel durchaus vorhanden. Dennoch herrscht eine gewisse Unsicherheit, ob sich die Investitionen in die Digitalisierung wirklich rechnen werden. Einige Location Based Services, also ortsbezogene Dienste, sind hier vielversprechend: Zum Beispiel digitale und ortsbezogene Kundenanalysen, für die sich der Return on Invest, die Amortisationszeit, recht gut berechnen lässt. Für diese Services begegnet uns der Einzelhandel mit deutlich steigendem Interesse – das Thema erfährt hohe Priorität. Auch die Erfolge vergleichbarer Dienste in den USA lassen vermuten, dass sich dieser Trend auch hierzulande fortsetzt. Marktforscher wie Technavio prognostizieren daher einen starken Anstieg von Location Based Services. Ziel ist es, das Kauferlebnis des Kunden zu verbessern, ohne dass die Kosten dafür ausufern. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei mobile Endgeräte ein, verbunden mit mobile-affinen Nutzern, der permanenten Internetverfügbarkeit, günstiger Infrastruktur sowie dem Verschwimmen von Verkaufskanälen online, offline oder mobil.“
„Und genau hier setzen wir mit unserer EINSTONE Smart Retail Solution an: Wir bieten ein ganzheitliches Kundenverständnis und eine herausragendes Kundenerlebnis vor Ort. Umgesetzt wird die Customer Experience mit einer Loyalty-App z.B. mit digitalen, personalisierten Gutscheinen für den stationären Endkunden. Die App nutzt die wartungsfreie Beacon-Funktionalität unserer Installationen, um die Dienste vor Ort auszuspielen. Die App ist zudem Grundlage dafür, den Kunden im online- sowie im offline-Verhalten zu verstehen und zu bedienen – wir verknüpfen diese beiden Welten. Damit schlagen wir zugleich die Brücke hin zum Omnichannel Commerce.“
Keine Location-Based-Services ohne Kundennutzen: wie unterstützt Ihre Lösung den Endkunden?
„Die große Frage ist doch, was will der Endkunde von morgen? Alle sprechen von Omnichannel und Customer Experience, aber was heißt das konkret? Die Wunschvorstellung wäre sicherlich eine individuelle Betreuung am POS, wie es sie früher einmal beim Tante Emma Laden um die Ecke gab. Dort wurde man noch persönlich mit Namen vom Fachverkäufer begrüßt, der Verkäufer kannte die Einkaufsvorlieben seiner Kunden und konnte daher optimal beraten.
Natürlich kann der Einzelhandel das unter den heutigen Gegebenheiten so nicht leisten. Aber mit der richtigen technischen Unterstützung kann ein großer Schritt in diese Richtung erfolgen. Grundvoraussetzung ist es, den Kunden genauso wie früher im Tante Emma Laden besser zu verstehen, um ihn individuell bedienen zu können. Dafür stehen dem Online-Handel heute bereits digitale intelligente Kundenanalysen zur Verfügung, die einen ganzheitlichen Blick auf den Endkunden erlauben und gleichwohl günstig sind.
Die Herausforderung besteht darin, diese Art des Kunden-Verstehens zurück in den stationären Handel zu holen. Und dabei helfen wir. Im Gegenzug profitiert der Kunde von einem verbesserten Service und maßgeschneiderten Angeboten im stationären Handel. Dies können Rabatte oder Voucher, Prämienpunkte und vieles mehr sein, wie man es bereits von den bewährten Plastik-Kundenkarten kennt. Besonders hervorzuheben ist hier, dass nur Daten verwendet werden, zu deren Nutzung der Kunde explizit zugestimmt hat – genauso wie bei der Kundenkarte, nur ohne Plastik im Geldbeutel.

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Christoph Peitz arbeitet seit 2013 in der OSRAM AG und leitet die Geschäftseinheit OSRAM EINSTONE. Zuvor war er als Entwickler und Strategieberater in der elektrischen Verbindungstechnik sowie der Luftfahrtindustrie tätig


Der Einzelhändler bekommt einen digitalen Kanal zum Kunden und damit eine neue Möglichkeit, ihn werblich zu erreichen. Viel wichtiger jedoch ist, dass unsere darauf basierenden Kundenanalysen ebenjene Einblicke ermöglichen, die bisher nur Online-Händlern vorbehalten waren. Beispielsweise Infos zur Kaufhistorie, in welcher Filiale der Kunde am liebsten einkauft, welche Gutscheine der Kunde genutzt hat, welche Produktpräferenzen es gibt. Diese Kenntnisse erlauben eine sinnvolle Produktoptimierung und die zielgenaue Kundenansprache.“
Welche neuen Services bieten Sie im Kontext Ihrer Hardware-Services an?
„Wir stellen eine richtige End-to-End-Lösung, sozusagen ein Rundum-Sorglos-Paket, zur Verfügung. Unser Lösungsspektrum umfasst, jenseits der Hardware-Komponenten, die Bedarfsanalyse und Beratung, die Implementierung der Lösung inklusive der Anbindung an bestehende CRM/POS-Systeme, die Planung und Installation sowie das Daten- und Kampagnenmanagement im laufenden Betrieb. Neu ist hier sicher auch, dass mit OSRAM erstmals ein großer Hersteller den Markt der Location Based Services betritt, der für höchste Qualität steht.“
Christoph Peitz arbeitet seit 2013 in der OSRAM AG und leitet die Geschäftseinheit OSRAM EINSTONE. Zuvor war er als Entwickler und Strategieberater in der elektrischen Verbindungstechnik sowie der Luftfahrtindustrie tätig.

Christoph Peitz arbeitet seit 2013 in der OSRAM AG und leitet die Geschäftseinheit OSRAM EINSTONE. Zuvor war er als Entwickler und Strategieberater in der elektrischen Verbindungstechnik sowie der Luftfahrtindustrie tätig.


Wo liegen die Vorteile wenn Beleuchtungsinfrastrukturen in Verbindung mit Beacon-Funktionalität genutzt werden?
„Gegenüber konventionellen Batterie-betriebenen Beacons haben wir diverse Vorteile: Batterien müssen nicht kostspielig ausgetauscht werden, die Sendequalität ist entsprechend hoch und unsere Technologie ist intelligent, setzt auf Standards und ist zukunftssicher. Außerdem: EINSTONE sendet nur und empfängt keine Daten von Personen. Kurz: Der Vorteil ist Sorgenfreiheit für Händler und ein verbessertes Kundenerlebnis für den Endkunden. EINSTONE-Beacons können in bereits installierte Lichtsysteme, Reklame- oder Leuchttafeln integriert werden, wodurch eine kostenoptimale Anbringung der Beacon-Module gewährleistet wird. Wir können damit sicherstellen, dass die gesamte Lösung von der Hardware bis hin zur Analytics und Customer Experience rund läuft.
Ein weiterer toller Nutzen ist übrigens auch, dass man mit der EINSTONE-Infrastruktur ohne weiteres gleichzeitig andere ortsbezogene Anwendungen sowie ein Orientierungssystem für Blinde ermöglichen könnte – mit der Lichtinfrastruktur!“
Also kann ich einfach durch den Austausch meiner Beleuchtung Location Based Services für meine Kunden anbieten?
„EINSTONE kann in bestehende Lichtsysteme nachgerüstet werden. Sollte die Lichttechnik ohnehin ausgetauscht werden, macht es natürlich auch Sinn, EINSTONE im selben Zuge mit einzubauen. Mit unserem modularen Ansatz bieten wir dem Händler eine Vielzahl an Möglichkeiten, um unsere Lösung zu nutzen, passend zu seiner individuellen Situation und unabhängig von dem Zeitpunkt der Erneuerung seines Lichtkonzepts.“
Wie kann ich dem System Daten zur Verfügung stellen und wie kann ich das System pflegen?
„Im ersten Schritt digitalisieren wir die bekannte und altbewährte Plastik- oder Papier-Kundenkarte und machen diese für mobile Endgeräte verfügbar. Falls der Händler noch keine Kundenbindungsmaßnahmen in Form einer Kundenkarte eingeführt hat, unterstützen wir mit einer mobilen App. Durch die anschließende Verbindung mit bestehenden POS- oder CRM-Systemen werden die relevanten Kundendaten aus allen Verkaufskanälen zusammengeführt – offline, online und mobil. Über ein Web-Dashboard kann der Händler dann die Kundenanalysen abrufen und bequem personalisierte Kampagnen erstellen und durchführen. Die Ergebnisse der Kampagnen werden wiederum in seinen Analysen im Dashboard angezeigt. Wir schaffen auf diesem Weg Transparenz und Kampagnen-Feedback für den Retailer, der daraufhin nicht nur sein Produktportfolio verbessern, sondern auch seine Kundenkommunikation optimieren kann.“
Welche App kann mein Kunde nutzen, um mit seinem Mobile Device bei mir am Point of Sale Mehrwerte zu erfahren?
„Bei Location Based Services geht es verstärkt um Markentreue. Daher sind Retailer – insbesondere aus dem Fashion-Umfeld – prädestiniert für unsere EINSTONE Smart Retail Solution. Wir bieten Kunden an, unsere Lösung in ihre bestehende Loyalty-App zu integrieren. Ist noch keine digitale Kundenkarte vorhanden, dann erstellen wir eine neue App. Vom ersten Design bis hin zur vollständigen Programmierung bieten wir auch hier einen Full-Service.“
Konnten Ihre Kunden schon Umsatzerhöhungen erreichen durch Location Based Services?
„Ja, allerdings ist es noch zu früh, um hierzu verlässliche Aussagen treffen zu können. Bei unseren bisherigen Pilot-Installationen konnten wir sowohl gesteigerte Verkäufe, höhere durchschnittliche Warenkörbe und gesteigerte Wiederbesuchsraten verzeichnen. Auch die Einlöse-Quote bei ortsbezogenen Marketingkampagnen hat uns sehr positiv überrascht.“
Weitere Informationen unter:
www.osram.de/einstone
Bildquellen / Lizenz: Osram GmbH

TREND-REPORT-Redakteur Bernhard Haselbauer (re.) sprach mit Kai Derda, Country General Manager der Chep Deutschland GmbH, über die Digitalisierung des stationären Handels und die Zukunft von Display-Promotions.
Herr Derda, wie hat sich Ihr Unternehmen und damit auch Ihre Lösungen für Ihre Kunden durch die Digitalisierung in den letzten Jahren verändert?
Ein maßgeblicher Schritt war sicherlich, dass wir unser Unternehmen neu definiert haben: weg von der Firma, die Paletten vermietet, hin zu einem lösungsorientierten Serviceanbieter. Dabei spielt das Thema Digitalisierung eine große Rolle. Mit unserer Viertelpalette, die wir mit Beacons ausgestattet haben, transformieren wir die Palette vom reinen Ladungsträger zum interaktiven Informationsträger. Dadurch generieren wir auch neue Einsatzmöglichkeiten.
Wenn Sie die Beacon-Technologie auf Basis Ihrer Viertelpalette anbieten, gibt es dazu auch ein Computersystem, das unterstützt, Ware auch entsprechend zu verfolgen im Kontext der Supply Chain? Muss ich mir das selbst installieren oder bieten Sie diese Mehrwert-Services an?
Unser Mutterkonzern Brambles hat dieses Jahr mit BXB Digital eine neue Firma gegründet, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt: Wie können wir aus den Daten für unsere Kunden einen echten Mehrwert generieren? Klare Aussage unserer Kunden ist: „Wir haben sehr viele Daten, aber wir benötigen Informationen. “BXB Digital unterstützt CHEP dabei, seinen Kunden die in der Supply Chain generierten Daten in entsprechenden Dashboards zur Verfügung zu stellen. Daraus können sie dann die für sie relevanten Daten und Informationen extrahieren.
Welche Lösungen und Möglichkeiten können Ihre Kunden umsetzen, die jetzt z.B. die neue Technologie zum Einsatz bringen? Können Sie Kosten einsparen, sind sie eher in der Lage Ihre Ware zu tracken, vor allem in Lagerhäusern – wie kann ich mir das vorstellen?
Bisher war die Supply Chain wenig transparent, was sich durch den Einsatz von Beacons schlagartig ändert: durch Echtzeitdaten erhalten unsere Kunden – also sowohl der Handel als auch die Industrie – eine deutlich verbesserte Transparenz, was beim Lager anfängt und auf der Verkaufsfläche endet. Für gewöhnlich driften tatsächliche Nachfrage und Bestellmengen im Verlauf von Absatz- und Beschaffungsmarkt immer weiter auseinander. Die Folgen sind entweder unnötig hohe oder zu niedrige Lagerbestände, was letztendlich kostet. Mit Promotion Tracking³ können Informationen über Liefer- und Abverkaufsstatus in Echtzeit abgerufen und geteilt werden. Dadurch werden zusätzliche Lieferungen genauer planbar, Bestellmengen für Folgeaktionen besser kalkulierbar und im Endeffekt die Transport- und Lagerkosten gesenkt.
Sie tauschen aber auch die Paletten wieder aus, nach dem Pooling-Prinzip?
Genau. Beim Pooling läuft die Palette im Rundlauf von CHEP zum Service Center zur Industrie in den Handel und dann wieder zurück. Das gibt uns die Möglichkeit, die Technik, die wir in der Palette verbaut haben, entsprechend zu warten.
Und was für weitere Möglichkeiten ergeben sich daraus für unsere Kunden? Den Promotion-Bereich kenne ich sehr gut aus meiner eigenen Erfahrung als Vertriebsverantwortlicher im Handel bei Aldi-Süd und Real. Industrie und Handel hatten wie gesagt bisher relativ wenig Transparenz über den Erfolg von Display-Promotions.
Mit unserer Lösung Promotion Tracking³ gehen wir jetzt dieses Problem an und erhöhen nicht nur die Transparenz, sondern auch die Effizienz von Promotions. Vom Co-Packing, also wenn die Palette gepackt wird, bis zum Abverkaufam POS erlangen wir mithilfe der neuen Technologie Transparenz darüber, wie der Abverkauf und die Performance der Promotion verlaufen.
Das heißt, Sie würden dann auch ganz genau sehen, wie lange die Ware auf der Palette im Verkaufsraum steht, wann die Ware weggeht, wann nachgeholt werden muss, und so sorgen Sie für einen optimalen Abverkauf, auf jeden Fall was den Nachschub betrifft?
Genau. Es gibt hier zwei Ansatzpunkte. Der erste ist die Transparenz. Mit unserer Technologie können wir darstellen, wenn eine Palette – z. B. am Montagmorgen zu Promotion-Beginn – nicht rechtzeitig auf der Verkaufsfläche ist. In einem solchen Fall wird ein entsprechender Alarm ausgelöst, der dem Filialleiter sagt: „Du hast eine Palette im Backstore, bring sie in den Frontstore. “Untersuchungen der Metro-Group haben gezeigt, dass 18 % der Display-Promotions am Montagmorgen nicht rechtzeitig auf der Verkaufsfläche sind. 7% landen erst gar nicht in der Filiale und 11% befinden sich im Backstore aber nicht im Frontstore. Das deckt sich auch mit meiner eigenen Erfahrung als Geschäftsleiter bei Real: Da gehen Sie am Montagmorgen mit dem Handzettel durch die Filiale und schauen ob alle Promotions da sind. Sie haben dann nur einen Snapshot des Tages, aber keine Informationen darüber, wie der Abverkauf über die Woche verläuft, was eine sehr wichtige Kenngröße ist: Hieraus ziehe ich wichtige Informationen für die nächste Promotion, die drei Monate später stattfindet. Ich muss also wissen, wie erfolgreich die letzte Promotion war, wie die Durchführung verlaufen ist, wie viel verkauft wurde, und ob ich nächstes Mal mehr oder weniger Ware bestellen muss.

Gelungene Transformation: TREND-REPORT-Redakteur Bernhard Haselbauer (re.) sprach mit Kai Derda, Country General Manager der Chep Deutschland GmbH, über die Digitalisierung des stationären Handels und die Zukunft von Display-Promotions.

Ich bin Kunde und setze Ihre Lösung ein. Logge ich mich im Internet ein um Daten einzusehen, die von der Palette geliefert werden? Wie funktioniert das?
Wir haben eine webbasierte Benutzeroberfläche, auf der sich unsere Kunden einloggen und auf der sie dann genau die Durchführung der Promotion nachverfolgen können. Auf diese Weise ist nachvollziehbar, wieviele Paletten zu welchem Zeitpunkt an welcher Stelle der Supply Chain sind. Auch der Abverkauf lässt sich sogenau nachverfolgen.
Sehen die Nutzer einen Plan vom Laden wo die Palette steht? Ich nehme an hier spielen auch Geodaten eine Rolle?
In der ersten Testphase haben wir von Real das Store-Layout bekommen. Wir wissen dadurch ganz genau, wie der Store aufgebaut ist und können durch die Lokalisierung der Palette auch exakt sagen, an welcher Stelle sich die Paletteim Store befindet.
Als komplette Indoor-Location?
Genau, was wieder zwei Vorteile bringt. Zum einen können Sie mit der Platzierung der Palette experimentieren, um eine Korrelation zwischen Platzierung und Abverkauf zu erkennen.  Wenn sie die Palette hinter dem Drehkreuz oder dem Eingang des Stores platziert haben, erreichen Sie einen anderen Abverkauf, als wenn sie sie anderswo im Store platzieren.
Also wo die wichtigsten und besten Verkaufsflächen sind?
Ja, das stimmt. Sie können natürlich über die Abverkaufs-Daten noch weitere Informationen generieren. Eine zweite Möglichkeit ist natürlich, dass Absprachen zwischen Handel und Industrie festlegen, wo sich die Industrie beim Handel einbucht. Es werden also bestimmte Platzierungen vordefiniert und dann wird geprüft, ob sie am Ende auch entsprechend umgesetzt wurden.
Wie agil kann die Supply Chain gestaltet werden? Wenn ich Daten sofort sehe, kann ich sofort reagieren, wenn etwas nicht stimmt?
Das ist das Problem dem Handel und Industrie gegenüberstehen. Derzeit sind noch keine Echtzeit-Daten verfügbar. Wenn Sie morgen einen Alert von uns bekommen, dass die Palette nicht auf der Verkaufsfläche ist, dann können Sie sofort reagieren. Sie können sicherstellen, dass der Umsatz, so wie er generiert werden soll, auch generiert werden kann. Wenn die Palette im Lager steht, können Sie keinen Umsatz machen.
Der zweite Aspekt betrifft die Systematik. Bei Display-Promotions ist die Supply Chain in der Regel so aufgebaut, dass Sie eigentlich während der Promotion-Woche keine Chance haben, Ware nachzubestellen. Denn die Displays mit Werbeware werden normalerweise komplett an die Filialen ausgeliefert, so dass kein zusätzlicher Bestand im Zentrallager vorhanden ist.
Sind die Abverkäufe zu stark, droht eine Out-of-Stock-Situation. Lassen Sie mich dies so erklären: Wenn die Ware auf dem Display ausgeht, macht der Kunde den Schritt zum Regal. Doch auch die Menge im Regal ist begrenzt, was dazu führt, dass es schnell zu Out-of-Stock-Situationen kommt, die dann zu Umsatzverlusten führen.
Mit unserem System Promotion Tracking³ und den damit erzeugten Echtzeit-Daten verläuft dieses Szenario anders: Das Handelsunternehmen schickt nicht alle verfügbaren Displays in die Filialen, sondern behält einen Restbestand von etwa 20 % im Zentrallager vor. Über die Daten aus Promotion Tracking³ weiß das Handelsunternehmen, wie die Abverkäufe verlaufen. Ist das Display leer, kann man sofort reagieren und Nachschub in die Filialen bringen. Das war bisher nicht möglich.
Gibt es eine digitale, managbare Plattform, um gewohnte Daten an bestehende IT-Landschaften zu übergeben und zu analysieren? Sie sagten eben, es gibt eine Weboberfläche, wo sich alles timen lässt. Wie sieht es aus, wenn der Kunde aus Ihrer Anwendung heraus für sein CRM-System Daten herausziehen möchte?
Grundsätzlich werden wir die Daten natürlich so aufbereiten, dass sie den gängigen Standards entsprechen. Dies bedeutet, dass unsere Kunden die Daten mit Schnittstellenfunktionen auchentsprechend weiter nutzen können.
Unser vorrangiges Ziel ist aber, nicht nur Daten zur Verfügung zu stellen, sondern ausgewertete Informationen. Wir hören von vielen unserer Kunden, dass sie Daten im Überfluss haben, mit diesen aber nicht arbeiten können, da konkrete Informationen fehlen. Das ist ganz klar der Anspruch unserer Kunden.
Wie ich eben gesehen habe, gibt es auch eine Interaktion am POS. Wollen Sie dazu ein paar Worte sagen?
Das ist eine sehr spannende Geschichte, die sich eigentlich erst im weiteren Verlauf der Entwicklung ergeben hat. Im Rahmen der Vorstellung unserer Idee sind wir mit der Firma Payback in Kontakt gekommen. Es war sehr interessant, dass Payback hier für sich die Chance erkannt hat, mit seinen Coupons näher an den Kunden heranzutreten und so den direkten Schritt an den POS zu machen. Das wird durch Promotion Tracking³ gewährleistet. Unsere Palette ist direkt mit der Ware verbunden –Sie kommen also nie so nah an die Ware wie mit unserer Palette. Das war die Idee, die damals entwickelt wurde: den Beacon auch dafür zu nutzen, um eine Interaktion zwischen Payback und den Kunden zu generieren. Wie funktioniert das? Payback schickt heute elektronische Coupons an das Smartphone der Payback-Kunden. In der Woche vor der Aktionerhalten diese den Coupon direkt auf das Handy gesendet und gehen dann z. B. am Wochenende einkaufen. Wenn die Payback-App auf dem Smartphone dann Kontakt mit dem Beacon aufnimmt, überprüft das Payback-System nochmal, ob ein Coupon an den Kunden verschickt wurde. Hat dieser den Coupon erhalten, wird er sobald er sich der Ware nähert durch eine Push-Nachricht an die Promotion erinnert. Das funktioniert in einem Umkreis von 5 bis 8 Meter um das Display.
Die Ergebnisse, die wir damit erzielt haben, waren gigantisch.Die Interaktion ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Payback verzeichnete eine wesentlich höhere Einlöse-Quote von Coupons. Der Handel und die Industrie generierten insgesamt mehr Umsatz. Zuletzt können wir bei CHEP eine Palette schneller wiedervermieten, wenn diese zügig abverkauft ist.
Datenschutztechnisch ist ja eigentlich alles geregelt. Können Sie bei Ihren Kunden Umsatzsteigerungen durch die neue Technologie generieren?
Ja. Wir haben festgestellt, dass sich die Käuferquote insbesondere durch die Direktansprache der Kunden im Markt nahezu verdoppelt hat. Im Vergleich zur herkömmlichen Bewerbung der Promotion mit Coupons haben wir eine 88-prozentige Steigerung erzielt. Mit dieser enormen Steigerung hatte keiner gerechnet. Dies zeigt, wieviel Potenzial in dieser Lösung steckt.
Ein zweites Ergebnis der Interaktion ist, dass diejenigen Kunden, die Ware von der Promotion kauften, im Durchschnitt auch mehr Artikel erworben und damit mehr Geld ausgegeben haben. Auch hier wurde mit einer Steigerung um über 100 % der Umsatz mehr als verdoppelt. Wir haben mit unseren Partnern in der Gruppe diskutiert, woran diese enorme Steigerung liegen kann.
Vielleicht haben die Verbraucher auch Spaß an der funktionierenden Technik.
Unsere Theorie ist, dass je näher eine Information über eine Verkaufsaktion an den Kaufakt tritt und je kürzer die zeitliche und räumliche Distanz ist, desto besser wirkt die Promotion.
Wir wird sich Ihrer Meinung nach das Einkaufsverhalten im Kontext der Automatisierung in Zukunft für Kunden und Händler entwickeln? Sie sind ja jetzt schon in einem recht innovativen Bereich, wird es noch innovativer, gibt es noch Steigerungen in dem Kontext oder wartet man erst ab, bis sich überhaupt erstmal diese Technologie durchgesetzt hat?
Das Smartphone ist heute nicht mehr wegzudenken. Auf dem ECR-Tag, auf dem wir vor Kurzem den ECR Award gewonnen haben, hat jemand behauptet, die Deutschen haben mehr Smartphones als Zahnbürsten. Das ist die Welt, in der wir leben. Das Smartphone ist zu einem ganz normalen Alltagsinstrument geworden. Funktionen, wie zum Beispiel die Payback App, werden dafür sorgen, dass das Smartphone im Lebensmittel-Einzelhandel zum täglichen Begleiter wird. Wir sprechen ja auch über Themen wie freies WLAN für Kunden. Wenn diese Entwicklungen noch voranschreiten, wird sich das Einkaufsverhalten weiter verändern. Ein Stück weit sind dem Ganzen natürlich auch Grenzen gesetzt. Sie können Kunden am POS z. B. nicht 15 verschiedene Push-Notes zuschicken.
Aber man hat ja jetzt mit Payback auch die genauen Vorlieben, man weiß wo die Coupons eingelöst werden., deshalb ist es ja von da her – vom Produkt, den Kunden genau auf seine Schiene anzusprechen
Das A und O ist, dass diese Informationen für den Kunden relevant sind.
Herr Derda, was halten Sie von der Theorie. Wenn sich in Zukunft die Einkaufsprozesse automatisieren, gerade eben im Einzelhandel, d.h. unsere persönlichen, täglichen Einkäufe, sodass vielleicht irgendwann der Prozess vorkommt, ich geh mit meinem Smartphone los, und lasse einkaufen für mich, da gibt es ja schon diesen Dash-Button. Was meinen Sie, werden die Produkte des Einzelhandels damit verwässert, weil die Marke nicht mehr nach vorne tritt, da die „Technik“ für mich einkauft. Haben Sie da eine Meinung dazu oder?
Ich denke, dass sich dieses Zukunftsszenario eher nicht verwirklichen wird. Ich sehe den Trend, dass immer mehr Markenprodukte bei Discountern gelistet werden. Zum einen wird versucht, Kunden über die Marke in die Discounter zu holen. Zum anderen geschieht das durch neue Technologien. Bisher hatte der Handel die Hoheit am POS. Durch neue Technologien erhält die Industrie in Zukunft die Möglichkeit, wieder mehr in die Kommunikationshoheit am POS einzugreifen und dementsprechend ihre Marken zu positionieren. Vor diesem Hintergrund sehe ich durchaus einen der Verwässerung entgegengesetzten Trend, nämlich dass Marken wieder vermehrt in den Vordergrund rücken.
Sie haben den ECR Award gewonnen. Welche Erfahrungen haben Sie aus dem Referenzprojekt mit Ihren Partnern gewonnen und wie bringen Sie diese in zukünftige Projekt ein?
Unser eindeutiges Erfolgsrezept war, dass wir wirklich auf Augenhöhe agiert haben.  Alle Partner hatten ein gemeinsames  Ziel vor Augen: Promotion Tracking³ bis zur Marktreife zu bringen. Es sollte also nicht nur bei einem Projekt bleiben: wir waren alle überzeugt, dass Promotion Tracking³ auch in der Praxis erfolgreich umzusetzen ist. Wir haben eine gemeinsame Sprache gesprochen, und wussten auch relativ gut wo die Probleme sind und wie wir diese Probleme angreifen müssen.
 
Sehr geehrter Herr Derda, vielen Dank für das Interview!
 
Den exklusiven Beitrag zu dem geführten Interview finden Sie hier:
Weitere Informationen unter:
www.chep.com

Location-based Services lassen reale und virtuelle Welten verschmelzen und geben dem stationären Handel viele Chancen, intelligente und agile Interak­tion mit dem Kunden zu realisieren.
Eigene Modelabels und Logistik-Dienstleister, Prime Now und jetzt sollen auch noch Supermärkte kommen. Mit gemischten Gefühlen verfolgt man im stationären Einzelhandel derzeit, wie konsequent und erfolgreich Amazon-Chef Jeff Bezos nach und nach komplette Wertschöpfungsketten von der Produktion bis zum Verkauf besetzt. Dabei gibt es durchaus Handlungsoptionen, ganz unabhängig von einer Kooperation mit dem US-Konzern. Der technologische Fortschritt in Sachen IT und die digitale Transformation geben auch dem stationären Handel heute zahlreiche Hebel an die Hand, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, Online- und Offline-Welt zu verbinden und damit neben den großen Playern zu bestehen. In der Tat ist es eine Revolution, die derzeit im Handel stattfindet. Getrieben wird sie von zwei Seiten: Zum einen eröffnen sich Handelsunternehmen ganz neue Möglichkeiten der Geschäftsgenerierung durch technolo­gische Entwicklungen und die Fähigkeit, sehr viele Informationen in Echtzeit bereitzustellen und zu verarbeiten. Die digitale Transformation ist im Handel angekommen, daran besteht kein Zweifel. Traditionelle Verkaufsstrategien geraten durch sie in den Hintergrund, neue Kanäle erschließen sich. Auf der anderen Seite stehen die Kunden: Aus dem Consumer-Bereich, durch die Nutzung von Smartphones und Tablets, sind sie daran gewöhnt, Informationen mobil und in Echtzeit abzurufen und damit das beste Ergebnis in ihren täglichen Entscheidungen zu erzielen. Dies erwarten sie wie selbstverständlich auch vom Handel.

Interviews

Die TREND-REPORT-Redaktion im Gespräch mit Kai Derda, Chep: „Unsere Indoor-Location-Lösung für Promotion-Tracking bringt Transparenz und Agilität in die Lieferkette.“ Mehr auf http://trendreport.de/promotion-tracking
Dr. Christoph Peitz von Osram beschreibt im Interview nachrüstbare Infrastrukturlösungen für Location-based Services. http://trendreport.de/location-based-service
Giorgios Karachos erklärt im persönlichen Gespräch spannende Anwendungszwecke von Indoor-Navigation für Einkaufszentren, Museen, aber auch öffentliche Gebäude. http://trendreport.de/indoor-navigation

Mit dem Smartphone durch den Supermarkt

Erfolgreich sind deshalb die Unternehmen, denen es gelingt, die neuen Technologien und unterschiedlichen Absatzkanäle intelligent zu nutzen und miteinander zu vernetzen. So könnte bald der Blick in einen Supermarkt, in einen „Future Store“, aussehen: Mit dem Smartphone scannt der Kunde Produkte ein und die auf dem Gerät installierte Einkaufsassistenten-App zeigt ihm sofort aktuelle Preisinformationen an. Sie weist auch den Weg zu bestimmten Waren im Markt und erstellt Einkaufslisten. Nähert sich der Einkäufer einer Warenpalette, beginnt diese per Funkchip mit dem Smartphone zu kommunizieren. Auch die tiefgekühlten Lammkoteletts sind mit RFID-Technologie ausgestattet. So registriert die Kühltruhe, wann ein Produkt entnommen wurde und kann selbstständig Nachlieferungen beim Lieferanten auslösen. Die Beendigung seiner Einkäufe teilt der Kunde der Einkaufsassistenten-App mit, die daraufhin einen Strichcode ausgibt, den der Kunde an einer der SB-Kassen einscannt. Geht es ans Bezahlen, muss niemand mehr seine Geldbörse zücken. Es genügt, den Finger kurz auf einen Scanner zu legen, der Kunde wird erkannt, die Bezahlung erfolgt automatisch per Lastschrift.
Geht man nach Prof. Dr. Wippermann befinden wir uns im Jahr 2036 zwischen Dash-Button und Robo-Shopping. „Shopping wird zukünftig geprägt sein von spielerischen Elementen und digitalen Assistenten, die heute bereits beginnen unseren Alltag zu erobern“, sagt der Hamburger Trend­forscher in einer aktuellen Studie von QVC voraus. Dank neuer technischer Möglichkeiten müssen Freunde und Familie 2036 jedoch nicht mehr zwangsläufig live dabei sein. Jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) kann sich (sehr) gut vorstellen, künftig „gemeinsam im Online-Chat oder in der virtuellen Realität shoppen zu gehen.“ Automatisierung und vernetzte Prozesse also, wohin man blickt. Das skizzierte Szenario ist in seiner Gesamtheit sicher noch Zukunftsmusik, doch die einzelnen Komponenten sind längst von der Industrie entwickelt und immer öfter bereits im Einsatz. Das „Internet der Dinge“ – es ist also keine reine Angelegenheit von Industrie (4.0), sondern hat sich in unserer Alltagswelt etabliert. „Umgekehrt wird die Automatisierung auch das Einkaufsverhalten der Kunden grundlegend verändern. Bei den wöchentlichen Lebensmitteleinkäufen bringt der Konsument etwa selbstlernenden Systemen bei, was er am Samstagvormittag üblicherweise einkauft“, prognostiziert etwa David Klemm, Head of Acceptance Development Ger­many bei Mastercard. Diese setzen dann die entsprechenden Bestellungen im Internet ab und sorgen dafür, dass die Einkäufe vor die Tür geliefert werden.

Retail-Trend: personalisierte Preise

Personalisierte Preise: Umsatzgarant oder Kundenschreck? Gleich nach der heute markt­üblichen Praxis, Kunden mit personalisierten Angeboten und personalisierter Werbung, wie z. B. via Mobile Couponing oder personalisierten Online-Angeboten, zu begeistern, folgt jetzt das personalisierte Pricing.
Personenabhängig unterschiedliche Prei­se für gleiche Produkte zur selben Zeit. Im persönlichen Offline-Kontakt zwischen Händlern und Kunden eigentlich schon immer üblich, ermöglichen Big Data und Digitalisierung das jetzt auch digital. Anbieter wie etwa So1 entwickeln spezielle Technologien, die es Händlern ermöglichen, jedem ihrer Kunden beim Besuch des stationären Geschäfts individuelle Rabatte auf Basis seines Kaufverhaltens anzubieten.
www.trendreport.de/personalisiertes-pricing

Für die Händler bedeutet dies: Sie müssen künftig ganz anders funktionieren. Die Kommunikation mit dem Kunden findet nicht mehr über die Post­wurfsendung zu aktuellen Son­derangeboten statt, sondern mittels der entsprechenden App. Vor diesem Hintergrund müssen sich die großen Marken neu erfinden, um nicht zu verwässern. Eine Software kennt eben keine persönliche Beziehung zum „Händler des Vertrauens“. Sie gelangt unter Umständen zu ganz anderen Entscheidungen, bei wem der Kunde künftig kauft. Der Händler muss folglich den Kunden dazu bringen, dass er der Maschine beibringt, eine Präferenz für ihn zu entwickeln, die sich nicht nur am Preis misst. Diese Customer-Experience lässt sich etwa beeinflussen über Loyality-Programme respektive entsprechende Apps. Dass Marken verwässern, darüber ist sich Kai Derda, Country General Manager der Chep Deutschland GmbH, nicht so sicher. Chep ist einer der weltweit führenden Anbieter im Pooling von Paletten und Behältern mit einem Pool von über 300 Millionen Ladungsträgern. Derda sieht vor allem den Trend, dass Markenprodukte auch bei Discountern immer stärker gelistet werden. Sowohl über die Marke als auch durch Interaktion wird versucht, den Kunden in den Laden zu holen.

Location-based Services

„Neue technische Möglichkeiten versetzen die Industrie in die Lage, immer stärker in den Handel einzugreifen und darüber den Markenaufbau zu forcieren“, sagt Kai Derda. Ein Instrument sind dabei ortsbezogene Dienste, sogenannte agile Location-based Services. Sie ermöglichen dem Smartphone-Nut­zer, Orte in der nahen Umgebung zu finden, die von Interesse sein könnten. Wie solche Dienste im Handel zum Einsatz kommen können, zeigt das Beispiel der Chep GmbH, die in ihre neuen Promotion-Paletten Minisender, sogenannte Beacons, implementiert hat. Die Palette wird damit vom reinen Ladungs- zum Informationsträger. Nähert sich ein Smartphone-Besitzer den Beacons, registriert der Sender dies via „Bluetooth Low Energy“ (BLE) und kann dem Gerät eine Nachricht übermitteln. Der Hersteller bucht sich also im Einkaufsmarkt für bestimmte Verkaufsflächen ein und kontrolliert über die webbasierte Benutzeroberfläche, wie der Abverkauf seiner Ware gelaufen ist. So entsteht Performance und Transparenz über die komplette Lieferkette von Display-Promotions.

Verbindung von physischer und digitaler Welt

Für den stationären Einzelhandel haben Location-based Services im Kontext der digitalen Transformation daher eine hohe Priorität. Auch zahlreiche Marktforschungsinstitute prognostizieren einen starken Anstieg solcher Dienste. Ihr Ziel: Das Kauferlebnis des Kunden zu verbessern, und dies zu überschaubaren Kosten. Mobile Endgeräte nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein – verbunden mit mobile-affinen Nutzern, per­manenter Internetverfügbarkeit, güns­tiger Infrastruktur sowie dem Verschwimmen von Verkaufskanälen on­line, offline und mobil. Mit Osram betritt erstmals ein großer Hersteller den Markt. Die neue Indoor-Location-based-Services-Lösung kann ohne viel Aufwand in bestehende Licht­systeme nach­gerüstet werden und soll ein ganzheitliches Kundenverständ­nis und ein herausragendes Kundenerlebnis vor Ort bieten. Dies geschieht unter anderem über eine Loyalty-App. Diese beinhaltet digitale, personali­sierte Gutscheine für den stationären Endkun­den und nutzt die Beacon-Funktionalität, um diverse Dienste vor Ort auszuspielen.

trendreport.de – Fachbeiträge und Interviews

tr_2016_01_rep_future_store_aufmacher
Stefan Steudel von Bayard Consulting erläutert Lösungen für die dynamische Informationsbeschaffung von Produkt­daten. www.trendreport.de/erfolg-durch-transparenz/
Datengetriebene Kundenbindung und -zentrierung. Dirk Kemmerer von arvato digital erläutert, wie compliancekonformes Datenhandling zur vollsten Kundenzufriedenheit funktioniert. http://trendreport.de/mehrwerte-durch-kundenwissen-schaffen/

Kundenverständnis zurück in den stationären Handel holen

„Alle sprechen von Omnichannel und Customer-Experience, aber was heißt das konkret?“, fragt sich Dr. Christoph Peitz, Director Smart Positioning Solutions bei der Osram GmbH. Wunschvorstellung wäre sicherlich eine individuelle Betreuung am PoS, wie es sie früher einmal bei Tante Emma gab. Dass der Einzelhandel dies unter den heutigen Gegebenheiten so nicht mehr leisten kann, liegt auf der Hand. Neue technologische Entwicklungen wie die „Osram“-Einstone-Smart-Retail-Solution sollen deshalb diese Customer-Experience zu­mindest perfekt simulieren – und darüber hinaus, denn mit dem Gedächtnis von Tante Emma für die speziellen Vorlieben ihrer Kunden können sie locker mithalten. Die Herausforderung liegt also darin, diese Art des Kunden-Verstehens zurück in den stationären Handel zu holen.
Indoor-Location-based Services eignen sich grundsätzlich für Shoppingcenter, wo sie den Smartphone-Nutzer zu diversen Zielen leiten, zum Beispiel Shops, Parkplätzen oder Service-Points. Innerhalb der Shops können Marketingflächen definiert und für gezielte Produkt-Werbung verwendet werden. Anhand genauer Analysen der Kun­denbewegungen kann der Händler vergleichsweise sichere Aussagen über die Vorlieben und Verhaltensmuster des Kunden treffen und basierend darauf seine Angebote individuell zuschneiden, Stärken und Schwächen identifizieren und die Wirksamkeit seiner Marketingmaß­nahmen evaluieren. Die Qualigon GmbH ist ein Unternehmen, das sich mit der konkreten Implementierung solcher Services beschäftigt. Gründer und Geschäftsführer Giorgios Karachos erwartet, dass die Lokalisierungs-Technologie immer stärker zu einem Standard-Produkt ähn­lich wie GPS wird. „Die verwendete Infrastruktur wird ein integraler Bestandteil der Gebäudetechnik sein, wie z. B. Brandmeldeanlagen und andere Komponenten im Rahmen von Smart Buildings“, erklärt er. Bei Qualigon hat man auch erkannt, dass sowohl Handel wie Industrie ein starkes Interesse an den Möglichkeiten der Lokalisierung zeigen, und zwar vor allem für positionsbezogene Analysen.
Auch durch Industrie 4.0 erleben Lokalisierungstechnologien einen starken Aufschwung, wie Giorgios Karachos beobachtet. So sei die Kenntnis der Position von Gütern und Geräten für einen optimierten Produktionsprozess ein immer wichtiger werdendes Kriterium. Man unterscheide dabei die Personenführung, z. B. im Alleinarbeiterschutz, und den Bereich „Internet of Things“, bei dem eine Kommunikation zwischen Geräten und Maschinen notwendig ist.

Location-based Services (LBS) spielen insbesondere für den Einzelhan­del im Rahmen der digitalen Transformation eine wachsende Rolle. Eine Möglichkeit, wie Einzelhändler „nachrüsten“ können, stellt Dr. Chris­toph Peitz, Director Smart Positioning Solutions Osram GmbH, im Gespräch vor.
„Ziel der LBS im Einzelhandel ist es, das Kauferlebnis des Kunden zu verbessern, ohne dass die Kosten dafür ausufern“, erläutert Dr. Peitz das Ziel. Dabei spielten mobile Endgeräte eine Schlüsselrolle, über die internetaffine Nutzer entsprechende Informationen erhalten. Es gehe um das „Verschwimmen von Verkaufskanälen online, offline oder mobil.“ Hier setzt die von Osram entwickelte „Einstone“-Smart-Retail-Solution an. Eine Lösung, „die eine wartungsfreie Beacon-Funktionalität über die Lichtinstallationen“ sicherstelle und in Verbindung mit Loyalty-Apps „ein ganzheitliches Kundenverständnis und ein herausragendes Kundenerlebnis vor Ort“ ermögliche.
Peitz: „Früher gab es den Tante-Emma-Laden um die Ecke, in dem der Kunde persönlich begrüßt und bedient wurde; der Verkäufer kannte die Vorlieben seiner Kunden und konnte sie entsprechend beraten.“ Das sei heute nicht mehr möglich, aber „mit der richtigen technischen Unterstützung“ könne ein „großer Schritt in diese Richtung erfolgen“: „Grundvoraussetzung ist es, den Kun­den genauso wie früher im Tante-Emma-Laden besser zu verstehen, um ihn individuell bedienen zu können.“ So ist es möglich, dass der Kunde, der im Supermarkt eine Flasche Barolo kauft, Informationen erhält, welches Brot oder welche Käsesorten zu dem Wein passen. Oder, dass dem Kunden personalisierte Gutscheine direkt auf sein Smartphone gesendet werden. So bekommt der Einzelhändler einen digitalen Kanal zum Kunden und „damit eine neue Möglichkeit, ihn werblich zu erreichen.“ Außerdem Einblicke in die Kaufhistorie – zum Beispiel, welche Filiale er besonders oft besucht, welche Gutscheine er nutzt, welche Produkte er bevorzugt. „Diese Kenntnisse erlauben eine zielgenaue Kundenansprache.“

Rundum-sorglos-Paket

Und was ist das Besondere an der Osram-Lösung? Dr. Christoph Peitz: „Wir stellen eine richtige End-to-End-Lösung, sozusagen ein Rundum-sorglos-Paket, zur Verfügung. Neu ist auch, dass mit Osram erstmals ein großer Hersteller den Markt der LBS betritt, der für höchste Qualität steht. ‚Einstone‘ kann in bestehende Lichtsysteme nachgerüstet werden. Sollte die Lichttechnik ohnehin ausgetauscht werden, macht es Sinn, ‚Einstone‘ im selben Zuge mit einzubauen. Mit unserem modularen Ansatz bieten wir dem Händler eine Vielzahl an Möglichkeiten, um unsere Lösung zu nutzen, passend zu seiner individuellen Situation. Ein weiterer toller Nutzen ist, dass man ohne Weiteres andere ortsbezogene Anwendungen so­wie ein Orientierungssystem für Blinde ermöglichen könnte.“ Der Markt für LBS wird jedenfalls weiter wachsen, wie auch Marktforscher wie Technavio prognostizieren.
Weitere Informationen unter:
www.osram.de/einstone
Bildquelle / Lizenz: Osram GmbH
 

Feature, ameria GmbH
ameria arbeitet mit Träumen: Mit den Träumen all jener CEOs und Marketeer, die nicht nur Risiken durch den wachsenden Onlinemarkt sehen, son­dern sich durch digitale Technologien eine (Wieder-)Belebung des stationären Handels erhoffen. Die daran glauben, dass es irgendwann möglich sein werde, die Menschen am Point of Sale so sehr zu begeistern, dass sie nicht nur kommen, sondern bleiben und wiederkommen.
Diesen Zukunftstraum erfüllt das Heidelberger Unternehmen und sorgt mit innovativen Technologien für eine ganz neue Emotionalisierung am Point of Sale – und damit für Frequenzsteigerung und Umsatzwachstum. Endlich. War bisher die Wirtschaftspresse voll mit Berichten über sterbende Innenstädte, schwärmt sie heute davon, dass die digitale Transformation den Einzelhandel erreicht hat. Diese beginnt schon in der Fußgängerzone: Eine junge – digitale – Frau klopft von innen an die Schaufensterscheibe und winkt die Pas­santen zu sich. Virtual Promoter nennt sich diese innovative Entwicklung von ameria. Das interaktive und gestengesteuerte Schaufenster zieht bereits außerhalb des PoS viele Blicke auf sich und Passanten quasi magisch an. Innen ermöglichen Beacons eine ganz individuelle Beratung und Ansprache. Bewegt man sich im Laden an Produkten vorbei, die von individuellem Interesse sein könnten, werden die Informationen direkt auf das Smartphone gesendet. Diese können dann gespeichert, an Freunde gesendet oder in den sozialen Medien geteilt werden. Die direkte Analyse und Auswertung aller Kampagnen, die durch ein zentrales Backend kanalübergreifend und einfach gesteuert werden, ermöglichen eine kontinuierliche Anpassung und Optimierung. Das ist nicht nur ein Mehrwert für die Marken, sondern bringt auch den Kunden ein individuelleres, intensives Einkaufserlebnis. Wie online eben, nur besser.
Neben den zahlreichen Unternehmen in Deutschland und Europa hat seit Oktober 2016 auch das Porsche-Zentrum in Dubai einen Virtual Promoter als Pilotprojekt im Einsatz. Er begrüßt und informiert die begeisterten Besucher. Sobald sich diese ihrem Traumauto nähern, werden detaillierte Informationen per App dazu angezeigt und können als Favorit gespeichert werden. Ergänzend zur „Real-Life“-Beratung bie­tet Porsche seinen Kunden damit ein neuartiges und faszinierendes Erlebnis mit der Marke und den Fahrzeugen.
Am 16. und 17. November präsentiert das Unternehmen gemeinsam mit der Porsche AG diese innovative Lösung auf dem Deutschen Handelskongress in Berlin.

Key-Facts Virtual Promoter
  • Aufmerksamkeit ø 50 Sek. durch Interaktivität
  • Frequenzsteigerung ca. 10%
  • Umsatzsteigerung bis zu 150%
  • Kunden u.a. DER, BASE, LEGO, Porsche
  • Über 2 Mio User weltweit

(Quelle: ameria interne Kunden MaFo 2016)

Weitere Informationen unter:
www.ameria.de
Bildquelle / Lizenz: ameria GmbH

Personalisierte Preise – Umsatzgarant oder Kundenschreck?

 
Gleich nach der heute marktüblichen Praxis, Kunden mit personalisierten Angeboten und personalisierter Werbung, wie z. B. Mobile Couponing, zu begeistern, folgt jetzt das personalisierte Pricing?!
 
Gemeint sind personenabhängige individuelle Preise für gleiche Produkte zur selben Zeit.
Was im persönlichen Offline-Kontakt zwischen Händlern und Kunden seit jeher üblich ist, wird jetzt mittels Big Data und der zunehmenden Vernetzung digitalisiert.
 
Die Fülle an Daten und Informationen, die der Nutzer heute gewollt oder ungewollt preisgibt, schafft neue Möglichkeiten sowohl online als auch zunehmend für den stationären Handel. Durch den Einsatz entsprechender Technologien können nicht nur die Zahlungsbereitschaft der Kunden ausgelotet sondern auch Promotions viel individueller und zielgerichteter ausgespielt werden.
 
Einige Experten empfehlen den Händlern in diesem Kontext Schritt für Schritt vorzugehen, da die Reaktionen der Kunden auf individuelle Preise sehr vielschichtig ausfallen könnten.
 
Einerseits stellt sich die Frage, ob Kunden überhaupt bemerken, dass ihnen ein individualisierter Preis angeboten wird. Auf der anderen Seite ist es durch die zunehmende Vernetzung durchaus möglich, dass z.B. Freunde sich beim gemeinsamen Shopping untereinander austauschen. Das könnte dann durchaus zur Verwunderungen oder sogar Misstrauen führen.
 
 
Preisfairness – Kundenerwartung
 
Konsumenten erwarten Preisfairness. Eine wahrgenommene Preisunfairness kann ganz schnell in Verbindung mit sozialen Medien zur negativen „Mund-zu-Mund-Propaganda“ und Schlimmerem führen.
 
 
Dennoch sollten diese Entwicklungen und Technologien weiter verfolgt werden, bieten sich doch Chancen für Händler und Kunden gleichermaßen.
 
Anbieter wie etwa SO1 entwickeln bspw. spezielle Technologien, wodurch Händler jedem Kunden beim Besuch des stationären Geschäfts individuelle Promotion-Produkte und Rabatte auf Basis seines Kaufverhaltens anbieten können. Händler können mit Hilfe der SO1 Engine ihre Kunden besser verstehen und ihnen dementsprechend individuell begegnen. Auch den Bedürfnissen in Sachen Datenschutz wird hier Rechnung getragen, da interessierte Konsumenten anonymisierte Rabattkarten erhalten, die sie im Eingangsbereich des Ladens an einem Kiosksystem aktivieren. Einsatzbeispiele solcher SO1-Systeme finden sich bereits bei Penny, Netto und Kaiser`s .
 
Eine angenehme Art, mit dem Kunden auf Tuchfühlung zu gehen im digitalen Zeitalter.
 
 

Michael Tsifidaris, Aufsichtsrat der Unternehmensberatung KPS AG, spricht mit der TREND-REPORT-Redaktion über die Bedeutung des Omnichannel-Modells für den heutigen Handel.
Die optimale E-Commerce-Handelsplattform der Zukunft muss nach Auf­fassung von Tsifidaris den „Dreiklang von Warenwirtschaft, Kundenwirtschaft und E-Commerce“ beherrschen. Michael Tsifidaris: „Die Geschäftsprozesse müssen End-to-End gebaut sein, sodass sie alle Aspekte der Kundenwirtschaft, Warenwirtschaft und des E-Commerce abdecken und das nicht nur in einem integrierten Geschäftsmodell, sondern auf einer integrierten IT-Plattform, und zwar in Echtzeit.“ Die rund 700 Berater seines Unternehmens unterstützen vor allem den Handel und die Konsumgüterindustrie bei der Umstellung auf das Omnichannel-Modell. Sie machen sie fit für die Zukunft, denn nach Ansicht von Tsifidaris lautet die Kernfrage für die nächsten zehn Jahre, ob „die Pure-Player von heute zu komplett aufgestell­ten Omnichannel-Anbietern wer­den. Schaf­fen sie also auch stationäre Auftritte mit realen Kunden-Touchpoints? Oder aber gewinnt der stationäre Handel, der sich integriert aufstellt und auf der digitalen Seite aufholt, das Rennen?“

Michael Tsifidaris erläutert, wie sich durch „Rapid Transforma­tion“ klassische Projektlaufzeiten reduzieren lassen.

Michael Tsifidaris erläutert, wie sich durch „Rapid Transformation“ klassische Projektlaufzeiten reduzieren lassen.

Neu- statt Altbau

Dabei setzt KPS auf eine „inzwischen mehrfach preisgekrönte Methode“ namens „Rapid Transformation“, mit deren Hilfe sich die klassischen Projektlaufzeiten um rund 40 bis 50 Prozent reduzieren lassen – was für die Unternehmen einen schnelleren ROI bedeutet. Und wie sieht die „Rapid-Transformation“-Methode aus? „Wir versuchen klarzumachen, dass Omnichannel nicht einfach dadurch hergestellt wird, dass links die stationäre Handelsumgebung mit Prozessen und Infrastrukturen ist und rechts dann zu­sätzlich eine E-Commerce-Umgebung“, betont Tsifidaris. Man gehe also von den Insellösungen weg und versuche, alle Prozesse im Unternehmen „konsequent um den Kunden herum aufzubauen“, in End-to-End-Prozessen zu denken und entsprechend zu handeln. Erst danach komme die IT ins Spiel.
Anstelle einer Ist-Analyse, wie sie von vielen Unter­nehmensberatungen durch­geführt wird, lasse man den Kunden die Geschäftsabläufe der Zukunft beschreiben. „Wichtig ist nicht, woher der Kunde kommt, sondern wo­hin er will“, formuliert es Michael Tsifidaris. Man finde „passende Piloteinheiten innerhalb des Unternehmens“, etwa eine Region, einen Geschäftsbereich oder ein Brand, und prototypisiere dann die neuen Geschäftsprozesse mit modernster Soft­ware. Erst im letzten Schritt erfolge dann die Umstellung auf das ganze Unternehmen. „Wenn man bildlich sprechen will, findet der Wandel nicht im alten Gebäude, sondern im Neubau statt“, sagt Tsifidaris. „Wir ziehen nicht mit den neuen Prozessen ins alte Unternehmen ein, sondern das Bestandsunternehmen wechselt im Verlauf dieses Transformationsprozesses Etage für Etage in das neue Gebäude. Wenn das letzte Glied der Kette umgezogen ist, macht man im alten Gebäude das Licht aus.“
Weitere Informationen unter:
www.kps.com
Bildquelle / Lizenz Aufmacher: Pixabay / CC0
Bildquelle / Lizenz Portrait: KPS AG

Smart Contracts sind Computerprotokolle, die eine schriftliche Fixierung von
Verträgen überflüssig machen sollen.
Dabei agiert jeder Knoten eines Peer-to-Peer-Netzwerks als Asset-Register und Treuhänder, der Eigentümerwechsel durchführt und automatisch überprüfbare Regeln über diese Transaktionen abbildet.
Alle Transaktionen werden stets an alle anderen Knoten repliziert. Kryptowährungen sind Spezialfälle solcher Register mit digitalem Geld als Asset.
 

Beispiele

Smart Contracts können zum Beispiel in der digitalen Rechteverwaltung Copyright-Lizenzen abbilden oder im Finanzbereich Transaktionen abbilden. Zugangskontrolle, Token-Bucket-Algorithmen und andere Quality-of-service-Mechanismen können dazu genutzt werden, Service-Level-Agreements abzubilden. Einige Peer-to-Peer-Netzwerke benötigen Mechanismen, um sicherzustellen, dass entfernte Partner in gleichem Maße beitragen wie konsumieren, ohne den Overhead von schriftlich vereinbarten Verträgen zu erzeugen.

Geschichte

In den 1970 bis 80er Jahren wurde der Terminus „Agoric Computing“ geprägt, um die Abbildung von Marktmechanismen wie Auktionen und Ressourcenmanagement in Software abzubilden. Inzwischen hat die Public-Key-Kryptografie die Möglichkeiten hierzu revolutioniert.
Der Begriff „Smart Contract“ wurde etwa 1993 durch den Computerwissenschaftler Nick Szabo geprägt, um die Verbindung von hochentwickeltem Vertragsrecht und verwandten Disziplinen mit dem Design von E-commerce-Protokollen zu betonen.[2] Szabo, der von Forschern wie David Chaum inspiriert wurde, erwartete, dass Spezifikationen auf Basis klarer Logik, Verifikation auf Basis kryptographischer Protokolle und andere digitale Sicherheitsmechanismen eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem traditionellen Vertragsrecht bringen könnten, sogar für einige traditionelle Anwendungsbereiche.
Die meisten der oben zitierten Beispiele haben sich jedoch vermutlich unabhängig voneinander und von den oben genannten Entwicklungslinien entwickelt, und in der Tat sehen einige Befürworter Smart Contracts als notwendige Weiterentwicklung vieler unabhängiger Bemühungen, um Transaktionen in verschiedenen Industrien auf Basis digitaler Technologien zu verbessern. Verschiedene formale Sprachen wurden entwickelt oder vorgeschlagen, um Vertragsklauseln in Software abzubilden. Das IEEE hat dazu bereits zwei Workshops[3] über Electronic Contracting abgehalten, die diese Bemühungen unterstützen.

Replizierte Titel und Vertragsausführung

Eine Infrastruktur für Smart Contracts kann durch ein repliziertes Asset-Register und Vertragsausführung über kryptographische Hash-Ketten und fehlertolerante Replikation implementiert werden.
Jeder Knoten in dem Peer-To-Peer-Netzwerk agiert als Register und Treuhänder, der Eigentümerwechsel durchführt und automatisch überprüfbare Regeln über diese Transaktionen abbildet. Alle Transaktionen werden stets an alle anderen Knoten repliziert. Askemos implementierte diesen Ansatz in 2002 mit Scheme als Vertragsabbildungssprache. Kryptowährungen wie Bitcoin haben Spezialfälle solcher Register implementiert; dort ist das Asset Geld. Bitcoin und viele seiner Ableger enthalten Mechanismen, die die Verwaltung von allgemeineren Vermögensgegenständen und Verträgen ermöglichen.[4] Eine replizierte Domain Name Registry ist in Namecoin implementiert; replizierte Titel für beliebige Vermögensarten sind in den Anwendungen Crypti, Ripple, Mastercoin and Ethereum realisiert.[5] NXT[6] implementiert replizierte Eigentumstitel auf Basis von proof-of-stake in der zugrundeliegenden Währung.
 
Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Smart Contract aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
 
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