Klassisches Responsive Web Design ist nicht mehr zeitgemäß

Responsive Web Design bezeichnet ein Konzept, dass die Darstellung von Inhalten einer Webseite abhängig vom Endgerät bzw. Browser anpasst. Dabei werden jedoch alle Inhalte übertragen. Der Browser verarbeitet anschließend die Daten und stellt sie so da, dass die Inhalte auf dem jeweiligen Bildschirm Platz finden. Der Nutzer muss deshalb nicht horizontal scrollen oder wiederholt rein- und rauszoomen.  Dabei werden Bilder vom Browser skaliert, da diese meistens in der Auflösung für Desktop-Rechner bzw. deren Bildschirme ausgeliefert werden. Die Belastung des Browsers mit Verarbeitungs- und Anpassungsprozessen ist der größte Nachteil des responsiven Designs.

Ohne RESS-Server

Ohne RESS Server (oben): Ohne Geräteerkennung ist keine Anpassung an einzelne Geräte möglich.

RESS (Responsive webdesign with server side components)

Bei RESS (Responsive webdesign with server side components) handelt es sich um eine Weiterentwicklung des klassischen Konzeptes für Responsive Webdesign (RWD) hin zu einer RWD-Lösung mit serverseitigen Komponenten.

Jan Webering, Geschäftsführer Sevenval Technologies GmbH

„Am Nutzerverhalten sollte sich die gesamte IT eines Unternehmens orientieren. Wir nennen das ‚vom Front-End aus denken‘.“


Hier werden bestimmte, rechenintensive Prozesse vom Server übernommen und damit der Browser entlastet. Dazu gehören eine Clienterkennung, Aufbereitung und Modifikation von Bildern und die Anpassung der Inhalte. Durch diese serverseitigen Komponenten wird eine Client-Server-Kommunikation abgebildet, welche die spezifischen Eigenschaften des Endgeräts mit Hilfe einer Device-Database ermittelt und mit dem Server austauscht. Somit ist der Server in der Lage die angefragten Inhalte endgerätespezifisch auszuliefern. Frontend- und Backendprozesse können sauber gekapselt werden – wodurch eine kontextabhängige Auslieferung an das Endgerät ermöglicht wird.
Bei der RESS-Architektur wird in der Regel ein Progressive Enhancement-Ansatz gewählt, um eine Basisversion für alle Endgeräte zu definieren. Aufbauend auf dieser Version wird mittels der Device und Feature Detection der Delivery Context ermittelt. Der Delivery Context setzt sich aus den folgenden Parametern zusammen: Hardwarehersteller, Betriebssystem und Browser inkl. der entsprechenden Version. Ausgehend vom jeweiligen Delivery Context kann der Server alle Features für das Endgerät unterstützen.
RESS Chart Illustration B

Mit RESS Server – Inhalte werden endgerätespezifisch ausgeliefert.


Weitere Informationen unter:
www.sevenval.com
Lesen Sie auch:
Das (mobile) Web gehört den Nutzern

Die Sevenval Technologies GmbH ist ein Unternehmen für Mo­bile- und Webtechnologien. Un­­ter der Führung von Jan Webering re­alisierte Sevenval mehr als 2 000 Mobile- und Web-Projekte. Dabei kommt die Software Sevenval FIT als Front-End-Server zum Einsatz.
Kunden sind Großkonzerne wie z. B. Mercedes-Benz, Dou­glas, die Deutsche Post und Bosch.
Gastbeitrag von Jan Webering in TREND REPORT im Juni im HANDELSBLATT: Das (mobile) Web gehört den Nutzern
Bildquelle / Urheber und Lizenz:

In einer idealen E-Commerce-Welt laden Webseiten nicht länger als drei Sekunden.
Warum? Nach diesem Augenblick brechen die ersten Nutzer den Ladevorgang ab und gehen als Käufer verloren. Selbst die Hundert bekanntesten, internationalen E-Commerce-Händler hinken mit einer Ladezeit von 5,2 Sekunden (Median) dem Optimum hinterher. Die Zahl beschreibt die Time-to-interact, also den Zeitpunkt ab dem die Seite auf Nutzer-Eingaben reagiert. Letztes Jahr lag der Wert noch bei 4,9 Sekunden. Der Grund für das schlechtere Ergebnis: Die Webseitenbetreiber sehen Performance-Optimierung durchaus als Priorität, müssen aber gleichzeitig der Erwartungshaltung der Nutzer gerecht werden. Diese erwarten multimediale und vor allem personalisierte Inhalte. Bilder und Videos verursachen den Großteil des Traffic Volumens, aber auch dynamische Inhalte, die sich an den Nutzer anpassen, verlängern die Ladezeiten von Webseiten. Zunehmend mehr Plattformen, Tools, Datenbanken und Drittanbieter müssen eingebunden werden, um ein zeitgemäßes Online-Shopping-Erlebnis zu ermöglichen.
Dabei gehören schnelle Ladezeiten schon jetzt zu den Ranking-Faktoren bei Google, die meisten Experten gehen davon aus, dass die Performance in Zukunft stärker gewichtet wird. Dann nämlich, wenn ein Großteil der Webseitenanbieter die „mobile friendly“-Kriterien von Google erfüllt. Performance Optimierung ist also auch Search Engine Optimization.
Um die aktuelle Entwicklung der Webtechnologie anschaulich zu machen, starten wir eine Serie, die die wichtigsten Begriffen der Branche für Nicht-Techniker erklärt. Das wichtigste zuerst: Web Performance und Web Performance Optimization.

Jan Webering, Geschäftsführer Sevenval Technologies GmbH

„Bereits jetzt zählt die Web-Performance zu den wichtigsten Ranking-Faktoren bei Suchmaschinen.“

Web Performance

Mit Web Performance wird die Ladezeit einer Webseite umschrieben.
Es wird zwischen dem ersten Ladevorgang (Initial pageload), dem Zeitpunkt an dem Nutzeraktionen möglich sind (Time-to-interact) und dem vollständigen Laden der Webseite (Document complete) unterschieden. Die Ladezeit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören natürlich die Netzwerkverbindung, die Geräteklasse (aktuell Desktop-PC, Smartphone oder Tablet), der Browser und das Betriebssystem. Auch die Reihenfolge in der Inhalte geladen werden, die Verarbeitung von Bildern und wie Elemente von Drittanbietern eingebunden werden (zum Beispiel Tracking Pixel oder Shop-Widgets), haben Auswirkungen auf die Ladezeiten. Performance hat sich daher als Begriff etabliert, wenn man übergeordnet die Leistungsfähigkeit einer Webseite als Summe aller Faktoren beschreiben möchte. Dabei geht es nicht nur um die Übertragungsgeschwindigkeit von Daten, sondern auch darum, wie schnell diese vom Browser des Clients verarbeitet und dargestellt werden können.
Performance spielt hauptsächlich bei der mobilen Internetnutzung eine Rolle. Bei vergleichsweise langsamen mobilen Verbindungen und relativ schwachen Clients (CPU von Smartphones im Vergleich zum Desktop-Rechner), führen schlecht programmierte Webangebote schnell zu inakzeptablen Ladezeiten, weshalb sich die Web Performance Optimization (oder Front-End-Optimization) zu einem Betätigungsfeld für Programmierer entwickelt hat. Für E-Commerce-Anbieter sind die Konsequenzen am deutlichsten: Gemäß einer In-House-Studie von Walmart führt eine Verkürzung der Ladezeit von einer Sekunde zu einer 2% höheren Conversion Rate und zu 1% mehr Umsatz.

Web Performance Optimization (auch Front End Optimization)

Unter dem Begriff Web Performance Optimization (WPO) werden alle Maßnahmen gebündelt, die zur Verbesserung der Performance einer Webseite beitragen. Im Wesentlichen geht es um die Verkürzung der Ladezeiten. Dabei spielt die Datenübertragung die größte Rolle: Webseiten werden so optimiert, dass sie nur noch die für das jeweilige Gerät passenden Daten senden.
Die server-seitige Skalierung von Bildern ist dabei das anschaulichste Beispiel. Ohne WPO-Maßnahmen wird immer ein großes Bild ausgeliefert, das für Desktop-Monitore die richtige Auflösung bietet. Wird die Webseite mit einem Smartphone aufgerufen, wird zunächst das große Bild gesendet und dann der Browser des Geräts mit der jeweiligen Skalierung belastet. WPO bedeutet hierbei, dass der Server in die Lage versetzt wird, zu erkennen welches Gerät anfragt, um anschließend ein bereits passend skaliertes Bild auszuliefern. Sowohl das Datenvolumen als auch die Belastung des Browers werden verringert.
Weitere WPO-Maßnahmen sind die Verbesserung von HTML und CSS Dateien (Stichwort Minifying), die Reduzierung von Requests zwischen Client und Server und das Management der Render Queue.
Zusammengefasst hat WPO zum Ziel, die Bereitstellungsfähigkeit des Clients zu erhöhen. Je schneller der Browser in der Lage ist eine Seite darzustellen und auf Nutzer-Eingaben zu reagieren, desto erfolgreicher waren die WPO-Maßnahmen.
Weitere Informationen unter:
www.sevenval.com
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Kunden sind Großkonzerne wie z. B. Mercedes-Benz, Dou­glas, die Deutsche Post und Bosch.

 

Teil 2 der Serie: E-Commerce in einer idealen Welt – Teil 2
Teil 3 der Serie: E-Commerce in einer idealen Welt – Teil 3

Gastbeitrag von Jan Webering in TREND REPORT im Juni im HANDELSBLATT: Das (mobile) Web gehört den Nutzern
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